Verbotener Handel mit Elfenbein? Stoßzähne von Elefant bringen Neumarkter vor Gericht

Von Peter Romir · 9. Juli 2025 um 17:00

Stahl ein Mann aus dem Landkreis Neumarkt zwei riesige Elefanten-Stoßzähne und versuchte, sie zu verkaufen? Diese Frage musste am Mittwoch das Amtsgericht Neumarkt klären.

Der etwa 60-Jährige bestritt die Tat. Niemals habe er so etwas versucht. Er habe eine Bekannte außerhalb des Landkreises besucht und in deren Haus eine unerwartete Entdeckung gemacht: ein Trophäen-Zimmer mit unzähligen ausgestopften Tieren. Darunter seien der Kopf eines Nilpferds und eines Nashorns, aber auch ein komplettes Krokodil und ein Eisbär gewesen. Und mehrere Elefanten-Stoßzähne.

Ihr Mann sei passionierter Jäger gewesen und hätte all die Tiere selbst erlegt, habe ihm die Hausbesitzerin erklärt. Fasziniert von dem Anblick hätte der Mann Fotos der Tiere gemacht. Damit war für ihn die Geschichte zu Ende.

Nicht aber für die Staatsanwaltschaft: In einem Chat, den der Angeklagte wenig später mit einer anderen Bekannten geführt hatte, tauchten die Fotos wieder auf, dazu ein Bild, das zwei Elefantenzähne in einer anderen Umgebung zeigte.

Wohnung im Landkreis Neumarkt durchsucht

Diese Zähne bot der Angeklagte im Chat für 8000 Euro zum Kauf an. Die Frau war aber skeptisch und fragte beim Zoll nach. Dort erfuhr sie, dass es nach aktuellem Recht streng verboten sei, mit Elfenbein zu handeln. Daraufhin fand eine Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten statt, die zwar nicht die Zähne zutage brachte, aber einen Teppich und eine Decke, die der auf dem Bild glichen.

Der Angeklagte bestritt die Tat trotz der Texte und Voicemails auf dem Handy der Frau. Aus seiner Sicht waren das Fälschungen und er sollte reingelegt werden. Ein Diebstahl konnte ihm nicht nachgewiesen werden, da die Frau mit der Trophäenkammer nicht sagen konnte, ob in ihrer Sammlung Stoßzähne fehlen. Ihr Mann habe über 100 davon gehabt, sie habe sie nicht gezählt. Inzwischen seien sie vererbt – eine der wenigen legalen Arten, solche Elfenbeinzähne loszuwerden.

Richter Marcel Dumke verurteilte den Angeklagten für versuchten Handel mit Teilen eines durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützten Tieres zu 8 400 Euro Strafe.