Sondersitzung zur Kaiser-Therme in Bad Abbach – hinter verschlossenen Türen

Findet sich für die Kaiser-Therme ein privater Investor? Diese Frage treibt Bad Abbach seit Monaten um. Ohne Geldgeber steht das Kurbad vor dem Aus. Nun kommt der Marktrat zu einer Sondersitzung zusammen. Sie findet hinter verschlossenen Türen statt. Es geht um den Verkaufsprozess – mehr dringt nicht nach außen.
Die Kaiser-Therme ist ein Sanierungsfall für 52 Millionen Euro. Diese Zahl verkündete der Zweckverband Kurmittelhaus Bad Abbach vor über einem Jahr. Und begründet mit dafür fehlenden Finanzmitteln den Ausstieg als öffentlicher Träger spätestens mit September 2026. Übernehmen soll ein privater Investor, der jedoch noch nicht gefunden ist.
Aktuell läuft ein Verkaufsprozess, in dem mögliche Interessenten – die Rede ist bis dato von drei bis fünf – ihre Offerte einbringen können. Attraktiv wird die Kureinrichtung durch umliegende Grundstücke, die bebaut werden könnten.
Am Dienstag, 15. Juli 2025, kommt der Marktrat in Bad Abbach zu einer Sitzung in Sachen Kaiser-Therme zusammen. Die Kommune schultert wie der Bezirk Niederbayern und der Landkreis Kelheim den Zweckverband. Den Termin in der nächsten Woche bestätigt Bürgermeister Benedikt Grünewald auf Anfrage der Mediengruppe Bayern.
Keine Info auf der Gemeindehomepage
Auf der Gemeindehomepage steht für diesen Tag eine Sitzung des Bau- und Planungsausschusses um 18.30 Uhr im Kalender. Die anschließende Sondersitzung ist nicht aufgeführt. Von ihr und dem Tagesordnungspunkt Kaiser-Therme erfuhr unsere Zeitung aus anderen Quellen.
„Wie schon immer kommuniziert, soll demnächst das Verfahren zum Verkauf der Kaiser-Therme starten. Wie ich ebenso immer zugesichert habe, wird der Marktgemeinderat über alle Details zuvor umfassend informiert und gegebenenfalls erforderliche Beschlüsse fassen“, erklärt Grünewald. Dies erfolge in der nichtöffentlichen Sitzung am 15. Juli 2025. „Hierzu haben die Marktgemeinderäte zusammen mit der Ladung eine umfassende Beschlussvorlage erhalten, die über alle Details informiert“, ergänzt er.
Bürgermeister: Geheimhaltung hat rechtliche Gründe
Zu den Gründen für eine Sitzung hinter verschlossenen Türen erläutert der Bürgermeister: Es liege nicht daran, „dass ich der Öffentlichkeit Informationen vorenthalten möchte“. Im Gremium würden aber Details des Vergabeverfahrens sowie einzelne Vergabeunterlagen vorgestellt. „Ein Bekanntwerden der Unterlagen oder deren Inhalte würde das nachfolgende Vergabeverfahren anfechtbar machen mit der Folge, dass womöglich kein rechtssicherer Verkauf stattfinden kann.“
Dies könne den Weiterbetrieb der Therme und den Erhalt der Arbeitsplätze gefährden. Grünewald bittet daher um Verständnis, „dass ich zu den einzelnen Inhalten der Sitzung aus rechtlichen Gründen keine weiteren Angaben machen darf“.
Rätselraten um Gutachten
Die Frage unserer Zeitung, ob auch das Wertgutachten vorgestellt wird, das der Zweckverband in Auftrag gab, bleibt damit unbeantwortet. Die Expertise soll den Wert von Kaiser-Therme, Tiefgarage und der umliegenden Areale beziffern, um einen Richtwert für den Verkaufserlös zu erhalten.
Schon Anfang Mai hatte die Aktionsgruppe „ProTherme“, die den Erhalt des Kurbads in öffentlicher Hand fordert, eine mögliche Geheimhaltung kritisiert. „Das Verschweigen der Ergebnisse aus dem Wertgutachten stellt eine Meinungsmanipulation dar. Wer informiert ist, der kann mitdenken – das ist offensichtlich hier nicht erwünscht“, erklärten Sprecher der Gruppe. Auch die Sitzung hinter verschlossenen Türen stößt auf Gegenwehr. Ein Statement will „ProTherme“ demnächst abgeben.