Kommt jetzt doch eine asiatische Restaurantkette an den Bahnhof?

Von Tanja Fenzl · 6. Juli 2025 um 15:15

Seitdem das Da Virginio am Chamer Bahnhof geschlossen ist, sucht die Deutsche Bahn nach einem Nachpächter für das Bahnhofsrestaurant. - Foto: Tanja Fenzl

Schon über ein halbes Jahr stehen die Gasträume im Chamer Bahnhofsgebäude leer. Seite dem Auszug des Da Virginio bleibt die Küche kalt. Jetzt bestätigt die Bahn: Es gibt Interessenten.

Eigentlich schaut es fast aus wie immer am Chamer Bahnhof – doch wer im Bahnhofsgebäude auf Speis und Trank hofft, wird enttäuscht. Auch über ein halbes Jahr nach dem Ende des italienischen Restaurants Da Virginio (wir berichteten) bleibt die Küche kalt, bleiben die geschmackvoll hergerichteten Gasträume leer.

Noch immer sucht die Deutsche Bahn nach einem Nachpächter für das Gastronomen-Ehepaar Hilde und Nino Orlandini, das Ende vergangenen Jahres aus gesundheitlichen Gründen die Reißleine ziehen und eines der wohl schönsten Bahnhofslokale schließen musste. Fast zehn Jahre lang hatten die beiden sich eine große Schar an treuen Stammkunden erarbeitet, weswegen sie auch auf eine Nachfolgelösung mit ähnlicher Küche hofften.

Deutsche Bahn bestätigt „konstruktive Gespräche“

Doch bisher bleiben die Lichter aus. „Der aktuelle Stand ist, dass wir weiterhin in sehr guten und konstruktiven Gesprächen mit einem potenziellen Mietpartner stehen“, heißt es auf Nachfrage unserer Mediengruppe bei der Bahn. Immerhin so viel kann die Unternehmenssprecherin verraten: Es sieht derzeit alles danach aus, als ob es mit dem Wunsch der Orlandinis nach einem Nachpächter mit ebenfalls mediterranem Einschlag nichts wird. Der Mietpartner „plant, ein Sushi-Restaurant im Bahnhofsgebäude zu eröffnen“, so die Sprecherin.

Das Konzept stoße auf großes Interesse und würde „eine attraktive gastronomische Bereicherung für den Standort darstellen“, glaubt man bei dem Unternehmen, dem die Immobilie gehört. Warum sich die Verhandlungen in die Länge ziehen? „Die Umsetzung eines solchen Vorhabens erfordert eine sehr sorgfältige Planung, da insbesondere gastronomische Betriebe an deutlich gestiegene technische und bauliche Anforderungen gebunden sind.“

Vorgaben für asiatische Küchen komplex

Diese Vorgaben machten die Vorbereitungsphase entsprechend komplex und zeitintensiv. Denn mit einem Nachmieter mit asiatischer Küche hatte die Bahn bereits Ende vergangenen Jahres verhandelt, sogar ein Termin zur Vertragsunterzeichnung Anfang Dezember war damals bereits fix, hatte sich dann aber zerschlagen. Dem Vernehmen nach hatte es sich bei dem damaligen Verhandlungspartner um eine asiatische Restaurantkette im Bereich Sushi mit Filialen unter anderem in Landshut und Regensburg gehandelt. Ob es sich bei dem derzeitigen Verhandlungspartner um denselben handelt, lässt die Bahnsprecherin offen. „Wir sind jedoch zuversichtlich, gemeinsam mit dem Mietinteressenten eine tragfähige Lösung zu finden, um das Projekt erfolgreich realisieren zu können.“

Den Orlandinis zufolge könnte es sich bei den erwähnten Vorgaben unter anderem um Lösungsmöglichkeiten für eine bessere Versorgung der Küche mit Gas handeln – in asiatischen Küchen wird vornehmlich mit Gas-Wokbrennern gekocht. Dafür wäre am Chamer Bahnhof wohl die Verlegung von neuen Leitungen notwendig.

Bei der Stadt Cham zeigt man sich über den neuen Leerstand wenig glücklich. Bürgermeister Martin Stoiber betont: „Das Bahnhofs-Restaurant war immer eine schöne Location, und die aktuellen Entwicklungen sind zu bedauern.“