Regensburg bleibt ein robuster Wirtschaftsstandort

Der Regensburger Wirtschaft geht es insgesamt gut, auch wenn die Autozulieferer schwächeln, einige der Großunternehmen Jobs abbauen und die Arbeitslosenquote im Juni auf 4,7 Prozent hochgeschnellt ist. „Der Standort ist robust“, sagte Amtsleiter Toni Lautenschläger am Donnerstag im Wirtschaftsausschuss des Stadtrats. Handlungsbedarf sieht er aber durchaus.
Die Hochvoltbatterie-Herstellung von BMW in der Leibnizstraße, die Projekte Energieareal Regensburg Ost (ERO+) und Regensburg West sollen den Standort stärken. ERO+ strebt die Direktversorgung von Industrieunternehmen mit Photovoltaikstrom und Wärme im Osten an. Das Energieareal West zielt ab auf die klimaneutrale Versorgung des Westens. Im Zentrum steht ein innovatives Energiekonzept.
Fokus auf Sicherheitsthemen
„Regensburg ist nach wie vor auch im Produktionsbereich wettbewerbsfähig“, sagte Wirtschaftsförderer Lautenschläger. In Burgweinting-Ost und in Haslbach erweitern einige Unternehmen. Details verrät die Stadt nicht, weil der Prozess noch im Gange ist. Bei den Start-ups in der TechBase arbeiten 715 Gründer und Spezialisten. Das Innovationszentrum ist fast ausgelastet. Beinahe zwei Drittel der Start-ups bleiben auf dem Markt.
Es gibt weitere positive Entwicklungen: In Regensburg verdienen laut Arbeitsagentur fast 135 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ihr Geld. Lautenschläger betonte: „Die Zahl der Arbeitsplätze hat zugelegt.“ Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (iab) erwartet für Bayern ein weiteres Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 0,3 Prozent, für Regensburg um 1,3 Prozent.
Auch bei den Gewerbesteuereinnahmen der Stadt sieht es gut aus. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, die die Sitzung leitete, erwartet erneut in etwa dieselbe Summe wie 2024. Damals waren es 226 Millionen Euro. Allerdings räumte sie ein: „Wir wissen nicht genau, wie sich die Beschlüsse der neuen Bundesregierung auf Regensburg auswirken.“
Ein neues Thema ist Smart Defence (Intelligente Verteidigung). „Daran hat die Wirtschaft Interesse“, sagte Toni Lautenschläger. Es geht um die Frage, welche Sicherheitsthemen und -technologien für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort relevant sind und wie die Stadt vernetzen sowie unterstützen kann. Die Auftaktveranstaltung in der TechBase ist auf großes Interesse gestoßen. Aus Datenschutzgründen nennt die Wirtschaftsförderung keine Unternehmen.
Bei der Zahl der Start-up-Gründungen haben wir den zweiten Platz in Bayern erreicht.
Toni Lautenschläger, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Wissenschaft
Die Nachfrage nach Büroflächen stagniert. Auch neue Gewerbeimmobilien wie der ursprünglich für Vitesco gebaute Riegel mit knapp 28 000 Quadratmetern an der Osttangente stehen leer. Ausschussmitglied Kathrin Fuchshuber (CSU) fragte, ob die Wirtschaftsförderung internationale Unternehmen anwerbe. Toni Lautenschläger betonte: „Wenn wir mitkriegen, dass Firmen in Deutschland suchen, melden wir uns.“ Anfragen internationaler Unternehmen kämen über Invest in Bavaria, die Ansiedlungsagentur des Freistaats, oder die Partnerstädte. Doch 95 Prozent der Standortdynamik resultiere aus Firmen vor Ort, die erweitern. „Deshalb kümmern wir uns intensiv um sie.“
Die Industriearbeitsplätze werden weniger, während Handwerk, Pflegeeinrichtungen, der Bildungsbereich und der Gesundheitssektor laufend nach Fachkräften Ausschau halten. Helene Sigloch wollte wissen, was die Kommune gegen den Fachkräfteengpass unternehme. Gabriele Opitz (FDP) regte an, ausländische Pflegekräfte anzuheuern. Es gibt regelmäßige „Entscheider-Frühstücke“. Dabei erarbeiten Personalchefs der mittelständischen Unternehmen und Vertreter der Stadt Lösungen.
Zu viele Leerstände
Damit Hochqualifizierte, die von den Großunternehmen freigesetzt wurden, in Regensburg bleiben, ist der „Jobkreisel“ ins Leben gerufen worden. „Wir versuchen, intern auf einem ungewöhnlichen Weg zu vermitteln“, erklärte Toni Lautenschläger. Die Stadt versucht, internationale Arbeitskräfte zu bekommen. Bei den Ingenieuren gelingt das. In der Gastronomie sei es schwieriger. Nun will man ausländische Pflegekräfte gewinnen.
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Der Einzelhandel in der Altstadt beobachtet nach wie vor eine gewisse Kaufzurückhaltung. Die Leerstandsquote betrug vor der Schließung der Galeria knapp sieben Prozent. Eine neue Erhebung wurde durchgeführt. Diese befindet sich laut Dr. Jan-Erik Beuttel, stellvertretender Amtsleiter für Wirtschaft und Wissenschaft, in der Auswertung.
Ausschussmitglied Florian Rottke (Brücke) bemängelte die zahlreichen langwierigen Leerstände am Neupfarrplatz. Toni Lautenschläger sagte, dafür seien oft die Eigentümer verantwortlich. „Frequenz im Welterbe ist der Stadt extrem wichtig.“