Rallyefahrer aus Neunburg holt Platz Drei: Abenteuer hatte ernsten Hintergrund

Von David Santl · 4. Juli 2025 um 17:00

Fünf Tage, sechs Länder, 1500 Kilometer - alles für den guten Zweck: Peter Gräßl (46) aus Neunburg (Landkreis Schwandorf) nahm an einer Charity-Rallye durch die Alpen teil. Während andere zum Spaß unterwegs waren, gingen er und sein Kompagnon mit einem ernsten Hintergrund ran. Sie wollten Spenden für Menschen in Krisen sammeln. Abenteuerliche und lustige Momente gab es trotzdem genug.

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Teilweise waren es 14 Stunden am Tag. Oft ohne richtige Pause. Sie fuhren in der Hitze, im Schnee, bei Hagel. Sie meisterten unzählige Serpentinen, Bergpässe und waren mit ihrem Mini Cooper sogar in 2900 Metern Höhe unterwegs – auf der höchsten Straße Europas. Am Ende der strapaziösen fünftägigen Charity-Rallye durch die Alpen steht für Peter Gräßl (46) aus Neunburg und seinem guten Freund Richard Schwarzfischer aus dem Landkreis Cham eine kleine Sensation: Sie wurden Dritter – bei über 100 Teilnehmern aus ganz Europa.

„Es war mega. Alles war wahnsinnig gut organisiert, wir hatten keine technischen Probleme und die Aufgaben, die wir lösen mussten, waren super“, schwärmte Peter Gräßl am Freitag, als er auf dem 1100 Kilometer langen Rückweg aus Südfrankreich Zeit für ein Telefoninterview hatte.

Die Vorgeschichte lesen Sie hier: Neunburger Peter Gräßl nimmt an einer Charity-Rallye teil – Spenden fürs Kinderpalliativteam

Dort erreichten er und Schwarzfischer in ihrem Mini am Donnerstag das Ziel der Charity-Rallye „European Mountain Summit“ in der Nähe der Stadt Antibes an der Mittelmeerküste. Im Gepäck hatten sie nicht nur die drittmeisten Punkte aller Teilnehmer, sondern auch über 30 000 Euro an Spenden. Zum Vergleich: Insgesamt sammelten alle Rallye-Teilnehmer 70 000 Euro. „Wir hoffen darauf, dass wir noch 35 000 Euro zusammenbekommen. Dann käme die Hälfte aller gesammelten Spenden von uns beiden“, sagt der Neunburger Unternehmer für Sicherheitstechnik.

Stolze dritte Sieger bei der offiziellen Ehrung. - Foto: Gräßl

Dass ein einziges Team derart hohe Spenden sammelt, hat es laut Gräßl bei einer derartigen Rallye wohl noch nie gegeben. Normalerweise stehe das gegenseitige Kennenlernen und Spaß haben bei einer Rallye im Vordergrund. Die Intention von Gräßl und Schwarzfischer war aber eine andere. „Bei uns hat es einen ernsten Hintergrund. Wir wollen soziale Zwecke unterstützen und sind darum bei der Rallye mitgefahren.“ Gräßl unterstützt mit den Einnahmen das Kinderpalliativteam Ostbayern in Amberg und Schwarzfischer die Krisenintervention und Notfallseelsorge im Landkreis Cham.

Kranken Kindern letzte Wünsche erfüllen

Die eingenommene Summe geht je zur Hälfte an beide Einrichtungen. Warum stellen die beiden den Spenden-Aspekt bewusst in den Vordergrund? Gräßl kennt den Chefarzt Dr. Andreas Fiedler vom Kinderpalliativ-team sehr gut. „Und Kinder, die nicht einmal die Chance haben, richtig ins Leben zu kommen, liegen mir am Herzen. Es geht mir nicht in den Kopf, dass schon Kinder todkrank sein müssen“, sagt der Neunburger. Er möchte, dass ihnen dann wenigstens letzte Wünsche erfüllt werden.

Challenge der besonderen Art: Ein Bild mit einem Gendarm. - Foto: Gräßl

Mit der Rallye haben sich die beiden eine sehr erlebnisreiche Art ausgesucht, um ihre Anliegen zu unterstützen. Denn um so viele Punkte wie möglich zu sammeln, mussten die beiden verschiedene Aufgaben lösen, die auf Englisch in ihrem „Roadbook“ aufgeführt waren. „Das ist schon komplex. Du musst einfallsreich sein und viel planen, um so viele Punkte wie möglich mitzunehmen“, erzählt er.

Manchmal musst du eben tricksen

Peter Gräßl, der Rallye-Fahrer musste viele Challenges meistern

Denn die volle Punktzahl zu bekommen, sei ohnehin unmöglich. Die beiden haben es aber trotzdem geschafft, zahlreiche verrückte Aufgaben zu meistern. Zum Beispiel sollten sie einen Gendarm in ihrem Auto sitzen lassen.

Ein Picknick mit anderen Teilnehmern gehörte auch dazu. - Foto: Gräßl

Darauf konnte sich ein Polizist in der Schweiz zwar nicht einlassen, für ein Foto, auf dem er sich ins Auto beugt, gab es die Punkte aber trotzdem. „Manchmal musst du eben tricksen“, sagt Peter Gräßl. Außerdem bauten die beiden einen Schneemann im Gebirge oder veranstalteten Picknicks mit anderen Rallye-Teilnehmern. Je nach Schwierigkeitsgrad gab es unterschiedlich viele Punkte.

Eine der größten Herausforderungen dürfte ein Foto von der Formel-1-Strecke gewesen sein, die mitten durch Monaco führt. „Da ist ja viel los. Da kannst du nicht einfach stehen bleiben. Also haben wir eine Motorpanne vorgetäuscht“, verrät Gräßl und lacht.

Eine Tour für den guten Zweck:

• Daten: Die Rallye „European Mountain Summit“ startete am vergangenen Sonntag in Salzburg und führte durch sechs Länder. Die Teilnehmer passierten den Großglockner und Nizza und mussten auch Schotterwege fahren. Vorgaben für Zeit und Strecken gab es nicht. Autobahnen und Navis waren aber nicht erlaubt.

• Versteigerung: Dass ein Auto versteigert wird, ist selten. Der Erlös ist im 35 000-Euro-Ziel enthalten. Die Auktion läuft bis Sonntag, 16 Uhr unter auktionen-schwarzfischer.de. Spenden-Link: betterplace.org/de/fundraising-events/49729-gprs_charityracing-we-race-for-the-good-things.