Rallye-Fahrer aus Neunburg muss in den Alpen verrückte Aufgaben lösen

Auf über 2000 Metern Höhe ist man nicht nur dem Himmel ein Stück näher, sondern auch der glühend heißen Sonne. Diese Erfahrung hat Peter Gräßl (46) aus Neunburg schnell gemacht.
Seit Sonntag sind er und sein guter Freund Richard Schwarzfischer aus dem Landkreis Cham 1500 Kilometer mit einem Mini Cooper quer durch die Alpen unterwegs – und das für den guten Zweck. Sie nehmen an der Charity-Rallye „European Mountain Summit“ teil und sammeln Spenden für zwei Einrichtungen: Gräßl für das Kinderpalliativteam Ostbayern mit Sitz in Amberg und Schwarzfischer für die Krisenintervention und Notfallseelsorge im Landkreis Cham.
Dafür nehmen die beiden einige Strapazen in Kauf. „Die Hitze ist der Wahnsinn. Wir haben hier oben 30 bis 36 Grad. Und so weit oben in den Alpen ist die Sonne noch stärker“, erzählt Peter Gräßl. Gerade in den Mittagsstunden bleibt das Cabrio-Dach darum lieber zu. Trotzdem macht die Hitze den beiden nichts aus. Am Sonntag sind sie in Salzburg gestartet. Ihr Ziel ist am 3. Juli Südfrankreich.

Oft an der Leistungsgrenze
Bis jetzt laufe alles wunderbar, sagt Gräßl. Schließlich hätten sie eine vergleichsweise kurze Anreise gehabt und auch ihr Rallye-Auto sei mit 20 Jahren eines der jüngeren Modelle. „Andere kommen bis aus den Niederlanden oder haben schon 70 Jahre alte Autos“, erzählt Gräßl. Das sei oft sehr an der Leistungsgrenze. „Denn du fährst ja quer durch die Berge.“ Je älter das Auto, desto mehr Extrapunkte gibt es dafür.
Das Punktesammeln ist ohnehin ein zentraler Bestandteil der Rallye. Und diese Punkte verteilt die Rennleitung nicht einfach so, sondern hat sich einige kreative Ideen einfallen lassen. Die Teilnehmer müssen mit Fotos beweisen, dass sie es mit den Autos bis zu den Gipfeln geschafft haben und sie müssen jeden Tag verschiedene Challenges meistern.
Einen echten Bernhardiner-Hund finden
Zum Beispiel mussten sie mit einem Rennradfahrer vorübergehend die Gefährte tauschen – auf mindestens 1500 Metern Höhe. Ein Foto von einem echten Bernhardiner-Hund neben dem Auto gehört ebenfalls zu den Aufgaben. Oder man fragt einen Polizisten oder eine Nonne, ob sie mit auf eine Tour im Rallye-Fahrzeug wollen. Kurzum: „Du darfst dir für nichts zu schade sein“, konstatiert Gräßl.
Auf ihrer Rallye durchqueren die beiden sechs Länder. Am Montag stand die Gegend bei Bozen auf dem Tourplan und am Dienstag die Lombardei, Graubünden und die Region Piemont. Ein Navi dürfen die beiden übrigens nicht benutzen, ebenso wenig eine Autobahn. „Dadurch ist es schon anstrengend“, sagt Gräßl.
Spenden sind erwünscht
Denn auch die Frage nach der Übernachtung stelle sich. Trotzdem wollen die beiden die Rallye so gut wie möglich absolvieren und so viele Spenden wie möglich sammeln. Über 20 000 Euro haben sie schon geschafft. Zudem wird das Rallye-Auto versteigert. Die Erlöse gehen ebenfalls an das Kinderpalliativteam und die Notfallseelsorge.
Spenden sind unter www.betterplace.org/de/fundraising-events/49729-gprs_charityracing-we-race-for-the-good-things möglich.