Neunburger Peter Gräßl nimmt an einer Charity-Rallye teil – Spenden fürs Kinderpalliativteam

Von Jan Lange · 25. Juni 2025 um 17:00

Oldtimer ziehen die Blicke magisch an. Wenn mehrere Veteranen der Straße unterwegs sind, ist das zweifellos ein Ereignis. Ab dem 29. Juni werden sich einige Dutzend ältere Fahrzeuge auf eine 1500 Kilometer lange Tour quer durch die Alpen begeben. Mittendrin ist der Neunburger Peter Gräßl. Der 46-jährige Unternehmer aus dem Landkreis Schwandorf nimmt aber nicht nur aus Spaß teil – er will damit einen guten Zweck unterstützen.

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Peter Gräßl kennt man in Neunburg als Unternehmer für Sicherheitstechnik. Seit mehr als 20 Jahren installiert seine Firma GP finest solution Videoüberwachungen, Alarmtechnik oder Videotürsprechanlagen. Er versorgt Gebäude ebenfalls mit Zutrittstechnik – so auch die Erlebnisholzkugel am Steinberger See. Der Birkenhof im Neunburger Ortsteil Hofenstetten hatte ebenso bereits auf die Erfahrung von Peter Gräßl gesetzt.

Hilfe für zwei Einrichtungen

In seiner Freizeit ist der Unternehmer seit Jahren ein begeisterter Rallye-Fahrer. Er war beispielsweise regelmäßig bei der Regensburg Classic Rallye dabei. Gräßl hat auch selbst Fahrten organisiert. Nun kann er seine Leidenschaft mit einem guten Zweck verbinden. Denn mit der Rallye European Mountain Summit sollen Spenden für zwei Einrichtungen gesammelt werden: das Kinderpalliativteam Ostbayern mit Sitz in Amberg und die Krisenintervention und Notfallseelsorge im Landkreis Cham. Die eingenommene Summe soll je zur Hälfte an beide Einrichtungen gehen.

Er kennt Chefarzt Dr. Andreas Fiedler vom Kinderpalliativteam sehr gut, erzählt der Neunburger. Zudem sei ihm, so Gräßl weiter, die ambulante Versorgung schwerstkranker Kinder und Jugendlicher, wie sie vom Kinderpalliativteam geleistet werde, wichtig. „Kinder, die schwer krank sind, brauchen in diesen Zeiten besondere Aufmerksamkeit, medizinische Versorgung und liebevolle Unterstützung“, findet der Neunburger. Deshalb will er die Einrichtung mit einer möglichst hohen Spendensumme unterstützen.

Das Gleiche gilt auch für die Notfallseelsorge im Landkreis Cham. Sie liegt Richard Schwarzfischer am Herzen, der zusammen mit Peter Gräßl an der Rallye teilnimmt. Der Rodinger hat einige Erfahrungen mit den Notfallseelsorge. Nach persönlichen Schicksalsschlägen war sie bei seiner Familie sofort zur Stelle und gab ihnen in der schwierigen Situation Halt. „Dadurch wurde uns bewusst, wie wichtig solche Hilfsorganisationen sind“, meint Richard Schwarzfischer. „Mit dieser Aktion wollen wir nun ihre Arbeit unterstützen.“

Peter Gräßl und Richard Schwarzfischer kennen sich schon lange und haben auch einige Rallyes zusammen gemeistert. Bereits im Vorjahr hatten die Beiden geplant, an der Tour quer durch die Alpen teilzunehmen. Aufgrund der persönlichen Schicksalsschläge musste die Idee verworfen werden. Ein Jahr später wollen die beiden Freunde sie nun umsetzen.

Richard Schwarzfischer und Peter Gräßl (r.) kennen sich schon lange. - Foto: Gräßl

Hinter der 1500 Kilometer langen Rallye steht der Superlative Adventure Club, der von zwei Hamburgern geleitet wird. Der Club organisiert verschiedene Rallyes, unter anderem durch Skandinavien. Die zwei Rallye-Liebhaber haben sich für die Alpen-Tour entschieden, weil sie die kleinste ist. „Im vergangenen Jahr bin ich die Malaga-Rallye mit rund 4000 Kilometern Länge gefahren. Nach der Hälfte musste ich abbrechen, weil der Motor gestreikt hatte“, erzählt Gräßl.

Kein Navi oder GPS erlaubt

Das soll auf der Tour quer durch die Alpen möglichst nicht passieren. Auch deshalb haben sie sich für die „kurze“ Strecke entschieden. Gestartet wird am 29. Juni in Salzburg. Von dort geht es fünf Tage durch sechs Länder, unter anderem durch die Großglocknerregion, die Dolomiten und das Piemont. Ziel ist am 3. Juli Südfrankreich. Dabei dürfen die Teilnehmer kein GPS und kein Navi benutzen und auch auf keiner Autobahn fahren. „Das wird nicht leicht“, ist sich der Neunburger bewusst. Er und sein Kompagnon wollen die Charity-Rallye, bei der jeder Teilnehmer einen eigenen Spendenzweck hat, mit einem Mini Cooper S absolvieren. Der sieht auf den ersten Blick gar nicht wie ein Oldtimer aus – ist aber schon 20 Jahre alt und hat 100 000 Kilometer auf dem Tacho, wie Gräßl erklärt.

In den vergangenen Wochen haben die Beiden bereits ordentlich die Werbetrommel gerührt und eine ganze Reihe Sponsoren gewonnen. Mehr als 20 Firmen haben die Aktion schon mit einer größeren Summe unterstützt. Gräßl und Schwarzfischer haben vor allem Unternehmen aus dem Schwandorfer, Chamer und Amberger Raum gewonnen, da diese auch eine Verbindung zu den Einrichtungen haben, denen geholfen werden soll. „Aktuell ist bereits eine fünfstellige Summe zusammengekommen“, berichtet Gräßl. Natürlich kann weiterhin gespendet werden – jeder Euro ist für den guten Zweck willkommen, meint der 46-Jährige. Auf der Spendenplattform Betterplace kann jeder seinen gewünschten Betrag eingeben und Aktion unterstützen.

Das Rallye-Fahrzeug soll ebenfalls für den guten Zweck versteigert werden. Ab sofort kann jeder mitbieten. Die Versteigerung beim Auktionshaus Schwarzfischer läuft noch bis zum 6. Juli, 16 Uhr. Richard Schwarzfischer weist darauf hin, dass das Fahrzeug vom Ersteigerer in Roding abgeholt werden muss. Auch dieser Betrag wird zu 100 Prozent an die beiden Einrichtungen gehen.

Die Aktion

• Spendenlink:www.betterplace.org/de/fundraising-events/49729-gprs_charityracing-we-race-for-the-good-things

• Spendenempfänger: Kinderpalliativteam des Klinikums St. Marien Amberg sowie die Krisenintervention und Notfallseelsorge im Landkreis Cham

• Rallye-Strecke: Der Start ist in Salzburg, das Ziel in Südfrankreich. Fünf Tage geht es 1500 Kilometer durch sechs Länder.

• Bedingungen: Die Teilnehmer dürfen kein GPS, kein Navi und keine Autobahn benutzen. Das Fahrzeug muss mindestens zehn Jahre alt sein.