Tödlicher Schluck Schampus: Staatsanwaltschaft Weiden erhebt Anklage

Von Isolde Stöcker-Gietl · 4. Juli 2025 um 14:00

Ein 52-Jähriger wollte mit seinen Freunden in einem Restaurant in Weiden feiern und starb nach wenigen Schlucken an einer Liquid-Ecstasy-Vergiftung. Jetzt soll sich ein 45-jähriger Niederländer dafür vor Gericht verantworten. Er war wohl der Logistiker in der Drogenhändler-Bande.

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Das in einer Champagner-Flasche versteckte Bestäubungsmittel MDMA – Wirkstoff der bekannten Droge Liquid Ecstasy – hat im Februar 2022 einen 52-jährigen Mann in Weiden das Leben gekostet. Über drei Jahre danach hat nun die Staatsanwaltschaft Weiden Anklage gegen einen 45-jähriger Niederländer erhoben. Ihm wird die Mitgliedschaft in einer in den Niederlanden agierenden Tätergruppierung vorgeworfen, die die Droge in großen Mengen zum gewinnbringenden Absatz produzierte. Der Beschuldigte soll dabei die Aufgaben eines Logistikers übernommen haben.

Der Todesfall an einem Samstagabend in Weiden hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht. Acht Freunde hatten die 3-Liter-Flasche „Moët & Chandon Ice Impérial in einem Restaurant bestellt, wollten damit auf die Teilnahme eines Bekannten in einer TV-Kuppelshow anstoßen. Doch der Abend endete in einer Tragödie. Ein 52-jähriger Projektmanager starb nach wenigen Schlucken, sieben seiner Freunde mussten in Kliniken mit Vergiftungserscheinungen behandelt werden.

Drogen in einer Lagerhalle aufbewahrt

Nun vermeldet die Staatsanwaltschaft Weiden, dass die Recherchen im In- und Ausland abgeschlossen seien. Die Ermittler kommen zu dem Ergebnis, dass der Niederländer, der mit Europäischem Haftbefehl ausgeliefert wurde und seit September 2024 in Untersuchungshaft sitzt, die Drogen in einer Lagerhalle im Raum Arnheim aufbewahrt haben. Dass die Flasche von dort in die Gastronomie gelangte, sei dem Beschuldigten anzulasten, so die Anklagebehörde.

Noch sechs weitere Champagnerflaschen gefüllt mit reinem MDMA wurden im Anschluss sichergestellt, heißt es in der Pressemitteilung von Freitag. Die Anklage lautet auf bandenmäßigem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung und Körperverletzung.