Rodings Freibad-Liebe neu entfacht: 30.000 Besucher in rund zwei Monaten

„Es macht deutlich mehr Spaß, hier hochzukommen, wenn der Betrieb wieder läuft und die Besucher Spaß haben, als in den zwei Jahren Baustelle“, blickt sich Manfred Janker, Kaufmännischer Vorstand der Städtischen Betriebe, zufrieden im generalsanierten Platschare um, wo die Gäste schwimmen, sich im Schatten entspannen oder in der Gastronomie ein Eis beziehungsweise ein kühles Getränk genießen. Bei den Gästen kommt das „neue“ Freibad sehr gut an, etwa 30 000 Besucher wurden seit der Wiedereröffnung am 1. Mai gezählt. Die Reaktionen seien grundsätzlich sehr positiv, freut sich Janker.
Wetter spiele vor allem in Pfingstferien nicht mit
Am Tag der Eröffnung hatte das Wetter noch mit Besuchern und Ehrengästen gestrahlt, wie auch in dieser Woche. Zwischendrin sah es aber anders aus, besonders wenn in den Pfingstferien die Witterung zu einem Freibad-Besuch eingeladen hätte, wären schon weit mehr Gäste gekommen, ist sich Janker sicher.
Das Potenzial habe sich etwa an einem sonnigen Sonntag gezeigt, als 2300 Besucher ins Platschare strömten. „Im Mai ist es mit dem Wetter immer ein wenig Glückssache“, sagt der Vorstand, der aber weiter auf einen „Freibad-Sommer“ hofft. In Anbetracht der Temperaturen, die es gegeben habe, sei der Wert von 30 000 Gästen aber ein sehr guter, unterstreicht er.
Viele neue Attraktionen
Die Besucher dürfen sich über viele neue Attraktionen wie die beiden Rutschen oder das große Kinderland freuen, der Charme des Platschare mit seinen großen Liegewiesen mit viel Schatten sei aber erhalten geblieben, dies würde von den Besuchern auch so bestätigt, sagt Janker. Deutlich mehr frequentiert ist jetzt etwa der Bereich, in dem Strandkörbe aufgestellt wurden: „Die werden sehr rege genutzt, vorher war dort wenig los.“
Bisher hat die Technik einen guten Dienst getan, berichtet der Vorstand, es würde aber auch noch mehr gehen: „Wir würden gerne sehen, wie es laufen würde, wenn mal die Marke von 3000 Gästen an einem Tag geknackt wird“, hätte er gerne einen „Härtetest“, dem er sehr zuversichtlich entgegensehen würde.
Man muss ausprobieren, was sich ändert, wenn man an kleinen Stellschrauben dreht.
Manfred Janker
Allerdings müsste sich auch das Personal an die Technik, die sehr modern und teilweise dadurch auch sehr anders als davor sei, gewöhnen. „Man muss ausprobieren, was sich ändert, wenn man an kleinen Stellschrauben dreht“, berichtet Janker.
„Probelauf“ in einigen Bereichen
Beim Energieverbrauch gebe es derzeit einen „Probelauf“. Das Wasser in den Becken auf die nötigen Temperaturen zu heizen, sei in kalten Mai-Nächten sehr energieintensiv gewesen, berichtet Janker. Zwar habe man mit dem Anschluss an die Fernwärme eine relativ günstige Energiequelle, allerdings gehen auch so bei viel Verbrauch die Kosten in die Höhe. In diesem Zusammenhang müsse auch geprüft werden, ob die momentanen Öffnungszeiten (an jedem Tag durchgängig von 9 bis 20 Uhr) langfristig sinnvoll seien, sagt Janker. Wie einige andere Abläufe auch werde dies in der ersten Saison getestet und geprüft, „nach den Erkenntnissen wird der Stadtrat dann die entsprechenden Entscheidungen treffen“.
Auch wenn das generalsanierte Freibad sehr gut ankommt, war der „Kummerkasten“, der am Eingang aufgestellt wurde, gut gefüllt mit Wünschen und Anregungen.
Weiterer Umbau steht an
„Dass bei einem neuen Bad nicht alles von Anfang an perfekt laufen kann, ist klar“, sagt Janker. Die Anregungen wurden geprüft und einige bereits umgesetzt, so seien fehlende Haken und Halterungen für Handtücher, Shampoos und Seifenhalter ebenso bereits angebracht worden wie Sitzplätze im Beckenbereich. Bei den Umkleidemöglichkeiten, der Schaffung von Unterstellmöglichkeiten für Kleidung sowie Fächern für Badesachen und Ähnlichem bat Janker, den zweiten Sanierungsabschnitt abzuwarten, wenn im Eingangsgebäude entsprechende Möglichkeiten „in ausreichender Anzahl“ geschaffen werden. „Da wird sich noch einiges ändern. Momentan passt die alte Umkleide auch nicht zum modernen neuen Rest, aber nach der Saison werden die Umbauarbeiten auch in diesem Bereich beginnen“, hofft Janker auf Verständnis und etwas Geduld der Besucher in diesem Bereich.

Umgebaut zur neuen Saison werde auch noch der Kassenbereich, um lange Wartezeiten (unter anderem auch für Jahreskartenbesitzer) zu verhindern. Bei vielen Anregungen werde beobachtet, wie sich die Sachlage entwickle, wenn der Badebetrieb eine Zeit lang laufe, würde sich auch vieles einspielen.
Personaltechnisch sei man derzeit gut aufgestellt, Interessierte könnten sich aber jederzeit bei den Städtischen Betrieben melden, sagt Janker. Bei einem großen Pool an Helfern könnten auch Spitzentage gut abgefangen werden.
Saison dauert voraussichtlich bis 30. September
Dauern wird die Saison vor-aussichtlich bis 30. September, danach öffnet auch das Hallenbad unter der Sporthalle der Realschule wieder. „Wenn das Wetter und die Prognosen schlecht sind, kann es auch sein, dass wir früher schließen“, sagt Janker – wie bisher auch schon. Auch wenn das Platschare nun moderner und schöner ist – ein Freibad bleibt trotzdem abhängig vom Wetter.