Bundesstraße 16 soll sicherer werden – Fertigstellung aber erst 2028

Von Jochen Dannenberg · 3. Juli 2025 um 11:00

Die B16 soll an mehreren Stellen ausgebaut werden. Ein Projekt rückt dabei jetzt in den Mittelpunkt der Planungen – der dreistreifige Ausbau der Bundesstraße zwischen LyondellBasell in Münchsmünster und der Anschlussstelle zur B300 im Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm. Dabei kommen auch auf Neustadt a.d. Donau Kosten zu.

Im Zuge dieser Maßnahme würde sich nämlich, erklärte Markus Witzgall vom Staatlichen Bauamt Ingolstadt unlängst im Neustädter Stadtrat, der Bau eines Einfädelungsstreifens an der Anschlussstelle Umbertshausener Weg anbieten. Was Markus Witzgall meinte, ist eine Einfädelungsspur in Richtung Ingolstadt. Die Einfädelung in Richtung Regensburg gibt es schon seit vielen Jahren.

Nur auf der gegenüberliegenden Seite müssen Fahrzeuge bei entsprechendem Verkehr auf der B16 abbremsen, um dann bei einer Lücke zu beschleunigen und in die Bundesstraße einzubiegen. Das stellt sich für Pkw zwar recht problemlos vor. Anders sei die Situation jedoch für Lkw und Lastzüge, betonte Bürgermeister Thomas Memmel in der Sitzung des Stadtrats. „Das stelle ich mir schwieriger vor“, sagte der Bürgermeister. Ein Lkw – noch dazu, wenn er beladen ist – beschleunigt deutlich langsamer als ein Pkw.

Heimat von Motherson

Lkw gibt es an dieser Stelle nicht wenige. Der Umbertshausener Weg ist nämlich auch die Adresse des Autozulieferers Motherson. Er beliefert Autohersteller in der Region unter anderem mit Stoßfängern und Türverkleidungen. Der Lkw-Verkehr bei Motherson ist so groß, dass vor etlichen Jahren eine „Wartespur“ für die „Könige der Landstraße“ neben dem Umbertshausener Weg eingerichtet wurde, damit die Lkw-Fahrer mit ihren Fahrzeugen nicht mehr am Straßenrand stehen und warten mussten.

Die neue Einfädelspur wird die Sicherheit an der B16 in Höhe des Umbertshausener Weges sicherlich erhöhen. Das Staatliche Bauamt Ingolstadt sieht daneben auch eine Erhöhung der Verkehrsqualität durch den Anbau eines dritten Fahrstreifens als Lückenschluss zwischen den bestehenden Abschnitten westlich Münchsmünster und der Landkreisgrenze von Pfaffenhofen a.d. Ilm zum Landkreis Kelheim. Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Bauamts Landshut ist die B16 östlich Münchsmünster bereits dreistreifig ausgebaut.

Schwaig ist Standort des Autozulieferers Motherson, einem der größten Unternehmen im Landkreis Kelheim. - Foto: Jochen Dannenberg

Für die Stadt Neustadt bedeutet die Maßnahme aber auch zusätzliche Ausgaben. Aufgrund des Bundesfernstraßengesetzes und der Straßenkreuzungsrichtlinien muss die Kommune einen Teil der Kosten übernehmen. Voraussichtlich handelt es sich dabei um 184.000 Euro. Insgesamt sind für den dreispurigen Ausbau 7,7 Millionen Euro eingeplant. Der Anteil der Stadt wurde deshalb „kostengünstige“ Zusatzmaßnahme deklariert. Fragen oder Anmerkungen hatten die Stadträte dazu keine, weshalb die neue Einfädelspur einstimmig beschlossen wurde.

Eine Fertigstellung der Baumaßnahme ist jedoch vermutlich nicht vor 2028 zu erwarten. Allein für die Genehmigungsplanung werde seitens der Ingolstädter Behörde eineinhalb Jahre veranschlagt. Für die Ausführungsplanung wird ein weiteres halbes Jahr und für den Bau schließlich ein weiteres Jahr kalkuliert.

Ausbau auch bei Vohburg

Weiter westlich von Münchsmünster soll die B16 ebenfalls auf drei Spuren erweitert werden. Im Bereich Birkenheide bei Vohburg a.d. Donau sollen die beiden schon bestehenden dreistreifigen Fahrbahnen, jeweils vom Gewerbegebiet Ilmendorf und von Münchsmünster her, bis zu einem Zusammenschluss verlängert werden.

Auch hier geht es um die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Der bestehende dreispurige Ausbau gilt als zu kurz, die Trasse aber als gut einsehbar, was zu riskanten Überholmanövern verleite. Unfälle, hieß es dazu vor kurzem im Vohburger Stadtrat, seien zwar relativ selten, wegen der hohen Geschwindigkeiten aber umso schwerer.

Von Motherson werden mehrere große Autohersteller in der Region beliefert. Entsprechend groß ist das Aufkommen an Lkw. - Foto: Jochen Dannenberg