Fans sagen, warum sie hier einkaufen - „Beste Leberkassemmeln von ganz Europa“

Einkaufen auf dem Wochenmarkt war einst völlig normal. Wer Lebensmittel brauchte, ging auf den Markt. Inzwischen müssen die althergebrachten Bauern- und Wochenmärkte gegen die Konkurrenz der Supermärkte und Discounter ankämpfen. Dabei gibt es gute Argumente für den Besuch auf dem Wochenmarkt. Einige Kunden des Bad Gögginger Bauernmarkts verrieten der Mittelbayerischen, warum sie ausgerechnet hier einkaufen.
Für sie hätte es die Werbekampagne des Landwirtschaftsministeriums, die am Freitag im Kurort gestartet wurde, nicht gebraucht. Unter dem Titel „Entdecke die Vielfalt deiner Region“ will das Ministerium den Menschen im Freistaat zum vermehrten Einkauf auf den klassischen Bauernmärkten locken. „Es ist eine Wanderausstellung, deren Auftakt in Bad Gögging stattfindet“, erklärt Dr. Anja Hensel-Lieberth aus dem Landwirtschaftsministerium in Gegenwart von Politikern, Vertretern des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Abensberg sowie Produktköniginnen aus der Region.
„Es ist eine Aktion, mit der wir die Verbraucher für regionale Lebensmittel und geprüfte Qualität sensibilisieren wollen.“ Dabei gehe es auch um Genuss. Passend dazu wurden denn auch Rezepte für traditionelle bayerische Gerichte wie Bayrisch Kraut, Rumfordsuppe und Scheiterhaufen verteilt.
„Fast jeden Freitag da“
Walter Meltschoch aus Neustadt a.d. Donau hätte die Rezepte nicht gebraucht. Er ist schon seit langem ein Fan des Bad Gögginger Bauernmarktes. „Zum Bauernmarkt fahre ich gerne, weil es gute Spezialitäten gibt“, sagt er und zählt auf, was für ihn wichtig ist: „Selbst gebackene Kuchen, mal eine andere Wurst wie bei uns.“ Für Walter Meltschoch ist klar: „Ich bin fast jeden Freitag da.“

Den Bauernmarkt auf dem Parkplatz der Limes-Therme gibt es bereits seit 29 Jahren. Er gehört damit zu den alten Märkten in der Region. Auch Peter Wutzer wohnt im Nachbarort Heiligenstadt und ist hier Stammkunde. Er stellt fest: „Beim Bauernmarkt gibt es eine hervorragende Ware. Und ich bin zuhause im Homeoffice, wie es so schön heißt. Irgendwie muss ich mich da ja ernähren und hier gibt es die besten Leberkassemmeln von ganz Europa.“
Elisabeth Schottenhammer, stellvertretende Vorsitzende des Tourismusverbandes Bad Gögging, bekennt: „Der Bauernmarkt von Bad Gögging ist eine kleine, aber feine Einrichtung. Es gibt hier sehr viele regionale Produkte. Man hat keine weiten Wege. Ich persönlich fahre mit dem Fahrrad runter und nehme die Sachen mit, die ich fürs Wochenende brauche. Ich finde das saisonale Angebot einfach unterstützenswert.“

Elisabeth Schottenhammer betont: „Es ist eine tolle Sache, dass es bei uns am Ort eine solche Möglichkeit gibt. Und ich spreche auch für unsere Kurgäste, die das sehr gerne nutzen. Der Honig ist sehr beliebt und auch alles Selbst gemachte. Das kommt sehr gut an.“
Andere Gäste der Premiere für die Wanderausstellung verweisen auf den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft, Ernährung und Gesellschaft. So stellt Bürgermeister Thomas Memmel fest, dass für ihn am Wochenende die Erdbeermarmelade zum Frühstück gehört.Der Brotaufstrich symbolisiere jedoch nicht nur Lebensqualität, sondern auch für das, „was man selber machen kann“.
Mehr Anbieter wären gut
Georg Sachsenhauser, BBV-Kreisobmann, und Kreisbäuerin Rita Schultes verweisen auf die Bedeutung der Landwirtschaft. Und Franz Bauer, Werkleiter der Limes-Therme, der den Bauernmarkt auf dem Thermen-Parkplatz seit vielen Jahren unterstützt, erinnert an den doppelten Genuss, den es in Bad Gögging gäbe – die Lebensmittel vom Markt und die Therme gleich nebenan.
Braucht es bei so viel Fürsprechern eigentlich noch Werbung? Lässt sich da noch was verbessern? Angelika Wimmer, Vorsitzende der Bayerischen Bauernmärkte Angelika Wimmer, meint, was die Zahl der Kunden beträfe, sei sie zufrieden. Aber es könnten noch mehr Anbieter sein, sagt Angelika Wimmer.