Nachfrage kann gedeckt werden: Keine Warteliste mehr in Neunburgs Kitas

In den vergangenen Jahren fehlten in Neunburg Plätze in den Krippen und Kindergärten. Anfang 2024 standen allein 15 Krippenkinder auf der Warteliste. Nun gibt es positive Nachrichten: Die Nachfrage kann durch das Angebot an Plätzen abgedeckt werden. In Neunburg muss kein Kind mehr auf einen freiwerdenden Platz in einer Kita warten.
Für diesen Erfolg musste die Stadt einiges tun. 2023 wurde innerhalb weniger Monate ein Waldkindergarten mit 25 Plätzen eingerichtet, der vom BRK betrieben wird. Nachdem die Einrichtung mit ein paar Kindern gestartet war, gibt es mittlerweile keine freien Plätze mehr. Im nächsten Kindergartenjahr 2025/26 ist der Waldkindergarten voll ausgebucht.
Auch in den drei anderen Kindergärten – St. Martin, St. Josef und Theresia-Gerhardinger-Kindergarten – gibt es laut Stadt keine Wartelisten mehr. Nach dem Anmeldetag für das neue Kita-Jahr ab September 2025 hatte es noch einige Kinder auf der Warteliste gegeben. Das hat sich, wie Bürgermeister Martin Birner (CSU) erklärt, mittlerweile verschoben. Für diese Kinder fanden sich noch freie Plätze, teilweise in anderen Einrichtungen.
Noch Veränderungen möglich
So kann die Stadt nun vermelden, dass die Plätze für das neue Kindergartenjahr zum jetzigen Zeitpunkt ausreichend sind. Aktuell stehen in den Neunburger Kitas zehn Kindergartengruppen mit insgesamt 254 Plätzen zur Verfügung.
Es könne bis zum Beginn des neuen Kita-Jahres im September noch Veränderungen bei den Zahlen geben, heißt es von der Verwaltung. Dass aber wieder eine Warteliste entstehen könnte, damit rechnet Kämmerer Michael Haßfurter nicht. Sollte das eine oder andere Kind neu angemeldet werden, gebe es auch dafür einen Platz.
Geplanter Krippenneubau: Es fehlen Förderprogramme
Während sich die Situation im Kindergartenbereich bereits 2023 durch die Wald-Kita entspannt hatte, gab es in den Krippen noch bis vor Kurzem einen Platzmangel. Auch hier hat die Stadt inzwischen gehandelt. An der Frühlingstraße, unweit der Kindergärten St. Josef und St. Martin, wurde eine neue Krippe geplant.
Da der mehr als zwei Millionen Euro teure Neubau wegen fehlender Förderprogramme bisher nicht errichtet werden konnte, hat die Stadt erst einmal auf eine Containervariante gesetzt. Direkt neben der Freifläche, auf der die neue Kita entstehen soll, wurden die Container aufgebaut.
„Rechnung ist immer aufgegangen“
„Die Situation, dass es zu wenige Plätze gibt, haben wir lange nicht gekannt. Die Rechnung ist immer aufgegangen“, blickt der Bürgermeister zurück. Durch den Zuzug junger Familien sei der Bedarf schnell gestiegen. Darauf habe die Stadt aber zügig reagiert.
Am liebsten wäre Birner gewesen, wenn in den bestehenden Einrichtungen zusätzliche Plätze geschaffen werden. Dies war nicht möglich. „Deshalb mussten wir wohl oder übel noch mal neu bauen“, so der Rathauschef. Den Waldkindergarten und die Krippe an der Frühlingstraße einzurichten, sei eine „Kraftanstrengung“ gewesen. Beide Einrichtungen entstanden innerhalb kurzer Zeit. „Wir haben es gut geschafft“, findet Birner.
Dass die neue Krippe an der Frühlingstraße funktioniert, davon konnte er sich jüngst selbst ein Bild vor Ort machen. Anfang April hatte die Krippe Burgzwergerl, deren Träger auch das BRK ist, ihren Betrieb aufgenommen. Noch gibt es freie Plätze. Birner ist zuversichtlich, dass die Einrichtung bald voll belegt sein dürfte.
Junge Familien haben Bedarf
Nach Einschätzung der Stadtverwaltung werde der Bedarf an Krippenplätzen tendenziell steigen. Ein Faktor sei das Entstehen neuer Baugebiete in und um Neunburg. Dadurch hätten sich junge Familie angesiedelt, bei denen es einen Bedarf an Krippenplätzen gebe.
Die Stadt werde laut Birner die Entwicklung permanent beobachten. Momentan seien die Zahlen wieder rückläufig, sagt der Bürgermeister. Deshalb sei derzeit völlig offen, wann und ob der Krippen-Neubau kommt. Neue Förderprogramme seien nicht in Sicht. Den Kommunen kommt entgegen, dass das Landratsamt vor Kurzem altersgemischte Gruppen genehmigt hat, sagt Birner. Damit könnten in einer Krippe auch Kindergartenkinder und umgekehrt betreut werden.
Personal- und Sachkosten sind gestiegen
Für die Gemeinden heißt das, dass sie bei einem erneut steigenden Platzbedarf nicht sofort eine neue Einrichtung bauen müssen, sondern zuerst freie Plätze im Krippen- oder Kindergartenbereich nutzen können. „Wir sind froh, dass wir bei der Belegung wieder mehr Freiheiten haben“, so Birner.
Die Personal- und Sachkosten sind in den Kindereinrichtungen in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Aus diesem Grund musste der Stadtrat kürzlich über eine Anhebung der Elternbeiträge beraten. In den Krippen liegt der Elternbeitrag für eine Betreuung über fünf bis sechs Stunden nun bei 180 Euro – bisher waren es 159 Euro. Allerdings erhalten die Eltern vom Freistaat einen Zuschuss von maximal 100 Euro pro Kind und Monat und müssen nur die Differenz selbst bezahlen.
Noch unter Landkreisschnitt
In den Kindergärten kostet eine fünf- bis sechsstündige Betreuung jetzt 110 Euro (bisher: 91 Euro). Etwas höher ist der Beitrag im Waldkindergarten (120 Euro bei fünf bis sechs Stunden), da hier die Betreuung intensiver sei. Auch für den Besuch eines Kindergartens erhalten Familien vom Land einen Zuschuss von 100 Euro.
Der Beitrag im Hort für eine Betreuungszeit von fünf bis sechs Stunden ist von 82 auf 89 Euro gestiegen. Trotz der Erhöhung liegen die Beiträge laut Birner unter dem Kreisschnitt. von 182 Euro für die Krippe, 120 Euro für den Kindergarten und 100 Euro für den Hort.