Ausgebüxter Graupapagei: Ehepaar glaubt, dass Johnny in seiner Nachbarschaft herumfliegt

Von Tanja Fenzl · 27. Juni 2025 um 18:09

Fliegt Graupapagei Johnny noch im Landkreis herum? Ein Ehepaar ist sich ziemlich sicher, dass der Ausreißer aus Zifling-Bierl in den Kirschbäumen vor ihrem Haus herumflattert.

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Am frühen Freitagmorgen meldet sich ein Mann telefonisch bei der Redaktion. Er hat die Berichterstattung über die Suche nach dem Graupapagei verfolgt und sagt: „Ich glaube, ich weiß, wo er steckt.“ Die letzten Tage hätten er und seine Frau bei sich in Radling Am Mühlbühl (bei Schorndorf) immer wieder seltsame Pieplaute und Geräusche aus den Bäumen und Büschen rund ums Grundstück gehört. „Das hätte schon auf einen Papagei gepasst“, meint der zugezogene Berliner.

Vogel im Kirschbaum

Am Vortag habe er dann erstmals in einem großen Kirschbaum vor dem Haus einen Vogel gesehen, der wie Johnny ausgesehen habe. „Es war ungefähr 40 Meter entfernt, aber als er weggeflogen ist, hat man schon erkannt, dass das wohl ein Papagei ist.“ Mit dem Fernglas hätten er und seine Frau ihre Vermutung bestätigt gesehen.

Noch am Vormittag fahren Johnnys Besitzerin Manuela und Peter Potrzebski nach Radling. Und ihre Hoffnung wächst: „Das klingt alles schon ziemlich gut.“ Weil das Radlinger Paar einen Kurztrip in die Bundeshauptstadt geplant hat, zeigt es sich spontan großzügig. Die Potrzebskis dürfen von ihrem Grundstück und der Terrasse aus weiter nach ihrem geliebten Vogel Ausschau halten. „Die haben uns sogar Ferngläser hergerichtet“, freut sich Manuela Potrzebski.

Kumpel Schnuffel wartet in Zifling-Bierl auf ihren Freund Johnny. - Foto: Tanja Fenzl

Nachbarn wollen mithelfen, Johnny zu finden

Bei ihrem Besuch am Vormittag und dann nochmals am späten Freitagnachmittag können sie Johnny nicht sichten. „Aber wir werden die nächsten Tage intensiv nach ihm Ausschau halten. Auch die Nachbarn hier in Radling sind informiert und wollen uns helfen, Johnny zu finden“, freuen sich die Papageienliebhaber aus Zifling-Bierl.

Zum Thema:Suche nach Johnny: Ist ein in Österreich gefundener Graupapagei der Vogel aus Cham?

Erst vor drei Tagen hatte sich ein kurzer Hoffnungsschimmer als falsche Spur herausgestellt. In Internetforen war ein in Österreich aufgefundener Graupapagei mit Johnny in Verbindung gebracht worden. Leider eine falsche Fährte – der Vogel wurde inzwischen seinen Besitzern übergeben.

Obwohl Johnny theoretisch inzwischen fast überall sein könnte – 200 Kilometer sind in über einer Woche durchaus machbar für einen Graupapagei – kann Potrzebski sich vorstellen, dass Johnny tatsächlich in Radling ist. „In der Nachbarschaft gibt es einen Amazonen-Papagei, der frei herumfliegen darf, weil er aufs Zurückkommen trainiert ist. Da kann es schon sein, dass unser Burschi sich wohlfühlt.“

Johnny im Schlaraffenland

Außerdem stelle das Ehepaar, das sich gemeldet habe, immer wieder Futter für Vögel nach draußen – „das würde Johnny schon gefallen.“ Zumal rundherum viele Kirschbäume stünden. „Johnny im Schlaraffenland. Da wird es schon schwierig, ihn wieder zu fangen, dem wird die Freiheit gut gefallen“, vermutet Manuela Potrzebksi, die Johnny als Jungvogel vor 24 Jahren zu sich geholt hat. Mit ihrer Stimme und mit vielen Erdnüssen – „die mag er sehr gerne“– hofft sie dennoch, ihn eventuell am Ende anzulocken. Johnny in Radling? Seine Papageienmama zeigt sich zuversichtlich: „Die Spur ist heiß.“

Wie berichtet, war Graupapagei Johnny vor inzwischen fast zwei Wochen in Zifling-Bierl über die offene Terrassentür entflogen. Johnny hat wie seine beiden Papageienkumpel zuhause ein großes Repertoire an Sprüchen und Liedern, die er singt und plappern kann. Seine Besitzer hoffen, dass sie ihn wieder zurückbekommen – „nach 24 Jahren hängt man schon an so einem Viecherl“.

■ Wer Johnny gesehen hat, darf sich gerne bei der Redaktion des Bayerwald Echo unter Tel. (09971) 852215 melden; wir geben die Hinweise weiter.