Schmierfinken ärgern den Steuerzahler und Regensburgs Bischof seine Brüder

In seiner Kolumne Ansichtssache ärgert sich Autor Christian Eckl über Schmierereien an einem öffentlichen Gebäude in der Regensburger Innenstadt. Zahlen muss für das Anstreichen nämlich der Steuerzahler. Und auch der Regensburger Bischof ist Eckl zu rüde: Er keilt gegen seine Amtsbrüder, vor allem gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.
Regensburg ist übersät mit Graffiti. Wenige schöne sind mit dabei. Die Schönsten gibt es unten an der Donau beim Dultplatz. Dort dürfen sich junge Kreative ausleben und sorgen regelmäßig bei Passanten für Staunen. Dass Narrenhände aber Tisch und Wände beschmieren, wie der Volksmund besagt, können die Regensburger derzeit in der Gesandtenstraße bestaunen. Dort wird im Namen der sogenannten LGBTQI-Bewegung für den Aufstand geworben. Dass sich Linksradikale hinter dem Aufruf verstecken und sich dabei Minderheiten regelrecht aneignen, erkennt man daran, dass auch der Spruch „ACAB“ – das heißt übersetzt „All Cops are Bastards“, also alle Polizisten seien Bastarde, auf die Wände der Staatlichen Bibliothek geschmiert wurde.
Auch die Commerzbank ist betroffen. Das ehemalige Erbprinzenpalais steht unter Denkmalschutz. Da zahlt wohl die Bank den Anstrich. Bei der Staatlichen wird es der Steuerzahler sein. Eine Sauerei ist das. Aber irgendwie scheint sich da schon kaum mehr jemand darüber aufzuregen.
Auf der anderen Seite des politischen Spektrums steht ganz sicher der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Nach dem Rücktritt des Eichstätters Gregor Maria Hanke ist die Achse Stefan Oster (Passau), Rudolf und Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln) etwas geschwächt. Denn Fakt ist, eine überwiegende Mehrheit in der Deutschen Bischofskonferenz ist für den sogenannten Synodalen Weg. Sie wollen mehr Mitsprache für Laien und damit auch für Frauen.
Hintergrund ist, dass sich nach dem Missbrauchskandal ja etwas ändern müsse. Eine der wichtigsten Fürsprecher ist der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing (Limburg). Kürzlich hat Rudolf in einem Interview, das auch auf der Bistums-Seite veröffentlicht ist, zum Rundumschlag ausgeholt. Früher hätten sich, so Voderholzer, die Bischöfe von Köln und München abgewechselt in dem Amt der Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Dann kam der Mainzer Bischof Karl Lehmann. „Das hat das Amt politisiert: Man wurde nicht mehr gewählt, weil man dran war, sondern weil man eine bestimmte kirchenpolitische Richtung hatte“, sagt Voderholzer. „Und da sammeln sich Mehrheiten, die bringen Minderheiten hervor, und das treibt die Einheit auseinander.“ Er wolle zu einem rotierenden System zurück.
Voderholzer weiß, dass mit dem neuen Papst Leo XIV. solche Positionen gestärkt werden. Auch der Synodale Weg hat kaum mehr eine Chance. Ich verstehe die Position des Bischofs, denn – um mal mit Franziskus zu sprechen – eine zweite Evangelische Kirche braucht keiner in Deutschland. Zumal die ja, das haben wir in der Regensburger Altstadt ja erlebt, oft streiten wie die Kesselflicker.
Was ich aber nicht verstehe, ist die rüde Art des Bischofs. Er wirkt wie ein knorriger Mann, der sich und seine Wahrheit als alleingültig ansieht. Bätzing wollte sich auf Anfrage übrigens nicht äußern, auch niemand vom ZdK. Der Eindruck, der entsteht: Das Verhältnis ist zerrüttet. Was hätte wohl Jesus dazu gesagt?