Sehr hohe Waldbrandgefahr im Landkreis Neumarkt: Luftrettungsstaffel rückte aus

Von Kilian Graef · 26. Juni 2025 um 17:00

Am Wochenende herrschte sehr hohe Waldbrandgefahr im Landkreis Neumarkt. Trockenheit und starke Hitze veranlassten den Deutschen Wetterdienst, die höchste Stufe des Waldbrandgefahrenindexes auszurufen. Um mögliche Brände schnell zu entdecken und diese im Keim ersticken zu können, starteten Piloten der Luftrettungsstaffel vom Neumarkter Flugplatz aus zu Beobachtungsflügen.

Dabei flog das Team um Stützpunktleiter Reinhard Hierl eine vorgegebene Route, über den Landkreis Neumarkt hinaus, die sich die letzten Jahre bewährt hat. Vom Flugplatz an der Nürnberger Straße ging es vorbei an Berching und Beilngries zum Donaudurchbruch bei Kelheim. Dann Richtung Bad Abbach, über die BMW-Fabrik in Obertraubling und weiter in Richtung Regenstauf und über Velburg und Lauterhofen zurück nach Neumarkt.

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„Wenn wir keine Rauchentwicklung entdecken, dauert der Flug etwa eineinhalb Stunden“, sagt Hierl. In der Zeit gilt es wachsam, und konzentriert zu sein. Wenn die Piloten Brandstellen entdecken, alarmieren sie sofort die Feuerwehr. „Damit sie es schnell finden, kreisen wir über der Stelle, bis die Einsatzkräfte da sind“, so Hierl. Wenn der Weg nicht offensichtlich ist, holen die Flieger die Einsatzkräfte von der nächsten Kreuzung ab, damit diese keine wertvolle Zeit verlieren.

Frühe Erkennung kann große Waldflächen retten

Die Beobachtungen sind, laut Hierl, keine Spaßflüge. Denn wenn die Wetterbedingungen günstig für Waldbrände sind, wird es für die Flieger im Cockpit extrem heiß. Trotzdem macht Hierl, der seit einem halben Jahr Stützpunktleiter ist, seit über 30 Jahren Beobachtungsflüge für die Luftrettungsstaffel. „Unser Ziel ist es, der Gesellschaft etwas zurückzugeben und zu verhindern, dass große Waldflächen verloren gehen“, sagt Hierl.

Am Wochenende entdeckten die Piloten nichts Verdächtiges auf der Strecke. Bei den Kollegen, die die Nordoberpfalz überflogen, ging es nicht so glimpflich aus. Der dortige Brand war aber schnell gelöscht. „Im Landkreis Neumarkt gab es dieses Jahr zum Glück nur zwei sehr kleine Flächenbrände“, sagt Kreisbrandrat Jürgen Kohl. Er hofft, dass es in den nächsten Tagen kühler wird und regnet. Das würde die Situation entschärfen.