Regensburger Wasserretter brauchen dringend mehr Platz – hilft die Stadt jetzt doch?

Von Juliana Ried · 26. Juni 2025 um 17:00

Der Wasserrettungszug der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) hilft im Katastrophenfall. Jetzt braucht er selbst Unterstützung, weil ihm in Regensburg der Platz für seine Einsatzmittel fehlt. Doch von der Stadt hieß es zunächst, sie könne nichts für die Wasserretter tun.

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Einen Kommentar von Redakteurin Julia Ried lesen Sie hier:Regensburger Bürokratiewahnsinn auf Kosten der Bürger

Mehr als zwei Jahre, nachdem sich die DLRG mit ihrem Problem an die Stadt wandte, will diese sich nun um die Lösung bemühen, die auch die Wasserretter für die beste halten.

Sie würden ihre Einsatzmittel für den Katastrophenschutz gern auch auf dem „Kartoffelmarkt“ unterbringen, einem Parkplatz schräg gegenüber der DLRG-Geschäftsstelle am Unteren Wöhrd, auf dem samstags Kartoffeln verkauft werden. Es handelt sich dabei um fünf Fahrzeuge, vier Anhänger und zwei Boote. Nur ein Teil davon hat Platz in der DLRG-eigenen Halle am Unteren Wöhrd. Ein weiterer Teil ist im Stadtlagerhaus, das aber eigentlich nicht geeignet ist für Einsatzmittel, die zum Teil steril sein müssen. Auch soll es bald zum Kreativquartier werden, während die Wasserretter weitere Ausrüstung vom Freistaat erwarten. Und auf dem Kartoffelmarkt will das Wasserwirtschaftsamt ohnehin eine Lagerhalle für Hochwasserschutzelemente bauen. DRLG-Einsatzleiter Max Naumann sagte schon vor vier Wochen, als das Thema erstmals im Grundstücksausschuss des Stadtrats auf der Tagesordnung stand: „Das wäre natürlich ein Traum, wenn man sich dort angliedern könnte.“

CSU brachte Thema auf Stadtrats-Tagesordnung

Im März hatte die CSU-Fraktion im Stadtrat beantragt, dass die Stadt das Kartoffelmarkt-Grundstück der DLRG zu marktüblichen Konditionen überlasse, um so deren Wasserrettungszug in Regensburg zu halten. Im Mai sagte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) im Grundstücksausschuss, die Fläche sei nur befristet verfügbar – weil eben dort ab Ende 2028 Hochwasserschutzelemente Platz finden sollen. Sie sagte aber zu, prüfen zu lassen, ob sich die Halle für den Hochwasserschutz mit dem Wunsch der DLRG vereinbaren lasse.

Am Mittwoch versicherte nun Matthias Wanninger, Leiter des Liegenschaftsamts, im Grundstücksausschuss, das Zusammenspannen von Wasserwirtschaftsamt und DLRG sei „grundsätzlich eingeleitet“. „Ob es möglich ist, das zu ,verheiraten‘, muss in weiteren Gesprächen erst einmal geprüft werden.“ Im nächsten Schritt könne die Stadt die nötige Fläche zur Verfügung stellen. „Daran wird es nicht scheitern.“ Die lange Vorgeschichte erklärte Wanninger so: „Vorher war uns dieser Bedarf nicht kommuniziert worden, dass ein Hallenwunsch besteht.“ Nur von Stellplätzen sei die Rede gewesen. Als CSU-Fraktionschef Michael Lehner einwandte, das Anliegen der DLRG sei angesichts der langen Vorgeschichte „so überraschend nicht“, erwiderte die Oberbürgermeisterin, der Bedarf der DLRG sei nicht wirklich klar gewesen: „Sie hätten durchaus auch auf die Verwaltung zugehen können.“

DLRG will klärendes Gespräch mit Oberbürgermeisterin

Einsatzleiter Naumann sagt, genau das habe die DLRG getan. Sie habe Ende 2022/Anfang 2023 beim Liegenschaftsamt und der Wirtschaftsförderung angefragt, ob es im Stadtgebiet ein Grundstück, eine Halle oder eine Unterstellmöglichkeit für sie gebe. Als nach dem Juni-Hochwasser 2024 Bürgermeisterin Astrid Freudenstein (CSU) die Wasserretter besuchte, hätten sie ihr das Anliegen vorgetragen, so Naumann. Am 18. Juli 2024 schrieb die CSU-Fraktion dann die OB mit der Bitte an, „nach Prüfung von Grundstücken/Gebäuden – optimal wäre ein Standort in der Nähe des DLRG-Wasserrettungszentrums – dem DLRG-Ortsverband Regensburg ein geeignetes Angebot zu machen, um Material und Einsatzfahrzeuge sicher unterstellen zu können“. Ihr Stellvertreter Ludwig Artinger (Freie Wähler) antwortete, es gebe „leider keine geeigneten Objekte“. Dass sich jetzt etwas tut, findet Naumann gut. „Das freut uns“, sagt er.

Die DLRG wolle dennoch ein klärendes Gespräch mit der OB suchen, um ihr mitzuteilen, „wenn man das OB-Büro anschreibt, dass man schon erwartet, dass sich die Bürgermeister austauschen, auch wenn sie unterschiedlichen Parteien angehören“.