Toter in Donau bei Regensburg: Junger Mann wollte Ball aus dem Wasser holen

Von Jürgen Scharf · 26. Juni 2025 um 10:39

Am Mittwochabend brachte die Suche nach einer vermissten Person im Nordarm der Donau in Regensburg traurige Gewissheit. Bei den Ermittlungen zur Unglücksursache gibt es jetzt auch bereits erste Ergebnisse.

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Kurz nach 19 Uhr gab es am Mittwochabend traurige Gewissheit: Der junge Mann, der am Nachmittag als vermisst gemeldet worden war, konnte nur noch tot aus der Donau geborgen werden. Ein Taucher der DLRG hatte ihn in mehreren Metern Tiefe gefunden.

Vorher am Ufer Ball gespielt?

Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg ermittelt seitdem zur Todesursache. Die Identität des Toten ist mittlerweile geklärt. Polizeisprecherin Corinna Wild zufolge ist es ein 20 Jahre alter Syrer, der in Regensburg gelebt hat. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen habe dieser im Umfeld des Grieser Spitz mit anderen Personen Ball gespielt. Als der Ball ins Wasser fiel, wollte er diesen anscheinend zurückholen und wurde dabei von der Strömung erfasst. Laut Wild sei nach einem Notruf sofort eine große Suche- und Rettungsaktion eingeleitet worden.

Die DLRG war dabei mit mehreren Dutzend Hilfskräften im Einsatz, wie Teamleiter Max Naumann berichtete. Dabei sei unter anderem ein Sonar eingesetzt worden. Ein Taucher habe die Person dann in vier Metern Tiefe gefunden. Alle Einsatzkräften sei danach psychologische Hilfe angeboten worden.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an ein Unglück vor acht Jahren. Damals war ein 17-jähriger Syrer bei Regensburg in der Donau ertrunken. Zeugen zufolge hatte der junge Mann damals wohl eine Ufermauer übersehen und war etwa auf Auf Höhe der Historischen Wurstkuchl in den Fluss gestürzt. Auch damals war dann eine große Suchaktion angelaufen, die aber letztlich ergebnislos blieb. Eine Woche später wurde der Leichnam des jungen Mannes bei Donaustauf im Wasser entdeckt.

Beorgniserregende Entwicklung bei Badeunfällen

Bundesweit gibt es derweil aktuell eine besorgniserregende Entwicklung bei Badeunfällen. Die DLRG hat am vergangenen Wochenende nach eigenen Angaben mindestens 15 Tote bei Badeunfällen in Deutschland registriert. „Es war das tödlichste Wochenende in diesem Jahr und eines der tödlichsten der letzten zehn Jahre“, sagte DLRG-Sprecher Martin Holzhause dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Die Zahl könne weiter steigen, da bisher nicht alle Fälle ausgewertet worden seien.

Bereits seit drei Jahren steigt die Zahl der Ertrunkenen in Deutschland laut DLRG jährlich. Allein 2024 ertranken 411 Menschen, 31 mehr als im Jahr zuvor. „An heißen Wochenenden steigt die Gefahr immer, dass Menschen beim Baden verunglücken. Aber warum am vergangenen Wochenende so viele Menschen gestorben sind, kann ich auch nicht erklären“, sagte Holzhause.

Im Zuge des Klimawandels nehme die Gefahr generell aber zu. „Durch die klimatischen Veränderungen gibt es mehr heiße Sommertage. Also steigen auch die Gefahren durch Hitze“, meinte der DLRG-Sprecher. Er forderte, dass die bewachten Badeorte bundesweit ausgebaut werden sollten.