Platzvergabe beim Regensburger Bürgerfest sorgt für Unmut

Von Jürgen Scharf · 27. Juni 2025 um 09:00

Mehr als ein Dutzend Plätze waren beim Bürgerfest am vergangenen Wochenende die großen Anlaufpunkte. Die dortige Bewirtschaftung übernimmt die Stadt Regensburg allerdings nicht selbst, diese übergibt sie an Platzbetreiber. Der Alte Mälzerei e. V. hatte sich dabei auch wieder beworben, kam aber dieses Jahr nicht zum Zug. Und der Vorsitzende des Kulturvereins wundert sich darüber, was ihm nach der Entscheidung mitgeteilt wurde. Dies passe nämlich nicht mit dem zusammen, wie es beim Bürgerfest tatsächlich lief, sagt er.

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Der Kulturverein Alte Mälzerei war 35 Jahre lange auf dem Bürgerfest aktiv, erzählt der Vorsitzende Hans Krottenthaler. Insbesondere am Grieser Spitz. „Und ich denke, dass wir den auch groß gemacht haben. Mit einem anspruchsvollen Programm, das auch nicht immer leicht umzusetzen war. “ Auch für dieses Jahr hatte sich der Verein beworben – bekam aber eine Absage.

Pfandsystem angekündigt

„Die Stadt hat uns gesagt, dass sie alle Plätze auf der nördlichen Seite der Donau an einen Betreiber vergeben hat“, erzählt Krottenthaler. Ihm sei von der Stadt gesagt worden, dass ein wesentliches Argument für die Entscheidung das einheitliche Pfandsystem sei, das der Betreiber in seinem Konzept für alle dortigen Plätze angekündigt hat. „Nun habe ich aber erfahren, dass es das einheitliche Pfandsystem beim Bürgerfest dort gar nicht gegeben hat“, sagt Krottenthaler: „Und da muss ich sagen, dass das dann schon ein bisschen weh tut.“

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Wurde der Verein also auf der Basis leerer Versprechungen vom Bürgerfest verdrängt? Krottenthaler weist in dem Zusammenhang auch daraufhin, dass sein Verein nicht nur den Grieser Spitz sondern zuletzt auch den Andreasstadel bewirtschaftet habe. Die Stadt habe vor ein paar Jahren aktiv beim Verein angefragt, ob er nicht die dortige Bühne machen wollen, weil das ein Bereich sei, der nicht für alle Platzbetreiber einfach zu händeln und deswegen nicht begehrt sei: „Und ich finde, dass wir auch den richtig gut aufgebaut haben“, sagt Krottenthaler, „er war zuletzt auf jeden Fall sehr beliebt.“

Und da muss ich sagen, dass das dann schon ein bisschen weh tut.

Hans Krottenthaler, Alte Mälzerei e. V.

Zur Platzvergabe im Allgemeinen teilt die Stadt mit, dass es sich hierbei seit spätestens 2019 „um einen transparenten Ausschreibungsprozess handelt, der weit im Voraus stattfindet“. Die Betreibergemeinschaft, die nun dieses Jahr den Zuschlag für Stadtamhof, Andreasstadel und Grieser Spitz erhielt, besteht aus der HTW GmbH, der Spital-Brauerei und guten Bekannten des Mälze e.V., nämlich der Spielstätte Alte Mälzerei GmbH, die allerdings völlig separat vom Verein agiert. Zur Vergabe teilte die Stadt außerdem mit, dass Nachhaltigkeit ein wichtiger Bestandteil der Bürgerfestplanung sei. Folglich sei der angekündigte Versuch, ein einheitliches Pfandkonzept nördlich der Donau zu implementieren, positiv bewertet worden.

Dieses Jahr sei es nun auch bereits gelungen, dort alle großen Ausschankstationen im Rahmen eines einheitlichen Pfandkonzeptes zu betreiben. Zudem seien Daten generiert worden, mit deren Hilfe weitere Ausbaustufen diskutiert werden können.

„Technik nicht weit genug“

Ein einheitliches System für den gesamten Bereich gab es aber in der Tat nicht. Auf Nachfrage bestätigte die Stadt, dass die Platzbetreiber „in den Gesprächen mit diversen Anbietern erkennen mussten, dass die Technik hierfür für dieses Jahr noch nicht weit genug entwickelt ist“. Deswegen sei auch nur bei den großen Ausschank-Stellen die Pfandrücknahme untereinander möglich gewesen. Ben Schmid von der Spielstätte Alte Mälzerei bestätigt, dass die Betreibergemeinschaft in der Bewerbung die einheitliche Regelung in Aussicht gestellt hatte: „Wir hatten einen Anbieter, der uns gesagt hat, dass das technisch machbar ist. Darauf haben wir uns verlassen und das damals der Stadt nach bestem Wissen und Gewissen auch so dargestellt.“