Zoff um Freisitz-Zahlungen fürs Bürgerfest im Regensburger Stadtteil Stadtamhof

Das Bürgerfest in Regensburg ist ein Besuchermagnet. Ist es auch ein Umsatzbringer für ansässige Gastronomen? Für manche Wirte in Stadtamhof allem Anschein nach nicht. Hier gibt es Zoff wegen Abschlagszahlungen, die für Freisitzflächen zu leisten sind.
Die Stadt Regensburg hat das Recht, die an Gastwirte erteilten Genehmigungen für Freisitzflächen bei gewissen Anlässen auszusetzen. „Grundsätzlich werden für die Dauer des Bürgerfestes alle Freisitze widerrufen“, sagt Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra. Nur dadurch sei es „überhaupt möglich, Plätze in dem Maße, wie es dieses Jahr an vielen Orten geschätzt wurde, zu bespielen“.
Stadt: Jeder konnte mitmachen, wenn er wollte
Im Gegenzug erhalten aber wohl viele Gastronomen ein Angebot von den Platzbetreibern, sich gegen eine Gebühr an dem gastronomischen Angebot zu beteiligen. Wer dies nicht will, hatte nach Informationen der Mittelbayerischen die Möglichkeit, die Freisitze dennoch zu behalten. Hierfür mussten die Wirte aber wiederum eine Abschlagszahlung an die Platzbetreiber leisten.
Alle Platzbetreiber seien angehalten gewesen, die lokale Gastronomie „priorisiert einzubinden“, sagt von Roenne-Styra. Es hätten auch alle Gastronomen, die es wollten, ihren Freisitz behalten können.
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Dennoch scheint das Prozeder Unmut hervorzurufen. Nach MZ-Informationen fühlen sich manche Wirte durch das Prozedere rund ums Bürgerfest gegängelt und allgemein nicht wertgeschätzt. Sie würden das gesamte Jahr über im Stadtteil für Leben sorgen, müssten dann aber zahlen oder wegräumen, heißt es. SPD-Stadtrat Alexander Irmisch, der selbst als Gastronom in Stadtamhof tätig ist, bestätigt dies: „Ich weiß, dass das beim letzten Bürgerfest schon ein Thema war und dass das für Unmut gesorgt hat, weil da auch sehr hohe Summen im Spiel waren.“ Es habe auch einige Gastronomen gegeben, erzählt er, die deswegen entschieden haben, am Bürgerfest ihr Lokal zu schließen. „Ich würde es gut finden, wenn man die ansässigen Gastronomen hier mehr mit einbezieht“, sagt Irmisch. Es sei klar, dass die Stadt die Freisitze entziehen darf, „aber es geht eher um die Frage, wie man miteinander umgeht, wie man miteinander spricht“.
„Halte das für eine egoistische Wahrnehmung“
Die Stadt selbst teilt mit, dass sie zu diesem Thema keine Kritik erreicht hätte. Auch Ben Schmid haben dazu nach eigenen Angaben noch keine Beschwerden erreicht. Er ist Chef der Spielstätte Alte Mälzerei, die mit der HTW GmbH und der Spital Brauerei die Betreibergemeinschaft bildete, die am Bürgerfest für Stadtamhof verantwortlich war. Wenn es Kritik gebe, könne er die auch nicht nachvollziehen, sagt er: „Die Freisitze gehören den Gastwirten nicht. Ihnen wurde also auch nichts weggenommen. Und wir sind schon Monate vorher auf die Gastronomen zugegangen. Viele haben mitgemacht und es gab wunderbare Lösungen.“
Die Betreibergemeinschaft habe ihrerseits schauen müssen, „wie wir unsere Unkosten wieder reinholen“. Wenn es Unmut wegen der Freisitze gebe, halte er dies „für eine egoistische Wahrnehmung“.