Plätze alle vergeben: Das Regensburger Bürgerfest nimmt Formen an

Von Jürgen Scharf · 13. Januar 2025 um 05:00

Fürs Regensburger Bürgerfest im Juni sind die Plätze in der Innenstadt nun an alle Bewirtschafter vergeben. Heuer werden besonders viele Gäste aus Schottland kommen.

Wer einen Platz beim Bürgerfest bewirtschaften will, der muss erst einmal was aufschreiben. Die Stadt Regensburg fordert nämlich von allen Bewerbern ein genaues Konzept. Und dann bewertet sie dieses nach festen Kriterien. Acht Firmen und eine Initiative haben am Ende den Zuschlag erhalten. Diese werden die Innenstadt von 20. bis 22. Juni in eine riesige Gastro- und Unterhaltungsmeile verwandeln.

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Das Bürgerfest gab es 1973 zum ersten Mal. Damals organisierten es noch die Regensburger Altstadtfreunde. Ab 1979 veranstaltete es dann – mit zwei Ausnahmen 1997 und 1999, als die Organisation an den Unternehmer Peter Kittel vergeben wurde – die Stadtverwaltung. Auch heuer laufen alle Planungen wieder beim Kulturreferat zusammen.

Die Bewirtung der mehr als ein Dutzend Bürgerfest-Plätze übernimmt die Stadt allerdings nicht selbst. Hier wurden Unternehmen gesucht. „Der Ausschreibung liegt eine Bewertungsmatrix zugrunde“, erklärt Kulturamtschefin Maria Lang. Es sei etwa darauf geachtet worden, ob die angebotenen Produkte regional sind, ob soziale oder ehrenamtliche Tätigkeiten eingebunden werden oder ob auf Nachhaltigkeit geachtet wird. Dies alles sei in ein Punktesystem umgerechnet worden – und die Besten hätten den Zuschlag erhalten.

Alte Bekannte dabei

Bei den ausgewählten Platzbetreibern gibt es etliche alte Bekannte, die schon viel Bürgerfest-Erfahrung haben. Etwa die Brauerei Kneitinger, die den Weißgerbergraben mit Arnulfsplatz und Neuhausstraße bewirtschaften wird, oder die Betreiber der Neuen Filmbühne, die den Bismarckplatz erhalten haben. „Allerdings ist es der Stadt Regensburg prinzipiell wichtig, auch neuen Institutionen, Vereinen oder Firmen eine Chance zu geben, am Bürgerfest mitzuwirken“, sagt Lang. Dieses Jahr ist etwa die Firma Murray und Karg GbR neu dabei, die den Kohlenmarkt betreuen wird. Neu aufgelegt wird in der Keplerstraße Lang zufolge auch wieder die 2023 „sehr beliebte“ Nachhaltigkeitsmeile.

Teilweise haben einzelne Firmen auch mehrere Plätze erhalten. Diese Bündelung auf bestimmte Institutionen hat Lang zufolge „keinen strategischen Hintergrund seitens der Stadt“. Dies habe sich vielmehr auf der Basis der abgegeben Konzepte „organisch“, wie sie sagt, ergeben. Dass mehrere Plätze in einer Hand liegen, habe auch durchaus Vorteile, findet sie, etwa durch „eine proaktive Nutzung von vielfältigen Synergieeffekten“, was sich auch bei den Kosten niederschlagen könne. Zudem seien die Kommunikationswege kürzer und auch die Absprache der Platzbetreiber untereinander leichter. Auch sei es damit möglich, „strategisch neue Maßnahmen zu ergreifen, beispielsweise die Einführung eines einheitlichen Pfandsystems auf den Flächen oberhalb der Donau“.

Eines der Unternehmen, die mehrere Plätze erhalten haben, ist die Firmengruppe aus Stadtmaus und Mice in Motion. Diese betreiben die Thundorfer Straße, den Neupfarrplatz, den Domplatz und die Jahninsel. Miriam Mullen von der Stadtmaus erzählt, dass es in der Thundorferstraße beispielsweise ein interkulturelles Miteinander geben soll. „In Regensburg ist die Welt zuhause und das soll gastronomisch und auch programmatisch gezeigt werden.“ Der Neupfarrplatz werde derweil unter dem Motto „Miteinander in die Zukunft“ stehen. Es seien hier vier verschiedene Themenbereiche geplant, erzählt Mullen.

Vereine mit eingebunden

So soll es eine Heimat-, eine Nachhaltigkeits, eine Grüne-, und eine Kreativ-Insel geben. Diese Bereiche würden auch „in enger Zusammenarbeit mit Vereinen, Werkstätten, lokalen Anbietern und spannenden Künstlern“ gestaltet werden.

Beim Bürgerfest im Juni wird es aber ohnehin auf jeden Fall international zugehen, da hier traditionell Delegationen von Partnerstädten in der Oberpfalz zu Gast sind. Ganz besonders im Fokus steht dabei dieses Mal allerdings die Regensburger Städtepartnerschaft mit Aberdeen, da diese heuer ihren 70. Geburtstag feiert. Und zu diesem Jubiläum werden Lang zufolge viele Gäste aus Schottland erwartet. Es werde einen Tag vor dem offiziellen Beginn des Bürgerfestes deswegen auf der Jahninsel auch einen großen bayerisch-schottischen Abend geben.