„Familien aus allen Schichten und Kulturkreisen“: Mobile Kita zieht durch Regensburg

Von Martina Groh-Schad · 26. Juni 2025 um 15:00

Im Norden von Regensburg gibt es eine besondere Initiative für junge Familien: die „Mobile Kita“. Mit Betreuung wie in stationären Kindergärten werden hier Kinder und ihre Eltern unterstützt. Alle vier Wochen steht der Umzug an einen anderen Spielplatz an. „Alle profitieren voneinander“, sagt die Leiterin der Kita, Stefanie Speckner.

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Andi saust mit einem roten Bobby-Car über den Spielplatz. Selina blättert in einem Kinderbuch und Adi beobachtet einen Wassertornado in einer Flasche mit Flüssigkeit, in der ein Männchen hoch und runter saust. Auf einer Bank warten Musikinstrumente darauf, von den Kindern entdeckt zu werden, gegenüber gibt es Wasserfarben, Bastelmaterial und eine Holzwerkstatt. „Selina kommt sehr gern zur mobilen Kita“, sagt die Mutter Kristina Tach.

Sie wohnen in der Nähe und sind bereits seit zwei Jahren dabei. Drei Erzieher und Sozialpädagogen empfangen die Kinder ab etwa 6 Monaten bis 6 Jahren sowie deren Mütter, Väter oder Großeltern, bei denen die Aufsichtspflicht verbleibt. In Hoch-Zeiten nutzten schon mehr als 50 Kinder gleichzeitig das Angebot von Dienstag bis Freitag auf Spielplätzen im Stadtnorden. „Wir wissen am Morgen nie, wie viele Kinder kommen“, erklärt die Leiterin der Kita, Stefanie Speckner. Die Familien müssen sich vorab nicht anmelden, sondern sie können im Zeitfenster zwischen 8 und 12 Uhr kommen und gehen, wann sie wollen.

Alle spielen, alle räumen auf

In der mobilen Kita ist fast alles wie in einem richtigen Kindergarten. Von 8.30 Uhr bis 10.15 Uhr wird frei gespielt. Dann kommen alle zum Morgenkreis zusammen, wo gemeinsam gesungen und gespielt wird. Ab 10.45 Uhr kann dann wieder jeder für sich die Angebote entdecken. Am Ende wird gemeinsam aufgeräumt. Die Spielsachen und das Material werden mit einem kleinen schwarzen Aixam-Truck angefahren, einer so genannten Ape. Das Fahrzeug mit Ladefläche dient gleichzeitig auch als mobile Bühne für Theater- und Zaubervorstellungen. Es ist ganz in Schwarz gehalten, denn so achten die kleinen Zuschauer vor allem auf das Gesicht und die Lippen der Darsteller, die auf der Ladefläche sitzen.

Mit Lichterketten und anderen kleinen Dekorationsstücken entführt Stefanie Speckner die Kinder gern in aufregende Welten, um ihnen die Sprache näher zu bringen. Denn nicht nur, dass viele Kinder gerade erst das Sprechen lernen. Etliche von ihnen haben auch einen Migrationshintergrund und müssen zudem mit der Fremdsprache Deutsch zurecht kommen.

Nicht nur die Kinder profitieren von dem Angebot, sondern auch ihre Eltern. Die Mitarbeiter der Mobilen Kita haben eine Lotsenfunktion und vermitteln an örtliche Angebote, wenn jemand Hilfe beim Umzug oder beim Erlernen der Sprache braucht.

Unterstützung gibt es auch, wenn einer Mama die Kraft ausgeht, allein mit einem oder mehreren Kleinkindern zuhause. „Ich habe hier Kontakte zu anderen Müttern geknüpft“, sagt Kristina Tach und auch ihre Tochter Selina hat viele Freunde gefunden. Ab September hat sie nun einen festen Kindergartenplatz. „Ich glaube, die Eingewöhnung wird für sie einfach, denn sie ist es ja schon gewöhnt, mit anderen Kindern zu spielen.“ Dann unterbricht Selina das Gespräch, denn sie möchte mit ihrer Mama einen Papierhubschrauber basteln.

Über Kulturgrenzen hinweg

Das Angebot vor Ort lädt die Begleiter der Kinder zum Spielen ein. „Allein zu Hause fällt mir nie so viel ein wie hier“, erklärt eine Mutter, die gleich mit zwei kleinen Jungs auf dem Spielplatz ist. „Bei uns treffen sich Familien aus allen Schichten und Kulturkreisen“, erklärt Speckner. „Alle profitieren voneinander.“ Im Sommer wechselt die mobile Kita alle vier Wochen ihren Standort und fährt einen neuen Spielplatz im Stadtnorden an. Aktuell macht sie auf dem Spielplatz Wutzelhofen in der Sandgasse halt und ab Juli ist sie auf dem Piratenspielplatz im Albert-Schweitzer-Park zu finden.

Bei Regenwetter kommt die Einrichtung in der Freilufthalle des VfB Regensburg. in der Aussigerstraße unter. Dort können die Kinder in der Halle nach Herzensluft toben und die Eltern durchschnaufen. Im Winter stellt der Verein Räume zur Verfügung. Hier müssen die Eltern dann nicht ständig auf der Hut sein und den Kindern folgen. Infos gibt es auf www.mobile-kita-regensburg.de.