Stellenabbau geplant: Schmack-Mitarbeiter in Schwandorf bangen um ihre Jobs

Von Hubert Heinzl · 26. Juni 2025 um 19:00

Schwandorfs Biogas-Spezialist setzt den Rotstift an. Bei einer Betriebsversammlung am Dienstag wurden die Beschäftigten der Kanadevia Inova Schmack GmbH informiert, dass das Unternehmen in größerem Stil Stellen abbauen will. Das genaue Ausmaß ist zurzeit noch unklar.

Eigentlich herrschte in dem Schwandorfer Biogas-Unternehmen zuletzt „eher Aufbruchsstimmung“, wie ein Mitarbeiter der MZ erzählte. Und eigentlich sollte im Juli das 30. Firmenjubiläum mit einem großen Sommernachtsfest gewürdigt werden. Denn im Jahr 1995 wurde das Unternehmen als Schmack Biogas gbR gegründet. Der Firmensitz verlagerte sich von Regensburg über Burglengenfeld schließlich 2003 in die Große Kreisstadt.

Nach Feiern ist den rund 180 Beschäftigten allerdings nicht mehr zumute. Denn bei der Betriebsversammlung am Dienstagvormittag kündigte Geschäftsführer Manuel Götz einen schmerzhaften Einschnitt beim Personal an. Die Jubiläumsfeierlichkeiten wurden abgesagt. „Das kam total überraschend. Die Stimmung ist jetzt natürlich gedrückt“, schilderte der Mitarbeiter, der an der Versammlung teilgenommen hat.

30 Arbeitsplätze in Gefahr?

Wie viele Beschäftigte von dem Stellenabbau betroffen sein werden, steht zurzeit noch nicht fest. Unter den Mitarbeitern kursieren Zahlen zwischen 15 und 20 Prozent der Belegschaft, was rein rechnerisch rund 30 Stellen bedeuten würde – eine Zahl, die Geschäftsführer Manuel Götz aber nicht bestätigte. „Wir werden Personal abbauen“, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung und deutete zugleich an, dass es dabei nicht nur um eine Handvoll Beschäftigte gehen werde.

In einem ersten Schritt setzt das Biogas-Unternehmen auf Freiwilligkeit und denkt dabei etwa an Mitarbeiter, die sich vielleicht ohnehin bald dem Rentenalter nähern. Jedem, der diesen Weg einschlagen will, soll laut Götz „ein faires, individuelles Angebot“ gemacht werden, einschließlich einer Abfindung.

Beschäftigte haben 14 Tage Bedenkzeit

Innerhalb von etwa 14 Tagen soll nach seinen Angaben diese erste Phase abgeschlossen werden. „Dann werden wir das prüfen und sehen, wo wir landen“, so der Geschäftsführer wörtlich. In einer zweiten Phase seien grundsätzlich aber auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen, wie Götz auf Nachfrage einräumte. Schon innerhalb eines Monats soll nach seinen Angaben der Personalabbau abgeschlossen sein. Unternehmensbereiche, die besonders betroffen seien, gebe es nicht.

Den Einschnitt in der Belegschaft begründete der Schmack-Geschäftsführer mit der geringeren Nachfrage. „Momentan schwächelt der deutsche Markt“, sagte er und führte das vor allem auf die Rahmenbedingungen durch das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz zurück, die den Betreibern nur geringe Anreize für Investitionen gegeben hätten. Auf den deutschsprachigen Raum aber ist laut Götz die Kanadevia Inova Schmack GmbH seit Jahren fokussiert.

Künftig will sich der Schwandorfer Biogas-Spezialist nach seinen Worten vom Anlagenbau verabschieden und auf zwei Unternehmensbereiche konzentrieren: das Servicegeschäft und den Bereich Repowering, also unterm Strich die Wartung, Ertüchtigung und Erweiterung bestehender Biogasanlagen. Der Stellenabbau sei im Rahmen dieser Strategie eine „Maßnahme, um den Standort Schwandorf nachhaltig zu sichern“, so Geschäftsführer Götz.

Unternehmen erlebte einige Höhen und Tiefen

Das Unternehmen hat im Laufe der langjährigen Firmengeschichte schon etliche Höhen und Tiefen erlebt. Aus der Schmack Biogas gbR wurde eine Aktiengesellschaft, die 2009 jedoch in die Insolvenz geschlittert war. Zunächst übernahm die Viessmann-Gruppe das Kerngeschäft, im Jahr 2021 wurde Schmack Biogas an Hitachi Zosen verkauft, eine schweizerisch-japanische Firmengruppe, die auch die beiden neuen Ofenlinien am Schwandorfer Müllkraftwerk im Rahmen des Triphönix-Projekts errichtet.

Seit dem 1. Oktober des vergangenen Jahres firmiert die Gruppe als Kanadevia – aus Schmack Biogas in der Großen Kreisstadt wurde damit die Kanadevia Inova Schmack GmbH.