Schräger Diebstahl aus Bar: Unbekannter klaut Nackt-Porträt von Regensburger Künstlerin

Von Philip Hell · 25. Juni 2025 um 14:00

280.000 Menschen drängten sich am Wochenende beim Bürgerfest durch die Regensburger Gassen – einer von ihnen wurde dabei zum Dieb. Er – oder sie – ließ ein Gemälde der Regensburgerin Zoe Mühl aus der Kneipe „Büro“ mitgehen. Das Bild beschäftigt sich mit der Verletzlichkeit der Künstlerin. Sie ist darauf nackt.

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Seit September hing das Kunstwerk in der Kneipe in der Keplerstraße – dann kam das Bürgerfest und das Gemälde war plötzlich weg. „Am Freitagabend war ein Konzert, da ist das Bild noch auf einem Foto zu sehen“, sagt Mühl. Samstagabend muss ein Unbekannter das Kunstwerk wohl gestohlen haben. Das „Büro“ liegt unmittelbar an einer der meistbesuchten Bürgerfest-Meilen. Am Wochenende haben sich wohl auch Menschen in die Kneipe verirrt, die dort sonst nicht hingehen, sagt Mühl. Ob einer von ihnen ihr Bild gestohlen hat? Sie weiß es nicht. „Das Personal hat leider nichts gesehen. Es war zu voll.“

Diebstahl aus Regensburger Bar: „Unangenehm und beängstigend“

Ihr gehe es nicht um den monetären Schaden, betont Mühl: „Ich muss mit meiner Kunst nicht unbedingt Geld verdienen.“ Ihr gehe es zum einen um das Bild selbst. Das Kunstwerk trägt den Titel „Mein Körper, meine Entscheidung“ und beschäftigt sich mit dem Thema Verletzlichkeit. „Es ist eine Auseinandersetzung mit meinen Grenzen und dem künstlerischen Umgang damit. Das ausgerechnet dieses Bild nun gestohlen wurde, ist besonders unangenehm und beängstigend.“

Zum anderen geht es ihr um die Kneipe, aus der das Bild gestohlen wurde. „Ich fand es schön, dass das Bild im Büro hing. Es ist einer der wenigen Orte in Regensburg, an denen es auch im Party-Kontext um das Thema Konsens geht.“

Nach Diebstahl in Regensburger Bar: Künstlerin geht an die Öffentlichkeit

Nun ist das Gemälde weg. „Vielleicht war es ein Besoffener, der sich einen Witz erlaubt hat“, sagt Mühl und stockt kurz. „Oder es war gezielt gegen mich.“ Die Künstlerin ist auch als Aktivistin in der Öffentlichkeit. Eines steht für Mühl fest: „Es ist eine Grenzüberschreitung.“ Genau deshalb hat sie am Montagabend den Fall mit einem Instagram-Video öffentlich gemacht.

Ihr geht es darum, Menschen auf den Diebstahl aufmerksam zu machen. „Die Person, die es mitgenommen hat, muss damit rechnen, dass es auffällt.“ Die Künstlerin ruft ihre Follower dazu auf, die Augen offen zu halten. Womöglich hänge das Gemälde in einer WG oder einer Wohnung. Sie könne allerdings nicht nachvollziehen, dass jemand das Bild klaut, weil es ihm oder ihr gefällt. „So etwas macht man eigentlich nicht.“ Bislang habe sie noch keine Hinweise erhalten. „Ich hoffe aber, dass es noch auftaucht.“