Wegen „unschöner Vorfälle“: Stadtwerke engagieren Sicherheitsdienst für das Regensburger Westbad

Von Philip Hell · 24. Juni 2025 um 05:00

Sommer, Sonne, Badespaß: Die hohen Temperaturen locken derzeit viele Regensburger in die Freibäder der Domstadt. Doch nicht immer bleibt es beim harmlosen Plantsch-Vergnügen. Wenn es heiß wird, wird es manchmal auch hitzig – die Stadtwerke setzen im Westbad daher auf einen Sicherheitsdienst. Auch in anderen Bädern könnten Securitys zum Einsatz kommen.

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Ein MZ-Leser hatte sich an die Redaktion gewandt und sich darüber gewundert, warum ein Sicherheitsdienst im Westbad eingesetzt ist. Zuständig für das Schwimmbad sind die Stadtwerke. Sprecherin Marion Brasseler stellt klar, dass der Sicherheitsdienst seit Jahren an besucherstarken Tagen im Einsatz ist. Er sei dafür da, das Badpersonal zu entlasten. Dieses könne sich so auf die Kernaufgaben konzentrieren. Dazu zählen unter anderem die Wasseraufsicht und die Kontrolle der Wasserqualität.

Stadtwerke über die Lage im Regensburger Westbad: „Zurzeit keine größeren Konflikte“

Der Sicherheitsdienst helfe an besonders heißen Tagen beispielsweise beim Einlass. Darüber hinaus sei er vor allem auf den Liegewiesen präsent und helfe bei kleineren Notfällen wie Kreislaufschwäche oder Bienenstichen. Die Mitarbeiter sorgten allerdings auch dafür, dass die Baderegeln eingehalten werden, sagt Brasseler. „Zum Beispiel ist es verboten, Alkohol ins Bad mitzubringen, auf den Liegewiesen Cannabis oder Shisha-Pfeifen zu rauchen.“

Nur: Warum braucht es überhaupt einen Sicherheitsdienst im Westbad? „Es gibt immer wieder mal Menschen, die die Badregeln nicht einhalten und so andere Badegäste stören“, sagt Brasseler. „Wir hatten in der Vergangenheit einige unschöne Vorfälle und sind deshalb diesen Schritt gegangen.“ Konkrete Vorfälle nennt die Stadtwerke-Sprecherin nicht. Sie betont allerdings: „Derzeit haben wir aber keine besonderen Vorkommnisse oder größere Konflikte.“

„Kein Einsatzschwerpunkt“: Polizei schätzt die Sicherheitslage im Westbad ein

Markus Reitmeier, Sprecher der Polizeiinspektion Regensburg Süd, die für das Westbad zuständig ist, erklärt auf MZ-Nachfrage, dass das Westbad für die Beamten keinen Einsatzschwerpunkt darstellt. Wobei es natürlich nicht ausbleibe, dass die Polizei in das Freibad ausrücken müsse. Dabei handele es sich vorwiegend um Verlust- oder Fundsachen. Heuer sei es überdies zu zwei Diebstählen gekommen. Einmal wurde ein Mann erwischt, wie er unter der Kabine hindurch fotografierte.

Das Wöhrdbad in Regensburg ist kleiner als das Westbad. Dennoch könnten theoretisch auch hier Sicherheitskräfte zum Einsatz kommen. - Foto: Philip Hell

Sicherheitsdienst im Westbad – Rückt die Security auch im Wöhrdbad an?

Der Sicherheitsdienst kommt laut Brasseler überwiegend im Westbad zum Einsatz. Dieses sei das größte Bad der Stadtwerke mit sehr weitläufigen Außenanlagen. „Deshalb haben wir überwiegend hier die Unterstützung.“ Das Wöhrdbad sei dagegen wesentlich übersichtlicher – was nicht heißt, dass dort keine Securitys unterwegs sind. „Es kann sein, dass wir an besonders heißen Tagen und damit hohem Badegastaufkommen bei Bedarf auch hier zusätzliches Sicherheitspersonal zur Unterstützung anfordern“, sagt Brasseler.

Für das Wöhrdbad ist die Polizeiinspektion Regensburg Nord zuständig. Sprecher Thomas Hasler betont, dass es heuer noch keine Einsätze im Freibad gegeben habe. Es seien generell keine besonderen Vorkommnisse festzustellen. „Ein sogenannter Einsatzschwerpunkt liegt hier nicht vor.“

Übrigens: Auch wenn es in den vergangenen Wochen sehr warm wurde, waren die Bäder der Stadtwerke zwar mitunter voll, aber nicht überfüllt, so Sprecher Martin Gottschalk. Zwar sei damit zu rechnen, dass an heißen Tagen rund 5000 Menschen ins Westbad und 3000 Menschen ins Wöhrdbad kommen, aber: „Diese Besucherspitzen haben keine Schließung zur Folge gehabt, da es ja auch immer ein Kommen und Gehen gibt. Heuer wurden diese Spitzenwerte bislang noch nicht erreicht.

Während die Situation in den Regensburger Freibädern also überwiegend ruhig ist, sieht das in anderen Teilen Deutschlands ein wenig anders aus: Über die vergangenen Jahre tauchten immer wieder Meldungen auf, wonach es in Freibädern zu Gewalteskalationen gekommen ist. Auch in diesem Sommer gab es entsprechende Meldungen. Erst am vorvergangenen Wochenende beispielsweise in Engen (Kreis Konstanz). Dort gingen bis zu 30 Beteiligte aufeinander los. Es gab drei Verletzte.

Der Sicherheitsdienst im Regensburger Freibad dient wohl auch dazu, derartige Vorkommnisse im Keim zu ersticken.