Kellergeister und Cyborg: Faszinierende Welt aus Licht und Schatten in den Further Felsenkellern

Die Felsengänge sind für sich gesehen schon spektakulär. Doch Rolf Schüler schafft es immer wieder, seinen Projekten noch die Krone aufzusetzen. Diesmal mit fantasievollen und faszinierenden Lichtinstallationen. Die Idee dazu reift schon lange in ihm.
Es ist ein gewinnbringendes touristisches Trio in Furth im Wald: Ulrich Stöckerl, Inhaber der Wildgärten, sowie Alex und Rolf Schüler, Betreiber der Erlebniswelt Flederwisch. Gemeinsam haben sie die Schattengärten auf der Landesgartenschau geschaffen, die alle Besucher in Staunen versetzen. Gemeinsam betreiben sie auch die Further Felsengänge. Jeder für sich betont dabei immer den großen Gemeinschaftssinn.
Leuchtende Glasflaschen
Die zwölf außergewöhnlichen Lichtinstallationen, die jetzt einige der dunklen Ecken der Felsenkeller in einem aufregenden Licht erscheinen lassen, sind aber durchweg nach Ideen von Rolf Schüler entstanden. Gleich wenn man über die steile Eingangstreppe das unterirdische Reich betritt, wartet der Smaragd. Eine alte Holzschüssel, kombiniert mit einem grün leuchtenden Kern aus Glasschlacke. „Wir lieben es, Dinge zu kombinieren, die auf den ersten Blick nicht zusammengehen“, erklärt Schüler. Ein paar Ecken weiter wartet in einer Nische „Lumen in Vitro“. Blau leuchtende Glasflaschen, die in einer Holztruhe stehen. Das ist in seiner Einfachheit so schön, man möchte es mit nach Hause nehmen und an einem prominenten Platz präsentieren.
Nichts steht einfach ungeplant im Raum
Der Keller ist der perfekte Platz für das Spiel mit Licht und Schatten, das er so sehr liebt, wie der Erschaffer der Kunstwerke mehrfach betont. Nicht vergessen möchte er in diesem Zusammenhang sein Team, das viele seiner, wie er sagt, „verrückten Ideen“ umsetzen muss. Namentlich sind das Alois Tauscher, der für das Mechanische zuständig ist und gut mit dem Schweißgerät umgehen kann, sowie Martin Ohrner, der zum Einsatz kommt, wenn Strom eine Rolle spielt. Die Kellergeister, die scheinbar schwerelos im Raum schweben, die Tafel der Vergessenen, an der eben diese ihr Abendmahl einnehmen könnten, nichts steht einfach ungeplant im Raum. Die Nischen und Blickachsen sind bewusst ausgewählt, um so die höchstmögliche Wirkung zu erzielen. Seit zwei Jahren tüftelt Schüler schon an der Idee für diese Art der Ausstellung, die zunächst einmal bis zum Ende der Landesgartenschau laufen soll. Es ist ein langwieriger Prozess, bis ein Objekt fertig ist.

Spiel mit Licht und Schatten
Am Anfang steht zum Beispiel eben die alte Schüssel, die man nicht wegschmeißen will. Was nach Leichtigkeit aussieht, ist das Ergebnis nach vielen Versuchen. „Lichtwirnis“ etwa, ist auf den ersten Blick einfach nur ein in sich verwundener Schlauch. Das stimmt zwar, bis dieser aber zum leuchten gebracht werden konnte, gab es einige Rückschläge. Wer die Erlebniswelt Flederwisch kennt, weiß, was sein Erschaffer meint, wenn er sagt: „Ich bin Fan von robusten und alten Dingen, mich faszinieren rostiges Metall und Holz, das vergeht.“

Er hat Freude am experimentieren, diesmal eben mit Licht und Schatten. Die Felsenkeller geben ihm dafür die perfekte Bühne. Stimmt, er hat absolut Recht.
■ Die Further Felsengänge haben vom 1. Mai bis zum 5. November von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt fünf Euro, Kinder zahlen 50 Cent weniger. Es werden regelmäßige Führungen angeboten. Weitere Infos: www.flederwisch.de.