Herausforderungen an der Grenze: MdL Julian Preidl besucht Kontrollstelle bei Furth im Wald

Von Johannes Lesser · 23. Juni 2025 um 19:00

Wie läuft die Arbeit der Grenzpolizei hinter den Kulissen ab und mit welchen Herausforderungen haben die Beamten zu kämpfen? Die beiden Fragen stehen stellvertretend für eine Reihe von Themen, die beim Besuch des Landratsabgeordneten Julian Preidl (Freie Wähler) an der deutsch-tschechischen Grenze bei Furth im Wald (Landkreis Cham) behandelt wurden.

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„Sicherheit ist ein sehr wichtiges Thema“, erklärte Preidl gleich zu Beginn des Gesprächs. An dem beteiligten sich unter anderem auch Hauptkommissar Reiner Weigand, Grenzpolizei-Gruppenleiter in Furth, Furths Polizeichef Philipp Rammrath, Waldmünchens stellvertretender Leiter der Bundespolizei, Martin Huber, und Thomas Schell aus der Zollverwaltung.

Breites Aufgabengebiet

Preidl lobte Bayern als „sicherstes Bundesland“ und führte in Richtung der Beamten weiter aus: „Die Statistik gibt eurer Arbeit recht.“ Den Übergang bei Furth würden viele kennen, so der Abgeordnete. Dennoch umfasse die Arbeit der Polizei auch die weiteren Übergänge entlang der langen Grenze im Landkreis. Das Aufgabenprofil der Grenzpolizei reiche von Migration über gestohlene Fahrzeuge bis hin zur Drogenkriminalität, so Weigand.

Bundespolizei, Zoll, Grenzpolizei: Die Zuständigkeiten der jeweiligen Stellen seien klar geregelt. Am Übergang bei Furth werde durch die verschärften Maßnahmen der Bundesregierung mittlerweile zu jeder Zeit kontrolliert, erklärte Huber. Im weiteren Verlauf des Informationsgesprächs ging es zunächst um die Themen der irregulären Migration, die Zuständigkeitsbereiche der jeweiligen Dienststellen und den Datenschutz. Deutlich wurde dabei einmal mehr: Die Themen sind komplex.

Das gilt auch für ein anderes Dauerthema, das auch abseits des Further Grenzübergangs bekannt sein dürfte: der Abbau der Bürokratie. „Jeder redet drüber aber keiner macht’s“, so Schell. Die Frage, ob man in den Prozessen etwas weglassen könnte, müsste jedoch von der Justiz und der Politik beantwortet werden, erklärte Weigand.

Wenn es so weitergeht, ist alles in Ordnung.

Reiner Weigand, Grenzpolizei-Gruppenleiter in Furth zur Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Domažlice

Auch auf teilweise fehlendes Personal gingen die Polizisten ein. Insgesamt falle auf: „Mehr Kontrollen bedeuten mehr Treffer“, so Gruppenleiter Reiner Weigand. Er selbst blicke „zuversichtlich in die Zukunft“. Lobende Worte hatten die Beamten auch für ihre tschechischen Kollegen aus Domažlice übrig: „Die Zusammenarbeit ist vorbildlich“, sagte Schell. Dem Urteil schloss sich Weigand an: „Wenn es so weitergeht, ist alles in Ordnung.“

Durch die verschärften Grenzkontrollen sind die Beamten am Übergang bei Furth durchgängig im Einsatz. - Foto: Johannes Lesser

Es folgte ein kurzer Vortrag zu Betäubungsmitteln und damit der Drogenkriminalität. Neben den Kontrollen gingen Beamte der Grenzpolizei darin auch auf Maßnahmen zur Suchtprävention und laufende Programme dazu ein. Speziell wurde dabei auch auf das Thema Fentanyl eingegangen, das in diesem Jahr durch Todesfälle im Landkreis Bekanntheit erlangte.

Zur medizinischen Anwendung sei es als Medikament legal. Dabei komme Fentanyl in Form von Injektionen, Nasensprays, Tabletten oder Pflastern vor. Illegal sei es dagegen als Pulver. Als solches bilden bereits drei Milligramm eine tödliche Dosis. Zum Vergleich: Bei Kokain liegt diese um das Zehnfache höher.

Positive Rückmeldung

„Ich nehme mit, dass die Grenzpolizei eine hervorragende Arbeit leistet“, erklärte Julian Preidl im Anschluss. Für ihn sei es wichtig gewesen, zu sehen, wie die Zusammenarbeit mit dem Zoll ablaufe. „Bildung und Sicherheit“ seien für ihn Bereiche, in denen „nicht gespart werden sollte“, so der Landtagsabgeordnete weiter.

Gruppenleiter Weigand sprach seinerseits von einem „sehr angenehmen Termin“. In Bezug auf die Drogenkriminalität erklärte er, es sei ein sehr präsentes Thema, das aber nicht überhöht werden müsse. „Das Aufkommen bewegt sich in einem kontrollierbaren Rahmen“, führte Weigand weiter aus.

Das Thema, genau wie eine Reihe von weiteren, die an diesem Montag im stürmischen Furth besprochen wurden, wird die Beamten noch länger begleiten. Tage wie dieser werden neben dem Signal an die Politik aber auch zum Verständnis ihrer Arbeit einiges beitragen.