Fünf geschmuggelte Pudel-Welpen in Schwandorf gestorben: Jetzt steht die Todesursache fest

Von Johannes Hartl · 24. Juni 2025 um 05:00

Es war Anfang Mai, als das Veterinäramt gleich elf Pudelwelpen ins Schwandorfer Tierheim bringen ließ. Sie waren von Polen eingeschmuggelt und auf der A93 bei Schwarzenfeld sichergestellt worden. Doch trotz intensiver Pflege sind inzwischen fünf der Tiere gestorben. Nun liegen Ergebnisse vor, was zum Tod der jungen Hunde geführt hat.

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Laboruntersuchungen haben bei den toten Welpen das Canines Parvovirus nachgewiesen, wie das Landratsamt Schwandorf auf Anfrage mitteilt. Dabei handelt es sich um ein hochansteckendes Virus, das besonders für Welpen ohne Impfschutz gefährlich ist. Für Menschen ist das Virus hingegen ungefährlich – sie erkranken nicht daran.

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Die Infektion verursacht unter anderem blutigen Brechdurchfall und hohes Fieber, sagt eine Tierärztin aus der Region. „Das Problem ist: Es ist ein Virus. Und einen Virus kann man nicht mit Antibiotika behandeln, sondern man kann nur die Symptome behandeln.“ Im Fokus stehe hier die Flüssigkeitszufuhr, um die Verluste durch Erbrechen und Durchfall auszugleichen. Auch die Schmerztherapie und die Behandlung möglicher Folgeinfektionen ist wichtig. Die Parvovirose, wie die ausgebrochene Erkrankung offiziell heißt, kann nämlich als Komplikation unter anderem zu einer Sepsis führen, auch als Blutvergiftung bekannt.

Trotz Behandlung endet die Infektion für junge Hunde oft tödlich

Doch in vielen Fällen endet die Infektion trotz aller Bemühungen tödlich. „Es gibt so schnelle Verläufe“, sagt die Tiermedizinerin. Die Mortalität, also die Sterblichkeit, sei bei der Erkrankung „relativ hoch“ – selbst mit Behandlung. Der Tod trete oft durch Herz-Kreislaufversagen ein, so die Tiermedizinerin. Einen wirksamen Schutz vor der Infektion bietet nur eine Impfung, die meist ab einem Alter von acht bis neun Wochen erfolgen kann. Dabei werde das Vakzin in einem vierwöchigen Rhythmus insgesamt drei Mal verabreicht. Auch eine Frühimpfung ab sechs Wochen existiere.

Die Mortalität ist relativ hoch. Auch mit Behandlung

Eine erfahrene Tierärztin aus der Region

Die elf Hundewelpen, die ins Schwandorf Tierheim gebracht wurden, waren Anfang Mai bei einer Kontrolle auf der A93 entdeckt worden. In der Nähe der Autobahnanschlussstelle Schwarzenfeld hatte die Autobahnpolizei einen Wagen mit polnischer Zulassung angehalten. Bei der Kontrolle stießen die Beamten im Kofferraum schließlich auf die elf Pudel-Welpen. Sie sollten offenbar von Polen nach Belgien transportiert werden.

Doch weil sich schnell Ungereimtheiten auftaten, was die Papiere betraf, wurde das Veterinäramt hinzugezogen. Dessen Mitarbeiter ordneten schließlich an, dass die jungen Hunde in Obhut genommen werden müssen. Sie kamen sicherheitshalber in Quarantäne. Gegen den 31-jährigen Autofahrer wurde ein Verfahren wegen Urkundenfälschung und Verstößen nach dem Tierschutzgesetz eingeleitet.

Vermittlung der Pudel-Welpen steht bevor

Von den übrigen sechs Hunden, die noch immer im Schwandorfer Tierheim sind, gibt es unterdessen gute Nachrichten. „Den Welpen geht es gut“, sagt Manuel Lischka, Pressesprecher des Landratsamts, auf Anfrage der Mittelbayerischen. Die Vermittlung soll wohl Anfang Juli starten.

Unklar ist bisher noch, wie hoch die Kosten sind, die für die Unterbringung und Behandlung der Welpen entstanden sind. Diese stehen „bislang noch nicht fest“, so der Pressesprecher des Schwandorfer Landratsamts. Es würden „verwaltungsrechtliche Maßnahmen getroffen“.