Falscher Schwandorfer Landrat auf Instagram unterwegs: Fake-Profile ärgern Ebeling und MdL Flierl

Von Martin Kellermeier · 11. Juni 2025 um 19:00

Dass die sozialen Netzwerke auch ihre Schattenseiten haben, können Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling und Landtagsabgeordneter Alexander Flierl (beide CSU) spätestens jetzt bestätigen. Über ihre Personen kursierte jeweils ein Fake-Profil auf Instagram. Weil die Plattform bis zur Löschung der Accounts Zeit verstreichen ließ, verbreiteten sich diese – und mit ihnen womöglich auch eine Betrugsmasche.

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Ebeling und Flierl sind bei Instagram keine Unbekannten. Das Profil des Landrats haben derzeit mehr als 4600 User abonniert, das des Abgeordneten immerhin mehr als 2000. Die beiden Politiker geben auf ihren Accounts einen Einblick in ihren Alltag. Man kann sich zum Beispiel eine Rede von Flierl anschauen oder die kommenden Termine Ebelings erfahren.

Persönliche Nachrichten entsprachen nicht dem Stil der Politiker

Die Bekanntheit der CSU-Männer wollten offenbar auch Betrüger für sich nutzen. Sie generierten neue Accounts, verwendeten dafür Fotos von Ebeling und Flierl und ebenso deren Namen. Doch damit nicht genug: Wer den beiden Profilen folgte, erhielt mitunter eine persönliche Nachricht der Politiker, die so gar nicht deren Stil entspricht. „Hallo, ich habe eine kostenlose Gruppe eingerichtet, in der wir gemeinsam über Investitionen lernen und diskutieren können. Diese Gruppe ist völlig kostenlos, möchten Sie beitreten“, schrieb beispielsweise der Fake-Account Ebelings an einen Instagram-Nutzer.

Ähnlich erging es Flierl. Auch er berichtet von Aktivitäten des Fake-Accounts über seine Person. „Dieser hat sich gezielt an meine Follower gewandt und sie zur Teilnahme an einer angeblichen Investitionsgruppe aufgefordert – ein klarer Missbrauch meiner Identität und ein Fall von digitalem Betrug“, berichtete der Landespolitiker.

Trotz mehrfacher Meldung bei Instagram und der Eindeutigkeit der Sache wurde das Fake-Profil von der Plattform nicht gelöscht.

Alexander Flierl, CSU-Landtagsabgeordneter

Während Ebeling gelassen reagierte („Ich messe dem nicht so viel Bedeutung im Bezug auf meine Person bei“) ging Flierl nach dem Hinweis mehrerer seiner Follower auf die Barrikaden. Erfolg hatte er jedoch nicht. „Trotz mehrfacher Meldung bei Instagram und der Eindeutigkeit der Sache wurde das Fake-Profil von der Plattform nicht gelöscht. Stattdessen erfolgte eine pauschale Ablehnung mit Verweis auf die Gemeinschaftsstandards“, so der Jurist.

Auch Flierls Antrag auf erneute Prüfung sei ohne Erfolg geblieben. Mehr noch: Der Versuch, über eine offizielle Streitbeilegungsstelle Abhilfe zu schaffen, sei daran gescheitert, dass Meta dort auf Verstöße gegen das geistige Eigentum verwies und die Schlichtungsstelle sich dafür für nicht zuständig erklärte. „Diese intransparente und letztlich nutzlose Reaktion des Plattformbetreibers ist nicht nur unverständlich, sondern inakzeptabel. Sie zeigt, wie schlecht der Schutz der Nutzerinnen und Nutzer auf sozialen Netzwerken teilweise funktioniert“, konstatierte Flierl.

Ruf nach mehr Verbraucherschutz wird laut

Dass ein gefälschter Account trotz klarer Hinweise nicht gelöscht werde, sei ein persönliches Ärgernis, zeige aber auch einen Missstand im digitalen Verbraucherschutz auf. „Wenn Plattform-Betreiber in eindeutigen Fällen nicht handeln, ist zu prüfen, ob nicht der Gesetzgeber nachschärfen muss“, stellte Flierl fest, der auch der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz im Landtag ist.

Instagram reagierte auf eine Anfrage der MZ zunächst prompt und kündigte noch am vergangenen Freitag eine Überprüfung der beiden Fake-Accounts an. Bis zur Löschung dieser sollten aber dann noch mehrere Tage vergehen. „Ich habe nun soeben die Rückmeldung erhalten, dass die Fake-Accounts entfernt worden sind“, informierte eine Sprecherin am Mittwochvormittag. Die Sicherheit der Community habe stets „höchste Priorität“. „Wir investieren stetig in umfangreiche Kontrollen, Meldemöglichkeiten und Technologien, um gegen Missbrauch vorzugehen“, sagte sie.