Festleitung zieht Bilanz: So war das 85. Schwandorfer Volksfest

Von Jan Lange · 10. Juni 2025 um 19:00

Nach acht Tagen ist das 85. Schwandorfer Volksfest am Montag zu Ende gegangen. Zum Abschluss gab es den American Day, der die Besucher noch mal auf den Volksfestplatz lockte. Festleiterin Ulrike Sachs zog gegenüber der MZ eine positive Bilanz. Ihr Volksfestbetrieb wird auch nächstes Jahr wieder dabei sein. Für einen anderen war es heuer ein Abschied.

In den Vorjahren zogen Volksfestmacher und Stadt traditionell am Tag nach dem Volksfest vor der Presse Bilanz. In diesem Jahr fiel der Termin aus. Dabei hätte es einen guten Grund gegeben: Für Festwirt Gerhard Böckl war es heuer das letzte Schwandorfer Volksfest. Damit ist eine Ära zu Ende gegangen – Böckl fungierte seit 1989 als Festwirt. Eine offizielle Verabschiedung sei nicht geplant, bestätigte Schwandorfs Pressesprecher Andreas Hofmeister auf Nachfrage.

Trotz mehrerer Versuche war Gerhard Böckl am Dienstag für die MZ nicht zu erreichen. Dass sich der langjährige Volksfestmacher heimlich, still und leise verabschiedet hat, lag wohl auch daran, dass er in den vergangenen Jahren einige Kritik einstecken musste. Mal waren es die Musiker, mal die Speisen und Getränke, die bei den Gästen nicht so gut ankamen.

Ein Wunsch: Künftig mehr bekannte Bands engagieren

Auch heuer bleibt der Festwirt nicht von Kritik verschont. Einigen Besuchern waren die Bands im Festzelt zu unbekannt. Böckl hatte hauptsächlich auf Musiker gesetzt, die bisher in Schwandorf noch nicht aufgetreten waren. Nur die Breznsalzer am vorigen Samstag kannte man bereits von früheren Volksfest-Auftritten. Und so war unter den Gästen der Wunsch zu hören, künftig wieder mehr auf Bands zu setzen, die die Besucher kennen würden.

Karl Uebel und seine Gattin Ulrike Sachs wollen auch nächstes Jahr wiederkommen. - Foto: Dietmar Zwick

Dies bleibt eine Aufgabe für den neuen Festwirt. Ein Beispiel kann der sich an der Neunburger Wiesn nehmen. Dort holte Festwirt Matthias Meier mit der Kapelle Josef Menzl, den Stoapfälzer Spitzbuam oder Rotzlöffl gleich mehrere „Kracher“ nach Neunburg – und an allen fünf Wiesn-Tagen war das Zelt voll.

Der Tag der Betrieb funktioniert jedes Jahr. Er könnte viermal stattfinden.

ein Besucher

Auch beim 85. Schwandorfer Volksfest gab es Tage, an denen das Festzelt gut gefüllt war – so beim Tag der Betriebe, Behörden und Vereine oder beim Bieranstich. „Der Tag der Betriebe funktioniert jedes Jahr. Er könnte viermal stattfinden“, meinte ein Besucher.

Ein anderer Gast wunderte sich, dass der Festumzug heuer deutlich weniger Teilnehmer hatte. Waren es in den Vorjahren um die 1500, beteiligten sich diesmal nur gut 1000 Menschen. Das sei im Anschluss auch im Zelt zu merken gewesen, fand der Besucher. Obwohl das Zelt kleiner als im Vorjahr war, sei es beim Bieranstich nicht ganz voll gewesen. Das habe sich auch ein bisschen auf die festliche Atmosphäre ausgewirkt, so der Eindruck des Besuchers.

Der Festplatz am Pfingstsonntag war kurz vor dem Feuerwerk gut gefüllt. - Foto: Dietmar Zwick

Dass die Neunburger Wiesn und das Volksfest Teublitz, die parallel gefeiert wurden, ein Grund für die geringe Beteiligung am Umzug gewesen sein könnten, glaubt der Besucher nicht. Es seien ja fast nur Schwandorfer Vereine daran beteiligt. Auch von anderen Besuchern wurde vorgeschlagen, die Vereine aus der Großen Kreisstadt besser anzusprechen.

Wenn im Festzelt komplett durchgemacht wird, dann sind wir mit dem Festplatz natürlich dabei.

Ulrike Sachs von Uebel & Sachs Volksfestbetriebe über die Überlegungen, nächstes Jahr auf die Ruhetage während des Schwandorfer Volksfestes zu verzichten

Darüber hinaus gibt es vonseiten der Besucher eine Reihe Vorschläge für Verbesserungen. So sollte die Speisekarte umfangreicher werden. Auch der Bierpreis sollte gesenkt werden – zumindest aber nicht weiter erhöht werden. Dass dies kein frommer Wunsch sein muss, haben die Feste in Neunburg und Teublitz gezeigt. In Neunburg kostete die Maß Bier 9,80 Euro, in Teublitz 10,80 Euro. In Schwandorf lag der Bierpreis heuer bei 11,50 Euro.

Immer wieder kritisiert wurden auch die Ruhetage beim Schwandorfer Volksfest. Diesmal ruhte der Festbetrieb drei Tage lang. Dieses Ärgernis für viele Schwandorfer könnte sich bald auflösen. Denn nach MZ-Informationen ist angedacht, im nächsten Jahr keine Ruhetage einzulegen.

Eine Fahrt im Autoscooter machte immer Spaß.

Festleiterin Ulrike Sachs hätte nichts dagegen. „Wenn im Festzelt komplett durchgemacht wird, dann sind wir mit dem Festplatz natürlich dabei“, blickte sie in die Zukunft. Während es für Gerhard Böckl das letzte Jahr als Festwirt war, werden Ulrike Sachs und Karl Uebel mit ihrem Volksfestbetrieb den Vergnügungspark in Schwandorf auch im kommenden Jahr wieder mit Schaustellern und Buden bestücken. „Wir sind immer gerne in Schwandorf und kommen auch gerne wieder“, sagte Ulrike Sachs.

Aktionen wie die Ein-Euro-Aktion am Eröffnungstag wurden gut angenommen

Sie könne sich über die Resonanz beim diesjährigen Volksfest „nicht beschweren“, so die Festleiterin. Das erste Wochenende sei besser gewesen als im Vorjahr und auch Aktionen wie die Ein-Euro-Aktion am Eröffnungstag seien gut angenommen worden. Insgesamt seien die Fahrgeschäfte und Buden auf dem Festplatz besser angenommen worden als im Vorjahr.

Der positiven Einschätzung kann sich die Stadt nur anschließen. „Insgesamt sind wir mit dem Verlauf des Volksfestes 2025 zufrieden. Es gab keine größeren Zwischenfälle und die Stimmung war durchwegs positiv“, teilte Pressesprecher Andreas Hofmeister mit.

Am Pfingstmontag herrschte nochmals reger Betrieb am Schwandorfer Volksfest. Viele nutzten die Möglichkeit, im Riesenrad einen Blick über Schwandorf zu bekommen. - Foto: Dietmar Zwick

Dass gerade am ersten Volksfestwochenende parallel in Neunburg und Teublitz zwei weitere große Feste stattfanden, hätten die Schausteller in Schwandorf kaum gemerkt, so Ulrike Sachs. Wenn das Wetter mitspiele, sei der Festplatz nach ihren Worten auch voll gewesen.

Dies wird zu gegebener Zeit von der Stadt Schwandorf bekannt gegeben.

Andreas Hofmeister, Pressesprecher der Stadt Schwandorf macht noch ein Geheimnis aus dem neuen Festwirt

Vonseiten der Besucher wurde aber auch angemerkt, dass es noch mehr Attraktionen auf dem Festplatz geben könnte. Welche Schausteller und Fahrgeschäfte im nächsten Jahr dabei sein werden, kann Ulrike Sachs zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Das entscheide sich erst im Winter oder im nächsten Frühjahr. Es werde aber auf jeden Fall neue Attraktionen geben, versprach sie. Unter den Besuchern blieb man vorsichtig. Man müsse erst mal abwarten, was nächstes Jahr kommt, meinte ein Gast.

Die Zurückhaltung liegt vielleicht auch daran, dass bis jetzt noch nicht bekannt ist, wer der neue Festwirt in Schwandorf wird. Auf Nachfrage hielt sich die Stadt auch am Dienstag bedeckt. „Dies wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben“, so der Pressesprecher.

Das Bier lief in Strömen beim Einzug der Vereine. - Foto: Dietmar Zwick