Illegal ins Land gebracht: Nur noch die Hälfte der Hundewelpen in Schwandorfs Tierheim lebt

Traurige Nachrichten gibt es aus dem Schwandorfer Tierheim: Fünf der elf Pudelwelpen, die von einem illegalen Hundetransport stammen, sind im Alter weniger Wochen verendet. Grund für den frühen Tod dürfte ein infektiöses Geschehen sein. Den Zeitplan für die Vermittlung der verbliebenen sechs Hundebabys wirbelt das kräftig durcheinander.
Wie berichtet, hatten Beamte der Autobahnpolizeistation Schwandorf spätabends am 8. Mai in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Schwarzenfeld einen 31-Jährigen und sein Auto mit polnischer Zulassung kontrolliert. Im Kofferraum entdeckten die Polizisten elf Welpen im Alter zwischen acht und zwölf Wochen. Sie sollten von Polen nach Belgien transportiert werden.
Weil sich im Zuge der Kontrolle Ungereimtheiten bei den „Papieren“ ergaben, wurde das Veterinäramt hinzugezogen. Dieses nahm die Tierbabys in Obhut und ließ sie ins örtliche Tierheim bringen.
Ermittlungen der Autobahnpolizeistation Schwandorf laufen weiter
Gegen den Fahrer des Transporters wurden Anzeigen wegen Urkundenfälschung und Verstößen gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, wie Torsten Melchner, der Leiter der zuständigen Autobahnpolizeistation, auf Nachfrage sagte. Ferner erklärte er, dass man derzeit keine Hinweise darauf habe, dass der Beschuldigte vor der Kontrolle bereits einen Teil der Welpen in der Region abgeliefert haben könnte.



Im örtlichen Tierheim war und ist die Freude über die kleinen Gäste auf Zeit groß, gleichwohl bedeuten die Welpen einen enormen Arbeitsaufwand. Wegen der verordneten Quarantäne dürfen sich die Mitarbeiter des Tierheims nur in Schutzanzügen den kleinen Pudeln nähern. Das Team um Jana Nießen, die stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins Stadt und Landkreis Schwandorf, steckt viel Herzblut in die Betreuung der jungen Hunde.
Umso größer waren Schock und Trauer, als plötzlich ein Welpe nach dem anderen starb. Nichts hatte auf den frühen Tod von insgesamt fünf Tierbabys hingedeutet. „Ursache dürfte ein infektiöses Geschehen sein, endgültige Befunde stehen aber aus“, teilte dazu Landkreissprecher Manuel Lischka mit. Man könne nicht ausschließen, dass zwischen dem Tod der Tiere und deren illegaler Einfuhr ein Zusammenhang bestehe. „Dies ist aber nicht nachweisbar“, konstatierte der Behördenvertreter.
Zwei weibliche und vier männliche Pudelwelpen werden aktuell noch im Tierheim betreut. Der Zustand der verbliebenen Tierbabys sei „derzeit sehr gut“, so Lischka. Erst kürzlich hätten sich Mitarbeiter des Veterinäramts selbst ein Bild gemacht.
Eigentlich hätten die jungen Hunde ab Mitte Juni vermittelt werden sollen. Doch nach dem „infektiösen Geschehen“ ist laut Landratsamt völlig offen, ab wann sie auf ihre neuen Besitzer treffen können. „Die Hunde müssen erst komplett gesund und damit impffähig sein“, erklärte der Landkreissprecher das weitere Vorgehen.Drei Wochen nach der Impfung gegen Tollwut könnten die Hunde dann vermittelt werden.
OB und 2. Bürgermeister zu Besuch in Schwandorfs Tierheim
Unterdessen haben Oberbürgermeister Andreas Feller und sein Vize Andreas Wopperer (beide CSU) voneinander unabhängig das örtliche Tierheim besucht. „Der Austausch war nicht nur herzlich, sondern auch wunderbar transparent“, lobte die stellvertretende Vorsitzende Jana Nießen beispielsweise den Besuch Fellers.
Zur Stippvisite Wopperers war auch die Presse eingeladen. Beim Termin war zu erfahren, dass im Tierheim derzeit 37 Hunde und 30 Katzen betreut werden. Auch vier Stallhasen, drei Zwergkaninchen und ein Kanarienvogel haben hier ein vorübergehendes Zuhause gefunden. Nießen zeigte sich begeistert vom „gigantischen Zusammenhalt“ innerhalb der Einrichtung. Inzwischen würden sich hier mehr als 30 Ehrenamtliche engagieren.

Beim Gespräch klang ferner an, dass eine Erhöhung der Fundtierpauschale für das Tierheim enorm wichtig wäre. Derzeit zahlen die Gemeinden pro Jahr und Einwohner einen Euro. Wünschenswert wären aber 1,50 Euro, um weiter bestmöglich zum Wohl der Tiere arbeiten zu können, erklärte Jana Nießen.
2. Bürgermeister Andreas Wopperer zeigte sich erfreut, dass „die jahrzehntelange, gute Arbeit im Tierheim entsprechend fortgeführt wird“. Als Stadt werde man die Einrichtung „immer gerne unterstützen“. Der OB-Vize kann sich eine Erhöhung der Fundtierpauschale gut vorstellen. „Alle Kommunen sind hier in der Pflicht“, stellte er fest.