B85 wird bei Wackersdorf zur Baustelle: Bundesstraße für etwa drei Monate gesperrt

Die unfallträchtige Lohbauer-Kreuzung an der B85 bei Heselbach im Landkreis Schwandorf soll entschärft werden. Am Mittwoch, 25. Juni, beginnt der Umbau für eine sogenannte Versatzlösung. Autofahrer müssen sich auf längere Wege einstellen. Für etwa drei Monate sind die B85 und die Kreisstraße SAD9 in diesem Bereich komplett gesperrt.
An der Kreuzung im Wackersdorfer Ortsteil Heselbach, wo die Kreisstraße SAD9 die vielbefahrene Bundesstraße quert, ereignen sich immer wieder folgenschwere Unfälle. Zuletzt krachte es hier im November 2024, als bei dichtem Nebel im Feierabendverkehr zwei Autos zusammenstießen.
Schon seit Jahren herrscht im Kreuzungsbereich Tempo 70
Dabei gab es in den vergangenen Jahren durchaus Bemühungen, die Situation an der Kreuzung zu entschärfen. Seit Ende 2019 gilt in dem Abschnitt bis zum Ortsende auf der B 85 eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 70. Und neben Wildschutzzäunen entlang der Bundesstraße wurde auch eine eigene Linksabbiegespur von der B85 zur Franz-Schubert-Straße und dem Gasthaus Besenhardt errichtet.
Nun folgt die bisher größte Baumaßnahme. Rund 2,3 Millionen Euro investiert das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach nach einer aktuellen Pressemitteilung in die Versatzlösung an der Lohbauer-Kreuzung. Dabei wird der südliche Ast der Kreisstraße SAD9 aus Richtung Steinberg am See kurz vor der B85 nach links versetzt. Aus der Lohbauer-Kreuzung mit ihren vier Ästen werden so zwei eigenständige Zu- und Abfahrten.
Umbau soll drei Monate dauern
In der auf rund drei Monate angesetzten Bauphase müssen die Autofahrer Verkehrsbehinderungen in Kauf nehmen. Komplett gesperrt bleibt laut Staatlichem Bauamt der unmittelbare Kreuzungsbereich mit den beiden Kreisstraßenästen der SAD9. Von Heselbach in Richtung Wackersdorf ist die B85 nicht befahrbar. Beim Umbau der Kreuzung wird nämlich nicht nur ein großer Teil der Fahrbahn ausgebaut, sondern auch ein Leitungsgraben quer durch die B85 errichtet.
Bis zum Ende der Sommerferien soll der unmittelbare Kreuzungsumbau abgeschlossen und die B85 wieder durchgängig befahrbar sein. Der südliche Teil der Kreisstraße SAD9 bleibt voraussichtlich weitere sechs Wochen bis Ende Oktober gesperrt, um den Kreisstraßenast zu verlegen und an den Bestand anzuschließen.
Während des Umbaus der Lohbauer-Kreuzung wird der überregionale Verkehr aus Richtung Cham bereits bei Altenschwand umgeleitet – und zwar über die Kreisstraße SAD18 und die Industriestraße zurück auf die B85. In Gegenrichtung erfolgt die Umleitung analog. Für Steinberger, die Richtung Wackersdorf fahren wollen, führt die offizielle Umleitung über die Staatsstraße 2145 und die Industriestraße, Anlieger aus Heselbach können einfach weiter nördlich in die SAD9 einfahren und von dort ebenfalls nach Wackersdorf oder via Industriestraße zurück zur B85 gelangen.
Bald gibt es Flüsterasphalt
Auch während der Bauphase können Anlieger und Schulbusse nach Mitteilung des Bauamts die B85 weitgehend nutzen. Eine Ausnahme macht die erste Woche der Sommerferien, in der auf dem Abschnitt von der Franz-Schubert-Straße bis zur Einmündung nach Warmersdorf am Mappenberg der gesamte Fahrbahnbelag erneuert werden soll. Auf einer Strecke von 1,5 Kilometern wird hier lärmoptimierter „Flüsterasphalt“ eingebaut. Die Anwohner aus Meldau müssen in dieser Zeit auf die Gemeindeverbindungsstraße nach Altenschwand ausweichen.
Ich bin froh, dass wir hier eine Verbesserung bekommen
Harald Bemmerl, Bürgermeister von Steinberg am See
Die Kommunalpolitik vor Ort reagierte mit Genugtuung auf die sich abzeichnende Verbesserung. Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter (CSU) dankte auf Anfrage dem Staatlichen Bauamt ausdrücklich für die „konsequente Umsetzung“ der Vorschläge, die „teils explizit von der Gemeinde Wackersdorf und anderen Kommunen entlang der B85“ eingefordert worden seien. Langfristig müssten die verschiedenen Ausbauvarianten der B85 weiter untersucht und geprüft werden.
Auch Steinbergs Bürgermeister Harald Bemmerl (SPD) zeigte sich erleichtert über den Umbau der Lohbauer-Kreuzung. „Ich bin froh, dass wir hier eine Verbesserung bekommen“, sagte er der MZ. Die Umwege, die die Steinberger durch die Maßnahme in Kauf nehmen müssten, bezeichnete er als vertretbar: „Die Umleitung wird ähnlich erfolgen wie beim Ausbau der Waldheimer Straße vor zwei Jahren. Wir werden gut damit zurechtkommen.“