Kleine Naabbrücke bleibt Baustelle: Schwandorfer Bürgerfest soll nicht darunter leiden

Überraschende Schäden an der Kleinen Naabbrücke werfen den Zeitplan an Schwandorfs größter Baustelle über den Haufen. Die Naabbrücken samt Beer-Kreuzung können nun wohl erst am 25. Juli komplett für den Verkehr freigegeben werden – also rund zwei Wochen nach dem Bürgerfest. Die Party in der Innenstadt soll dadurch aber möglichst wenig beeinträchtigt werden.
Beim Neubau der Mittleren und Großen Naabbrücke unter der Regie des Staatlichen Bauamts wurde der Zeitplan nicht nur eingehalten, sondern sogar noch unterboten. Die Verzögerung des Gesamtprojekts resultiert aus dem letzten noch fehlenden Puzzleteil, der Beer-Kreuzung. Hier wollte die Stadt Schwandorf rechtzeitig bis zum Bürgerfest ab dem 11. Juli die Fahrbahndecke erneuern, ebenso an den Zufahrten aus Richtung Marktplatz, Naabufer- und Fronberger Straße sowie der Kleinen Naabbrücke zwischen Beer-Kreuzung und Stadtpark.
Korrosionsschutz auf Dauer nicht gewährleistet
Eigentlich war auch auf diesem Teilstück nur eine Deckenerneuerung geplant. Doch nachdem die oberste Schicht abgefräst war, gab es eine Überraschung. Laut Hannes Neudam, der das Großprojekt als Abteilungsleiter Brückenbau beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach seit Jahren federführend betreut, traten Schäden an der darunterliegenden Tragschicht und der Abdichtung zutage, die nach den stichprobenartigen Untersuchungen im Vorfeld so nicht zu erwarten waren.
Statt einer homogenen Schichtung trat, vereinfacht gesagt, ein Flickenteppich zutage. „Zum Teil hätte man das mit der Hand abziehen können“, formuliert es Neudam. Der flächendeckende Schutz des tragenden Betonunterbaus vor Wasser und Korrosion war nach seinen Worten nicht mehr auf Dauer gewährleistet.

Nach einem Ortstermin in der vergangenen Woche beschlossen die Verantwortlichen daher, das Problem nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern gleich zu beheben. Die Maßnahme sei „unumgänglich, um die Sicherheit der Kleinen Naabbrücke zu gewährleisten und spätere, größere Schäden zu vermeiden“, erklärten am Montag Stadt Schwandorf und Staatliches Bauamt in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Die Zusatzkosten übernimmt die Stadt als Baulastträger, wie Pressesprecher Andreas Hofmeister auf Anfrage informierte. Über ihre Höhe konnte er noch keine Angaben machen.
Inzwischen ist bereits der gesamte Oberbau an der Kleinen Naabbrücke abgefräst worden. Am Dienstag gingen die Bauarbeiter nun daran, die tragenden Betonflächen mit dem Sandstrahler zu glätten und für den kommenden Aufbau vorzubereiten – mit Abdichtung, Trag- und abschließender Deckschicht. Rund zwei Wochen sind für diese Zusatzarbeiten veranschlagt.
Für die Autofahrer in Schwandorf haben die Nachbesserungen Folgen. Die lang ersehnte Verkehrsfreigabe der Naabbrücken verschiebt sich um weitere zwei Wochen. Voraussichtlich bis 25. Juli wird der Verkehr also weiter über die Behelfsbrücken und die Fronberger Straße Richtung B 85 und Autobahn geführt.
Rettungswege beim Bürgerfest bleiben befahrbar
Die Auswirkungen auf das Schwandorfer Bürgerfest vom 11. bis 13. Juli sollen sich trotzdem nach Möglichkeit in Grenzen halten. Sämtliche Naabbrücken und auch die Beer-Kreuzung blieben in dieser Zeit für Fußgänger frei zugänglich, heißt es in der Presseerklärung vom Montag. Auch für die Anlieferung seien „die Zufahrtswege sichergestellt“.

Auf Nachfrage erläuterte Pressesprecher Hofmeister, dass der Lieferverkehr fürs Bürgerfest auf den üblichen Zufahrtswegen in die Innenstadt, aber auch über Naabufer- und Fronberger Straße erfolgen könne. Trotz der Baustelle sei auch der Rettungsdienst wie üblich am Eingang zum Marktplatz postiert. „Die Rettungswege bleiben durchgehend befahrbar“, so der Sprecher.
Eine allgemeine Freigabe der Beer-Kreuzung für den motorisierten Verkehr ist nach seinen Worten aus technischen Gründen aber nicht möglich. Hofmeister: „Dies wäre mit einem hohen logistischen Aufwand verbunden. So benötigt die Baufirma weiter ihren Arbeitsbereich in der Beer-Kreuzung, beispielsweise im Rahmen von Markierungs- und Asphaltarbeiten. Des Weiteren müsste eine umfangreiche Baustellenampelanlage installiert werden, um den Verkehrsfluss zu ermöglichen und den Fußgängern eine sichere Querungsmöglichkeit zu bieten.“
Von einer vorübergehenden Verkehrsfreigabe mit anschließender nochmaliger Sperrung hat die Stadt ebenfalls Abstand genommen. Denn sie würde nach Angaben des Pressesprechers „voraussichtlich erneut zu Problemen im Verkehrsfluss führen“.