Nun ist die Beer-Kreuzung in Schwandorf dicht - Verkehrschaos bleibt vorerst aus

Von Jan Lange · 4. Juni 2025 um 17:00

Normalerweise fahren Tausende Fahrzeuge am Tag über die Beer-Kreuzung. Sie ist einer der zentralen Knotenpunkte, um beispielsweise vom Norden in den Süden Schwandorfs zu gelangen. Seit dem späten Mittwochvormittag kreuzt kein Wagen mehr die Gabelung – denn die Beer-Kreuzung ist voll gesperrt.

Bis voraussichtlich 10. Juli bleibt der Knotenpunkt direkt vor den neuen Naabbrücken dicht. Neben der Asphaltdecke werden auch Teile der Entwässerungsrinne sowie die Gasleitung, die mittig unter der Kreuzung verläuft, erneuert. Zusammen mit den neuen Brücken soll die Kreuzung dann wieder freigegeben werden.

Berufsverkehr am Mittwochmorgen rollte noch über die Kreuzung

Am Mittwochmorgen herrschte zunächst etwas Verwirrung: Die Beer-Kreuzung war noch offen. Der morgendliche Berufsverkehr floss ganz normal in alle Richtungen. Die Nachfrage bei der Stadt war schnell beantwortet: Die Umleitungsschilder mussten noch aufgestellt und aktiviert werden. „Die Kreuzung wurde deshalb bewusst am Morgen offen gelassen, um so wenig Reibungspunkte wie möglich zu haben“, erklärte die stellvertretende Pressesprecherin Lara Schmaus.

Kurz nach zehn Uhr war dann alles an der richtigen Position und die Kreuzung konnte gesperrt werden. „Wenn ein Schwarm an der Ampel steht, lassen wir ihn noch durch und machen danach zu“, beschreibt Jörg Feulner von der Firma AVS Verkehrssicherung den Moment der Vollsperrung.

Während man an der Spitalkirche noch in die Spitalstraße einfahren konnte, ging es am anderen Ende, an der Einmündung in die Nürnberger Straße, nicht weiter. - Foto: Jan Lange

Die Sperrung betraf nicht nur den unmittelbaren Kreuzungsbereich, sondern auch Teile der Zufahrtsstraßen. Die rot-weißen Schrankenzäune wurden beispielsweise am Marktplatz in Höhe von Juwelier Meiler oder direkt an der Behelfsbrücke über die Naab aufgebaut.

Ein größeres Verkehrschaos blieb nach der Sperrung der Kreuzung aus, wie die Mittelbayerische vor Ort feststellen konnte. Kleinere Reibereien gab es jedoch. Eine neuralgische Stelle war die Spitalstraße, die zwischen Spitalkirche und dem neuen Landesjugendamt entlangführt.

Es braucht wohl drei oder vier Tage, bis die Änderungen in den Köpfen der Menschen sind.

ein Mitarbeiter der Verkehrssicherungsfirma, die die Absperrungen aufgebaut hatte

Viele Fahrzeuge wollten über die kleine Nebenstraße die Sperrung umfahren. Pech war nur, dass sie nicht weit kamen. Denn die Ausfahrt auf die Nürnberger Straße war auch dicht. So mussten alle Fahrzeuge wieder umdrehen. Den Kennzeichen nach kamen viele Fahrer aus anderen Landkreisen. Aber auch manch Schwandorfer wollte die vermeintliche Abkürzung nutzen. Ferner versuchte ein Laster sein Glück in der Spitalstraße – und hatte dann Mühe beim Umdrehen.

Das befürchtete Verkehrschaos an der Ecke Fronberger Straße/Böhmische Torgasse (unmittelbar am Schwandorfer Rathaus) hatte sich bisher nicht eingestellt. - Foto: Jan Lange

Eigentlich sei die Umleitung gut ausgeschildert, meinte ein Mitarbeiter der Verkehrssicherungsfirma. Es brauche aber wohl drei oder vier Tage, bis die Änderungen in den Köpfen der Menschen seien.

Die Polizei hatte empfohlen, den Verkehrsstrom in Richtung Innenstadt möglichst weiträumig über die A93 und die Abfahrt Schwandorf-Mitte umzuleiten. Man werde in den kommenden Tagen vermehrt zu den Stoßzeiten am Morgen und nachmittags kontrollieren, erklärte Deniz Birol, der in der Polizeiinspektion Schwandorf für den Verkehrsbereich zuständig ist. Sollten sich bestimmte Stellen als problematisch erweisen, werde die Polizei gemeinsam mit der Stadt nach Lösungen suchen, so der Hauptkommissar.

Am Ettmannsdorfer Berg hat sich der Verkehrsstrom schon am Mittwoch deutlich erhöht. Bisher gab es in alle Richtungen aber noch keine größeren Probleme. - Foto: Jan Lange

Eine kritische Ecke könnte der Ettmannsdorfer Berg sein, über den der Verkehr ebenfalls umgeleitet wird. Wer am späten Mittwochvormittag nur ein paar Minuten den Schnittpunkt von Neukirchener und Ettmannsdorfer Straße beobachtet hatte, merkte schnell, dass der Verkehrsstrom deutlich zunahm.

Schulbus muss nun auf der gegenüberliegenden Straßenseite halten

Für die Grundschüler der Gerhardinger-Schule direkt neben dem Rathaus hat die Sperrung der Beer-Kreuzung ebenfalls Auswirkungen. Der Schulbus, der die auswärtigen Kinder befördert, hält derzeit nicht direkt vor der Einrichtung, sondern auf der anderen Straßenseite. Wochentags wird der Außendienst des Ordnungsamtes deshalb die Grundschüler morgens und mittags sicher über die Straße bringen, kündigte Pressesprecherin Schmaus an.

Die Bushaltestelle am Rathaus-Parkhaus wird während der Sperrung nicht bedient. Der Schulbus hält dort aber - und die Kinder müssen nun die Straße überqueren. Bisher hielt er direkt vor der Gerhardinger-Grundschule. - Foto: Jan Lange