Schwandorfer Fußgänger ignorierten Sperrung der Naabbrücken – Bauamt warnt vor Risiken

Die neuen Naabbrücken sind eigentlich noch gesperrt – auch für Fußgänger. Doch am Wochenende, als das Volksfest gefeiert wurde, sind viele Schwandorfer bereits munter über das Bauwerk spaziert. Fast so, als würde es die Absperrungen gar nicht geben. Sogar die Polizei musste einschreiten. Nun warnt das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach vor den Risiken.
Es war spätabends am Pfingstsonntag, als mehrere Streifen der Polizei sowie der Außendienst Ordnungsamt anrücken mussten. Der Grund: Etliche Personen hatten sich auf der neuen Brücke positioniert, um das Volksfest-Feuerwerk zu bestaunen. Sie hatten offenbar die Absperrungen beiseite geschoben und sich so Zugang verschafft.
Die Polizei spricht auf Nachfrage von einer niedrigen zweistelligen Personenzahl, die festgestellt werden konnte. Am Ende gab es für die Beteiligen einen Platzverweis. Doch es blieb offenbar nicht bei einem Vorfall. Auch am Montag wurden Personen beobachtet, wie sie am helllichten Tag über die neue Brücke spaziert sind – trotz Absperrungen.
Naabbrücke ist noch nicht fertig, deshalb gibt es Risiken
Bei den zuständigen Stellen sorgt das für wenig Begeisterung. Hannes Neudam, beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach für den Brückenbau zuständig, appelliert an die Vernunft der Bürger. Die Sperrung bestehe aus gutem Grund, schließlich sei die Brücke bislang nicht fertig. So sind etwa noch nicht alle Geländerteile und Absicherungen fest montiert oder Böschungstreppen nicht betoniert. „Wir haben dort tatsächlich teilweise Baustellenteile, die wir noch fertigstellen müssen“, sagt Neudam. „Deswegen ist ganz bewusst noch gesperrt.“
Dass man kein Fort Knox draus machen kann, ist aber auch klar. Wir hoffen da auf die Vernunft der Bürger.
Hannes Neudam, Staatliches Bauamt Amberg-Sulzbach
Für die Menschen, die über die Brücke laufen, sei das schlimmstenfalls mit Gefahren verbunden. „Teilweise könnte man irgendwo reinfallen, stolpern oder stürzen“, sagt Neudam. Auch an den Baumaschinen könne man sich verletzen. „Dass man kein Fort Knox draus machen kann, ist aber auch klar“, sagt Neudam. „Wir hoffen da auf die Vernunft der Bürger.“
Verkehr wird am 11. Juli freigegeben
Sein Appell ist deshalb klar: Bis die Brücken fertiggestellt sind – nämlich am 11. Juli –, sollten auch Fußgänger unbedingt weiter den offiziellen Weg über die Behelfsbrücke nehmen. Das betont auch die Stadt Schwandorf. Es handle sich um einen Baustellenbereich, der noch nicht verkehrssicher sei, sagt deren Pressesprecher Andreas Hofmeister. Mit Blick auf die möglichen Gefahrenstellen solle man ihn daher nicht betreten.
Die Schwandorfer Polizei ist unterdessen zuversichtlich, dass sich die Vorfälle nicht wiederholen, nachdem das Volksfest vorbei ist. Für die Zukunft erwarte man keine Probleme, sagt Florian Meier, Vize-Chef der Polizeiinspektion Schwandorf. Wohl nicht zuletzt deshalb, weil die Sperrung nicht mehr lange anhält. Schon am 11. Juli, noch vor dem Bürgerfest-Start, sollen Autos, Radfahrer und Fußgänger die neuen Brücken nutzen können.