Gottesdienst läuft in ganz Deutschland: Katholische Stadtkirche Burglengenfeld feiert Fronleichnam

Der Innenraum der Kirche St. Vitus ist hell ausgeleuchtet. Kameras stehen herum, Mitarbeiter des Fernsehteams beraten sich. Das Mikrofon am Altar muss durch ein kleineres ausgetauscht werden, sonst versperrt es in einer Kameraeinstellung die Sicht auf Pfarrer Hirmer. Die Stadtkirche Burglengenfeld kommt am heutigen Donnerstag groß raus. Denn die ARD überträgt gemeinsam mit dem BR live den Fronleichnamsgottesdienst und die darauffolgende Prozession zum Marktplatz.
Ab 10 Uhr werden Zuschauer aus ganz Deutschland einen Blick in die Burglengenfelder Kirche werfen können. „Ich rechne damit, dass wir bis zu einer Million Menschen erreichen werden“, sagt Hirmer. Denn der Gottesdienst wird nicht nur im Bayerischen Rundfunk und in der ARD zu sehen sein, sondern auch im Radio laufen. Im Deutschlandfunk und bei WDR1 werden die Feierlichkeiten zu hören sein.
Viele Hände, schnelles Ende

Neben der Stimme des Pfarrers wird Monsignore Erwin Albrecht die stillen Momente des Gottesdienst füllen. Er kommentiert vor allem für die Zuhörer und wolle die Bedeutung von Fronleichnam näher bringen, so Albrecht: „Es herrscht eine eigenartige Stimmung, viele Leute haben Angst. Fronleichnam ist die Botschaft, dass es Hoffnung gibt, die wortwörtlich aus der Kirche hinausgetragen wird.“
Ziel ist es, bei den Aufnahmen einen ganz normalen Gottesdienst abzubilden.
Elisabeth Möst, BR-Redakteurin
Die Vorbereitung der Übertragung startete bereits am Dienstag, sagt die zuständige Redakteurin des BR-Teams, Elisabeth Möst. 18 Mitarbeiter seien im Einsatz, um sich um Bild, Ton, Licht, die Kameras in der Kirche und noch vieles mehr zu kümmern. Auch ein großer Übertragungswagen steht neben der Kirche. Hier sitzt die Regie und koordiniert die verschiedenen Kameraeinstellungen. In der Kirche werde mit drei Kameras gefilmt, am Marktplatz dann mit zwei, erklärt Möst.
Insgesamt eineinhalb Kilometer Kabel wurden laut Produktionsleiter Michael Hartinger in und um die Kirche verlegt. Einige davon konnte man noch vom letzten mal liegen lassen, denn es ist nicht das erste Mal, dass der BR in St. Vitus filmt.
Nicht die erste Übertragung
Erst vor wenigen Monaten war das Team schon einmal in Burglengenfeld. Anlässlich des zweiten Advents und des Dreikönigstags wurde der Gottesdienst aufgezeichnet. Laut BR verfolgten damals den Gottesdienst zum Dreikönigfest allein in Bayern rund 142 000 Zuschauer, am zweiten Advent waren es in Bayern rund 39 000. Zu den 18 Mitarbeitern des BR kommen dann noch einmal gut 200 Helfer der Gemeinde, erklärt Pfarrer Hirmer. Vom Chor, über die Blaskapelle, die Ministranten und Meßner bis zu den Menschen im Hintergrund, die sich zum Beispiel um den Blumenschmuck in der Kirche kümmern.
Trotz diesem Arbeitsaufwand solle es für die Zuschauer kein „Fernsehgottesdienst“ werden, so Hirmer. „Wichtig für mich ist der Dienst an den Menschen, die nicht mehr in die Kirche gehen können“, sagt Pfarrer Hirmer. „Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes Dienstleister.“ Seine Tante feiere beispielsweise selbst Gottesdienste am Fernseher mit.

„Ziel ist es, bei den Aufnahmen einen ganz normalen Gottesdienst abzubilden. Deswegen wollen wir auch keine Kameras oder Scheinwerfer im Bild“, sagt Möst.
Für die Aufzeichnung des Gottesdienstes samt Prozession wird dieses Mal der gesamte Marktplatz gesperrt. Das passiert zum ersten Mal und liegt laut Hirmer an den neuen Sicherheitsmaßnahmen des Innenministeriums. Bei den relevanten Zufahrten werden Lastwagen der Feuerwehr zum Schutz aufgebaut.

Rund 600 Menschen passen in die Kirche St. Vitus – doch sehr viel mehr werden der Kirchengemeinde im Fernsehen und Radio dabei zuschauen oder zuhören, wie sie Fronleichnam feiert.
Informationen zur Übertragung
• Vor Ort: Die Kirchengemeinde Burglengenfeld wird gemeinsam den Gottesdienst feiern. In die Kirche passen rund 600 Personen. Danach zieht die Prozession zum Burglengenfelder Marktplatz.
• Live mit dabei: Der Gottesdienst wird ab 10 Uhr übertragen und wird insgesamt eine Stunde dauern. Zu sehen ist er in der ARD und im Bayerischen Rundfunk. Im Radio läuft die Sendung bei WDR 1 und im Deutschlandfunk. Kommentiert wird die Radiosendung von Monsignore Erwin Albrecht.
• Mediathek: Wer den Gottesdienst mit Pfarrer Hirmer am Donnerstag verpasst, kann sich direkt danach in der Mediathek des ARD eine Wiederholung ansehen. Dort wird die Aufzeichnung noch für die nächsten zwei Jahre verfügbar sein.
