Himmlische Quote für St. Vitus in Burglengenfeld: Pfarrer freut sich über 140.000 Zuschauer

Von Nils Mayer · 17. Januar 2025 um 05:00

Die katholische Stadtkirche Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf darf sich über einen schönen Erfolg freuen. Die TV-Übertragung vom Dreikönigsgottesdienst aus St. Vitus haben rund 140.000 Menschen aus ganz Bayern mitverfolgt.

Das entspricht einem Marktanteil von ungefähr 16,6 Prozent, bestätigte auf Anfrage die Redaktion des Bayerischen Rundfunks. Diese „überdurchschnittlich gute“ Quote sei vermutlich auch auf den Feiertag zurückzuführen.

„Ich habe mich sehr über das große Interesse an dem Gottesdienst gefreut, weil es eine Bestätigung unserer Arbeit ist“, verrät Pfarrer Michael Hirmer, der sich aktuell mit einer Reisegruppe aus Burglengenfeld in Indien aufhält. Der Gottesdienst und die Übertragung seien eine echte Teamleistung aller Beteiligten gewesen. „Ich wüsste nicht, was besser hätte laufen können“, fasste Hirmer zusammen.

Gläubige holten Weihrauch ins Wohnzimmer

Die vielen Zuschriften der Leute und die geschriebenen E-Mails, die ihn nach dem Gottesdienst erreichten, seien alle durchweg positiv gewesen. Auch das Ziel der Fernsehübertragung wurde laut Hirmer vollkommen erfüllt: „Wir wollten den Leuten, die leider nicht mehr in die Kirche gehen können, einen richtigen Dreikönigsgottesdienst für zuhause anbieten.“

Und dieses Angebot sei von den Gläubigen auch so angenommen worden. „Ich habe gehört, dass Leute vor dem Fernseher mitgebetet und zusammen gesungen haben“, erzählt Hirmer. Manche hätten sogar im Wohnzimmer ihren eigenen Weihrauch angezündet.

Also Kirchenstimmung für zuhause sozusagen. Aber besteht nicht die Gefahr, dass die Menschen in Zukunft lieber vom kuscheligen Wohnzimmer aus zusehen, anstatt in die kühle Kirche vor Ort zu gehen? Laut Hirmer könne die Fernsehübertragung das Kirchengefühl trotz allem nicht eins zu eins ersetzen. „Die Übertragung ist eine Ergänzung, aber kein Ersatz“, betont der Pfarrer. „Eine große Mehrheit der Zuschauer wäre viel lieber vor Ort mit dabei gewesen.“

Noch mehr digitale Möglichkeiten für die Kirche

Für die Zukunft der Kirche wünscht sich der katholische Seelsorger trotzdem noch mehr Mut und Präsenz im Internet. „Wir haben diesbezüglich als Kirche wirklich noch sehr großen Nachholbedarf“, gibt er zu. Natürlich sei so ein Vorhaben mit viel Aufwand und Zeit verbunden. Dennoch könne die Kirche in den sozialen Medien noch aktiver und sichtbarer werden.

Als nächstes steht die Liveübertragung des Fronleichnamsfests aus Burglengenfeld an. Alle Anwesenden und natürlich auch alle Zuschauer zuhause können sich laut Hirmer schon jetzt auf die Prozession und auf die Musikkapelle St.Vitus unter der Leitung von Hubert Zaindl freuen. Letzterer sei auch einer der Gründe, warum der Bayrische Rundfunk damals auf Burglengenfeld aufmerksam geworden sei.