Katholische Stadtkirche Burglengenfeld: Auf dem Weg zur „Fernsehpfarrei“?

Die katholische Stadtkirche Burglengenfeld steht wortwörtlich im Rampenlicht. Das Bayerische Fernsehen hat die Kirche St. Vitus mit ihren vielen Ehrenamtlichen entdeckt. Bereits zum wiederholten Male wurde nun ein Gottesdienst live übertragen. Und die Sendung am Dreikönigstag wird nicht die letzte bleiben.
Wer am Montagvormittag im Herzen Burglengenfelds unterwegs war, der dürfte überrascht gewesen sein. Der ganze St.-Veit-Platz war von Fahrzeugen des Bayerischen Rundfunks (BR) belegt. Ein großer Übertragungswagen, ein technischer Rüstwagen, ein Teambus, ein Auto und zwei Kleintransporter für die Lichttechnik standen vor der Vituskirche. Im Gotteshaus herrschte derweil volle Konzentration. Kamerateams und Aufnahmeleitung brachten die Messe am Dreikönigstag in die Wohnzimmer des Freistaats.
Die treuen Zuschauer der BR-Fernsehgottesdienste dürften dabei wohl so manchen Akteur wiedererkannt haben. Denn erst am 8. Dezember 2024 wurde ein Gottesdienst aus St. Vitus übertragen.
Ein immenser Aufwand
Fabian Stetter von der Produktionsleitung erklärte, dass es kostengünstiger sei, Übertragungen aus einer Pfarrei kurzfristig hintereinander zu machen. So würden bestimmte Kosten wie die Errichtung einer Kabelüberführung nur einmal anfallen.
Für die Live-Sendung am Montag war der BR mit 15 Mitarbeitern vor Ort, so Stetter. Sie kommen aus den Bereichen Regie, Redaktion, Kamera-Bedienung, Beleuchtung und Aufnahmeleitung. Der Aufwand für eine derartige Übertragung ist enorm: Allein für die Vorbereitung benötigten Redaktion und Produktionsplanung etwa eine Woche. Die Techniker, die für die reibungslose Übertragung des Gottesdienstes sorgten, waren bereits drei Tage vor dem Sendetermin angereist. Etwa 30 Scheinwerfer rückten das Gotteshaus in das rechte Licht. Außerdem wurden vier große Kameras aufgebaut.
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Die Verantwortlichen setzen bei den Live-Übertragungen bevorzugt auf kleinere Pfarrgemeinden. Dort sei oftmals der Zusammenhalt unter den Gläubigen größer, hieß es. Das trifft offenbar auch auf Burglengenfelds Stadtkirche zu: Denn mit ihr sind die Fernsehmacher äußerst zufrieden. Man fühle sich in der Pfarrei und in der Stadt sehr wohl, sagten BR-Mitarbeiter. Man sei freundlich empfangen und von allen Beteiligten nach besten Kräften unterstützt worden – vom Pfarrer bis zu den Ehrenamtlichen. Aufnahmeleiter Michael Hiechinger hob die Qualität der Kirchenmusik hervor. Diese sei in Burglengenfeld schon „etwas Besonderes“.
Und in der Tat: Die Freunde der Kirchenmusik kamen bei der neuesten Übertragung durchaus auf ihre Kosten. Die musikalische Gestaltung der gut besuchten Messe lag in den Händen von Kirchenmusiker Hubert Zaindl, dessen Gospelmesse mit Kirchenchor, Gospelchor und Chören der Singschule St. Vitus aufgeführt wurde. Solistin war Sabine Scherer.
Regisseur Christoph Engel hatte ein großes Lob für Stadtpfarrer Michael Hirmer parat. Mit seiner Präsenz im Gottesdienst spreche er die Besucher vor Ort ebenso an wie die Fernsehzuschauer. Dies sei neben dem schönen Gotteshaus auch ein Grund für die wiederholte Übertragung aus St. Vitus gewesen. Eine dritte Live-Übertragung aus Burglengenfeld sei noch in diesem Jahr vorgesehen. An Fronleichnam, 19. Juni, steht die Burglengenfelder Pfarrei erneut im bayernweiten Fokus.
Lange Vorbereitungszeit
Für Pfarrer Hirmer war es bereits der vierte Fernsehgottesdienst, er ist sozusagen fernseherprobt. Aufgeregt war der umtriebige Seelsorger wegen der Live-Sendung daher nicht. Für den Stadtpfarrer bedeutet eine solche Übertragung aber einen großen Arbeitsaufwand. Rund ein halbes Jahr habe Hirmers Vorbereitungszeit gedauert.
Jedes Wort, jeder Schritt werde genau geplant. Seine Predigt, so der Pfarrer, musste er einen Monat vor dem Gottesdienst einreichen. Damit auch alles wie gewünscht ablaufe, gebe es einen 37-seitigen, exakten Laufplan. Schließlich müsse die Live-Übertragung exakt 60 Minuten dauern.
Hirmer zeigte sich begeistert, dass mit ihm am Dreikönigstag etwa 400 Gläubige in der Vituskirche den Fernsehgottesdienst gefeiert haben. Sehr zufrieden war der Seelsorger, der zusammen mit Ruhestandspfarrer Thomas Senft und Pfarrvikar Sujan Kumarmit am Altar stand, mit der Beteiligung der Anwesenden an Gebeten und am Gesang. Er würde sich freuen, so Hirmer, wenn öfters so viele Menschen in den Gottesdienst kämen und dabei so intensiv mitwirken würden.

