Stadthallenrestaurant Burglengenfeld: Der Termin für die Wiedereröffnung steht

Von Thomas Rieke · 14. Januar 2025 um 17:00

Viele Burglengenfelder können es kaum noch erwarten und fragen sich: Wann wird das Stadthallenrestaurant im Naabtalpark endlich wiedereröffnet? Vor einem Jahr hatte der neue Pächter, Imad Cheikho, einen Termin für Mai 2024 in Aussicht gestellt. Doch von wenigen Ausnahmen abgesehen blieb die Tür zu. Im Gespräch mit der MZ erklärt der Gastronom, weshalb dies so war – und wann es wirklich losgeht.

Wie berichtet, hatte sich die Stadt 2023 dazu entschlossen, für das Lokal neben der Stadthalle einen neuen Pächter zu suchen. Zwei Jahrzehnte hatte Roland Konopisky die Gaststätte zu ihrer Zufriedenheit bewirtschaftet. 2020 jedoch war der Betrieb überwiegend wegen der Corona-Pandemie geschlossen, auch 2021 und 2022 war nur noch sporadisch geöffnet.

Die Trennung zwischen Stadt und Konopisky erfolgte, so hieß es damals, in gegenseitigem Einvernehmen. Per Ausschreibung machte sich die Verwaltung auf die Suche nach einem Nachfolger. Schon Anfang 2024 sollte das Lokal wieder regelmäßig Besucher locken – mindestens fünfmal in der Woche.

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Das Rennen machte der stadtbekannte Gastronom Imad Cheikho. Vor knapp 25 Jahren eröffnete er am Marktplatz sein erstes Lokal, später etablierte er sich mit seiner Lounge. Der Vertrag für das Stadthallenrestaurant wurde Mitte Dezember 2023 unterzeichnet. Um Cheikho einen möglichst guten Start zu ermöglichen, sollte aber vorab eine Modernisierung stattfinden. Über 23 Jahre, nachdem das erste Bier gezapft worden war, schien dies auch mehr als angebracht.

Ringen um das liebe Geld

Damit begannen allerdings schon die Probleme: Für den Umbau hatte die Verwaltung nach Absprache mit dem Wirt Kosten in Höhe von rund 78 500 Euro veranschlagt. Weil die Stadt berechtigt ist, die Vorsteuer abzuziehen, sollte sich die Belastung zwar auf 63 600 Euro reduzieren, doch in den Haushaltsberatungen für 2024 war das der Mehrheit des Stadtrats auch noch zu viel. Die Summe wurde daher auf 50 000 Euro netto gedeckelt.

Cheikho schien die Kröte anfangs zu schlucken. Ein paar Monate später unternahm er jedoch einen neuen Anlauf, um weitere Gelder zu generieren. Dabei zog er den schönen Vergleich vom Wohnzimmer, das ohne Couch auch nicht funktioniere. Cheikhos Hartnäckigkeit machte sich bezahlt. Ende Juni bewilligte der Stadtrat weitere 20 000 Euro.

Dann freilich hörte man wieder monatelang nichts – sehr zum Verdruss eines Stammtischs, dessen weibliche Mitglieder sich gern wieder regelmäßig zum Kegeln getroffen hätten. Von Cheikho wurden sie jedes Mal mit Verweis auf noch laufende Umbauarbeiten im Lokal, auf die er keinen Einfluss habe, vertröstet.

Wachsender Unmut unter den Stadträten

Aber auch unter Stadträten mehrten sich kritische Stimmen. Beim jüngsten Wochenmarkt, als sowohl SPD als auch CSU-Politiker anlässlich des Wahlkampfes ihre Städte aufgebaut hatten, spielte ein Lokalpolitiker der Union mit den Muskeln: Wenn Cheikho nicht alsbald sein Versprechen einlöse und das Restaurant eröffne, werde man darauf dringen, den Vertrag aufzulösen. Auch aus den Reihen der SPD war zu hören, „dass wir den Druck deutlich erhöhen werden“.

Damit konfrontiert, versichert Cheikho, er selbst habe ein ureigenes Interesse, das Lokal zeitnah aufzusperren. Unter Druck setzen lasse er sich dabei aber nicht. Kritikern gibt er zu bedenken, dass sie wohl unterschätzten, welchen Aufwand es bedeute, heute Umbauten in die Wege zu leiten und umzusetzen – auch wenn das Geld zur Verfügung stehe. Und: Er sei kein Freund halber Sachen, betont Cheikho. Daher habe für ihn stets der Grundsatz gegolten, erst zu starten, „wenn alles fertig ist“.

Das ist nun weitestgehend der Fall, und daher hat sich der Gastronom auf einen konkreten Eröffnungstermin festgelegt: Am Samstag, 22. Februar, soll es losgehen.

Ein interessanter Mix: französisch-bayerische Küche

Geplant sei ein fünftägiger Betrieb pro Woche. Viermal nur abends, sonntags auch mittags. Die Gäste könnten sich bei den Speisen auf eine Mischung aus französischer und bayerischer Küche freuen, verrät Cheikho. Auch wenn die Rahmenbedingungen für die Branche insgesamt schwierig seien, er wolle stark sein und ein Zeichen setzen.

Unkenrufen, der Standort des Lokals lasse einen wirtschaftlichen Betrieb kaum zu, hält Cheikho entgegen, seine Entscheidung, sich zu bewerben, sei reiflich überlegt gewesen. Es komme nicht darauf an, wo man was mache, entscheidend sei das Was. Mit einem Tagungsraum, der Kegelbahn und der Halle biete das Restaurant im Naabtalpark großes Potenzial. Man müsse sogar mehrgleisig fahren. Und ringsum lägen mehrere Wohngebiete, wo viele Familien Lust hätten, auch Mal Essen zu gehen, ohne erst ins Auto zu klettern.

Im Übrigen, so Cheikho weiter, weise das Lokal im Naabtalpark eine nette Parallele zur Lounge am Marktplatz auf: Hier wie dort sprudle im Sommer ein hübscher Brunnen und lade zum Verweilen ein.

Zu den Veränderungen im Lokal zählt eine Verlängerung der Theke. Foto: Thomas Rieke