Wer darf eigentlich in die neue Regensburger Leichtathletikhalle rein?

Die ersten Nutzer stehen jetzt fest: vier Vereine, ein Verband und zwei Schulen. Es sollen aber auch Privatpersonen Zeiten bekommen können.
In wenigen Wochen wird der Sportpark Ost eröffnet. Dann wird auch in der gigantischen Leichtathletikhalle an der Zeißstraße Leben einkehren. Eine Frage, die sich viele Passanten zuletzt stellten, kann das Regensburger Stadtwerk, welches die Halle betreibt, aber schon jetzt beantworten: Wer darf die riesige Arena eigentlich benutzen?
2022 wurde auf dem 7,6 Hektar großen Gelände mit dem Bau begonnen. Rund 50 Millionen Euro wurden investiert, um dort ein Schwimmbad und eine Leichtathletikhalle zu bauen. Das Bad wird öffentlich zugänglich sein. Und die Leichtathletikhalle in gewissem Rahmen auch.
Stadtwerk-Sprecher Martin Gottschalk teilt mit, dass bislang vier Vereine eingebucht sind: die LG Telis Finanz, der SWC, Post Süd und mit den Legionären auch ein Baseball-Verein. Zudem werden der Bayerische Leichtathletik-Verband und Regensburger Schulen die Halle nutzen. Hierbei findet laut Gottschalk derzeit die Abstimmung der Details statt. Allgemein werde ihm zufolge das Stadtwerk beim Belegungsplan aber darauf achten, dass die Vereine ausreichend Trainingszeiten und Zeiten für Lehrgänge und Ausbildungscamps haben, „aber auch Zeitfenster geschaffen werden, in denen die Leichtathletikhalle für jeden Privatnutzer, also auch Einzelpersonen, zur Verfügung steht“.
Miete: 250 Euro pro Stunde
Was die Vereine zahlen müssen, ist bereits geregelt. Pro Stunde beträgt die Hallenmiete 250 Euro für die ganze Halle. Wenn nur ein Teilbereich benötigt wird, sind Gottschalk zufolge 45 Euro pro Stunde veranschlagt: „Hierbei ist aber jeweils auch die Erteilung der entsprechenden Sportförderung an die Vereine bei der Ermittlung der realen Kosten zu beachten.“
Die Regensburger Sportklubs dürften die Eröffnung am 28. Juli kaum mehr erwarten können. Kurt Ring, Urgestein der LG Telis Finanz, ist etwa voll des Lobes für das Projekt: „Wir freuen uns sehr.“ Einer weiterer Nutzer wird der Bayerische Leichtathletikverband sein. Geschäftsführer Peter Kapustin findet es „großartig, dass wir neben München und Fürth nun eine dritte Halle dieser Art in Bayern haben“. Im Vergleich der Bundesländer sei der Freistaat in diesem Bereich somit jetzt „ganz weit vorn“. Der BLV plant in Regensburg Stützpunkttraining im Mehrkampf und im Lauf, zudem soll es Lehrgänge mit dem Landeskader geben und auch Wettkämpfe. „Diese werden wir aber immer in Kooperation mit einem Verein vor Ort organisieren. Da haben wir zu allen einen guten Draht“, sagt Kapustin. Dass es in der Halle keine große Zuschauertribüne gibt, sei kein Nachteil, findet er: „Um ehrlich zu sein, brauchen wir die bei Meisterschaften in der Regel auch nicht, weil da keine hunderte Zuschauer kommen. Also ist alles gut.“
Es ist großartig, dass wir nun eine dritte Halle dieser Art in Bayern haben.
BLV-Geschäftsführer Peter Kapustin
Die Stadt Regensburg teilt mit, dass die Halle zunächst vom Albrecht-Altdorfer-Gymnasium und vom Werner-von-Siemens-Gymnasium in einem Probebetrieb genutzt wird. Details sollen bei der Stundenplanung fürs neue Schuljahr festgelegt werden. Eines sei aber klar: Für einen Großteil des lehrplanmäßigen Sportunterrichts ist die Halle wohl nicht geeignet. Eine andere Nutzung als Leichtathletik-Unterricht ist deshalb nicht vorgesehen.
Die Sporthallen in Regensburg sind bekanntlich voll ausgelastet. Auch beim Schulsport sind die Belegungszeiten seit Jahren auf Kante genäht. Die Stadt geht nach eigenen Angaben nicht davon aus, dass diese Situation durch die neue Leichtathletikhalle wesentlich verändert werden kann.
Legionäre bleiben drin
Bei der derzeit laufenden Detailabstimmung der Hallenzeiten scheint es aber bereits zu ersten Misstönen gekommen zu sein. Den Regensburger Legionären wurden nämlich in der Tat Hallenzeiten zugesichert, wie Vereinsvorsitzender Armin Zimmermann berichtet. Diese würde der Klub auch „dringend“ fürs Wintertraining einzelner seiner insgesamt 33 Mannschaften benötigen. Insgesamt vier Stunden waren bislang vorgesehen. Zuletzt habe der Klub aber einen Belegungsplan erhalten, in dem die Legionäre nicht mehr drin waren.
Gottschalk teilt dazu nun mit, dass der Belegungsplan erneut überarbeitet werden wird: „Die Legionäre werden selbstverständlich entsprechende Hallenzeiten bekommen.“ Hierbei werde auch „versucht, wie bei allen anderen Vereinen, ein Maximum an Wunscherfüllung in Sachen Trainingszeiten zu erreichen“.