Das Regensburger Mega-Projekt: Letzter Feinschliff für den Sportpark Ost

Von Jürgen Scharf · 22. März 2025 um 05:00

Arbeiter huschen über die große Baustelle an der Zeißstraße. Ein Bagger tuckert vor sich hin. Die nagelneuen Scheiben der Fassaden blitzen im Sonnenlicht. Und irgendwie ist es zu spüren, dass sich die Arbeiten an einem Mega-Projekt dem Ende zuneigen. Der Sportpark Ost ist auf der Zielgeraden und soll im Frühsommer eröffnet werden.

Vor zweieinhalb Jahren, an einem strahlenden Augusttag, hatten neun Ehrengäste eine Schaufel in die Hand genommen und gemeinsam dem Boden die ersten Spatenstiche versetzt. Genau hier sollten jetzt ein Schwimmbad und eine Leichtathletikhalle gebaut werden. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer sah in dem Projekt einen „Riesenschritt nach vorne“ – für den Stadtosten genauso wie für den Regensburger Sport.

Nun ist dieser Riesenschritt fast zu Ende gemacht. Es wird wohl nur noch wenige Monate dauern, bis der Sportpark Ost seine Türen öffnet. Bauherr ist das Stadtwerk Regensburg. Sprecher Martin Gottschalk sagte der Mediengruppe Bayern, dass alles „sehr weit fortgeschritten“ ist. Aktuell werde der Feinschliff im Innenbereich vorgenommen. In der Leichtathletikhalle etwa werden derzeit die Linien auf den Boden aufgebracht oder die Sitzplätze auf der Tribüne installiert. Im Schwimmbad werden noch letzte Flächen gefliest, die Deckenleuchten eingebaut und die Umkleideräume eingerichtet. Bereits in den allerletzten Zügen sind Gottschalk zufolge die Schwimmbecken selbst, diese dürften „in absehbarer Zeit“, wie er sagt, erstmals befüllt werden können.

Erst ein gigantisches Skelett

Seit zweieinhalb Jahren war nun alleine schon die Baustelle eine Art von neuer Regensburger Sehenswürdigkeit. Unzählige Passanten blieben spontan stehen, wenn sie in der Zeißstraße vorbeikamen. Woche für Woche nahm der Sportpark auf dem 7,6 Hektar großen Gelände der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne immer mehr Gestalt an. Erst gab es ein gigantisches Skelett aus Stahl und Beton zu sehen. Dieses erhielt dann nach und nach eine Hülle. Und zuletzt wurden auf den Außenanlagen schon die ersten Pflanzen angesiedelt. „In Zeiten, in denen das Geld knapper wird, so ein Projekt auf den Weg zu bringen, ist schon eine ordentliche Leistung“, hatte Stadtwerk-Chef Manfred Koller beim Spatenstich gesagt. Und damals auch noch auf die Unwägbarkeiten in der Baubranche hingewiesen. Wie sich Preise und Lieferfristen in der Zeit des Sportpark-Baus entwickeln werden, das wisse niemand genau, „das ist eine Wundertüte“.

Unterm Strich scheint das Stadtwerk mit seinen Kalkulationen aber ziemlich gut gelegen zu haben. Von „etwa 50 Millionen Euro“ Gesamtkosten sprach Koller vor zweieineinhalb Jahren. Stadtwerk-Sprecher Gottschalk gab nun bekannt, dass dieser Kostenkorridor genauso wie der Zeitplan eingehalten werden konnte. 55 Millionen Euro habe letztlich alles gekostet, sagt er. Von der Kreditanstalt für Wiederaufbau gab es dabei einen Zuschuss von 4,6 Millionen Euro aus dem Programm für energieeffizientes Bauen. Im Sportpark Ost wird dem Stadtwerk zufolge schließlich nicht auf Gas oder Biogas gesetzt, wie in den anderen Regensburger Bädern, sondern auf eine Hackschnitzelheizung in Kombination mit einer Wärmepumpe und viel Photovoltaik. Hierfür sind etwa große Solarkollektoren über den Parkflächen angebracht worden. Besonderer Clou dabei: Auch die neuen benachbarten Gebäude der Stadtbau GmbH sollen darüber versorgt werden. Die entsprechenden Kooperationsverträge seien mittlerweile unterschrieben, teilt Gottschalk mit. Im Idealfall solle im Frühjahr 2025 eröffnet werden, hieß es beim Spatenstich. Nun gibt es für ein Projekt dieser Größe eine vergleichsweise minimale Verlängerung. Im Frühsommer geht es los, sagt Gottschalk. Details zum exakten Termin und zum Ablauf der Eröffnung sollen Anfang April bekannt gegeben werden.

„Zeitpunkt ist sehr günstig“

Bei den Regensburger Schwimm-Fans dürfte die Vorfreude in den kommenden Wochen angesichts des nahenden Startschusses mehr und mehr steigen. Und bei den Regensburger Leichtathleten natürlich auch. Kurt Ring, Urgestein der LG Telis Finanz, ist voll des Lobes für das Projekt: „Wir freuen uns sehr. Und der Zeitpunkt ist auch sehr günstig, weil es ja eigentlich eine Winterhalle ist und wir nun genug Zeit haben, um alles zu testen, bis es richtig los geht.“ Insgesamt könnte die Stadt „wirklich stolz darauf sein, was hier geleistet wurde“, sagt er.

Über den Parkflächen sind Solarkollektoren angebracht.