Wer entdeckt den Großen Puppenräuber im Landkreis Neumarkt?

Zum ersten Mal seit 100 Jahren wurde der Große Puppenräuber in Südbayern entdeckt. Der gefährdete Käfer frisst die Larven von Schädlingen, die auch im Landkreis Neumarkt verbreitet sind. Den exotisch aussehenden Käfer hat in Neumarkt aber noch niemand entdeckt. Trotzdem glaubt Horst-Dieter Fuhrmann fest daran, dass es ihn in der Region gibt und bittet Neumarkter um Hilfe.
Der Bereichsleiter Forsten im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hofft darauf, dass Neumarkter den Beweis liefern. „Uns sind noch keine Sichtungen bekannt, aber es ist davon auszugehen, dass es ihn auch in unseren Wäldern gibt“, sagt Fuhrmann.
Lesen Sie hier: Mit Bildergalerie und Video: So lief das 20. Eselrennen beim Neumarkter Frühlingsfest
Da das Insekt unter den allgemeinen Waldspaziergängern unbekannt sei, melden es Leute nicht, wenn sie den Käfer sehen. Das wäre aber sehr wichtig, damit Experten mehr über die Population herausfinden können. „Je mehr Menschen Artenkenntnis haben und Sichtungen melden, desto interessanter wird es.“
Aufmerksame Neumarkter können ihren Teil zu besserem Tierschutz beitragen
Wenn der Lebensraum mancher Insekten verschwindet, gehe man davon aus, dass auch das Insekt langsam ausstirbt. Es kann aber auch sein, dass sich die Art an ein anderes Habitat anpasst und dort weiterlebt. Wenn aufmerksame Bürger das merken, könne man die Tiere besser schützen. Besonders hilfreich seien auch Meldungen zu Schädlingen. „Je schneller wir von Schädlingen wissen, desto schneller können wir reagieren“, sagt Fuhrmann.
Kein Nützling dezimiert einen Schädling so sehr, dass er komplett verschwindet
Horst-Dieter Fuhrmann, Bereichsleiter Forsten im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Manchmal handele aber auch die Natur von alleine. Wenn die Population eines Schädlings steigt, hat der Nützling eine bessere Nahrungsgrundlage und reduziert die Population der Beute. „Kein Nützling dezimiert einen Schädling so sehr, dass er komplett verschwindet“, sagt Fuhrmann. Es sei eher wie bei einem Pendel. Sobald die Zahl des Schädlings stark reduziert ist, sinke auch die des Fressfeindes und ersterer vermehrt sich wieder stärker.
Natürlicher Feind des Eichenprozessionsspinners, der Nonne und des Schwammspinners
Zu den Nützlingen gehört auch der große Puppenräuber. Der Laufkäfer frisst die Larven mancher Falter, die Bäume befallen und auch in Neumarkt verbreitet sind. Beispielsweise die der Nonne, welche Kiefern befällt, die des Eichenprozessionsspinners oder die des Schwammspinners, der Laubbäume kahl frisst. „Aktuell hat der Puppenräuber aber keinen Einfluss“, sagt Fuhrmann. Das liege an der geringen Verbreitung. Im Landkreis wurde er schließlich offiziell noch gar nicht entdeckt.
Wer dennoch einen Großen Puppenräuber findet – man erkennt sie am grün schimmernden Rückenschild – kann die Sichtung inklusive Beweisbild und Nennung des genauen Fundorts an puppenräuber@lwf.bayern.de melden.