Kuriose Szenen: So lief das 20. Eselrennen beim Neumarkter Frühlingsfest

Von Kilian Graef · 1. Juni 2025 um 19:00

Ein verlorener Schuh, verrückte Outfits - und natürlich sture Esel. Das alles und noch viel mehr war beim 20. Neumarkter Eselrennen geboten. Hunderte Zuschauer lachten über komische Szenen und der Siegeresel hat alle überrascht.

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Laut Wetterbericht hätte das Neumarkter Frühlingsfest so enden sollen, wie es am Mittwoch startete: sehr nass. Regen und sogar Gewitter waren auch für das 20. Eselrennen am frühen Sonntagnachmittag vorhergesagt. Doch die Tiere und ihre Begleiter bleiben auf der Rennbahn hinter der kleinen Jurahalle verschont.

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Insgesamt 16 Teams stehen neben dem Rundkurs und betrachten die Konkurrenz. Jede Mannschaft besteht aus vier Läufern, die jeweils eine Runde absolvieren und den Esel wie einen Staffelstab übergeben. Sie rennen in vier Vorläufen um den Einzug in das Finale – zumindest, wenn der Esel es zulässt. „Sie sind bekannt für ihre Sturheit und machen nur das, was sie für nötig halten“, warnt Moderator Thomas Thumann. Er behauptet, dass die Tiere bis zu 50 Kilometer schnell laufen können.

Esel traut sich bei Neumarkter Ringern nicht, zu streiken

Der Esel der Ringer des ASV Neumarkt macht im ersten Lauf keine Anstalten, an seine Höchstgeschwindigkeit heranzukommen. Er traut sich beim Blick auf die kräftigen Kampfsportler aber auch nicht, zu streiken. So steht der erste Finalist schnell fest. Das Team mit der weitesten Anreise – ein Quartett des Schäferhundvereins aus dem 60 Kilometer entfernten Herzogenaurach – scheidet hingegen aus.

Das Outfit des Tages geht an die Ministranten der Hofkirche. - Foto: Kilian Graef
Nach einem kurzen Zwischenfall geht es ohne Schuh weiter. - Foto: Kilian Graef
Ob der Jubel nicht zu früh kam? Nein. Es reicht für das Finale. - Foto: Kilian Graef
Der Schwächere gibt nach: In diesem Fall ist das der Esel. - Foto: Kilian Graef
Der sture Vierbeiner wird angefeuert. - Foto: Kilian Graef
Im Vollsprint in die nächste Runde - Foto: Kilian Graef
Ein passenderes Tshirt trägt kein anderes Team. - Foto: Kilian Graef
Auch das Landratsamt Neumarkt gibt alles. - Foto: Kilian Graef
Der Esel genehmigt sich ein kurzens Powernap - läuft dabei aber weiter. - Foto: Kilian Graef
Ein Duo auf der Überholspur - Foto: Kilian Graef
Schlusssprint um den Finaleinzug - Foto: Kilian Graef
Schon an der Startlinie vergeht so manch einem Esel die Lust auf das Laufen. - Foto: Kilian Graef
Enges Gedränge in der Kurve - Foto: Kilian Graef

Kolibris Leseecke erwischt im zweiten Vorlauf einen Vierbeiner mit Siegermentalität. Er geht die ersten zweieinhalb Runden gemächlich an, um dann loszuspurten. Er ist so schnell, dass die Schlussläuferin fast aus dem Tritt gerät und sich mit Ach und Krach ins Ziel rettet.

Bevor es in der vierten Runde kurios wird, profitiert die Schützenjugend Woffenbach vom Eselstreik beim Landratsamt Neumarkt und löst das Finalticket. Schon bevor OB Markus Ochsenkühn den letzten Vorlauf auf die Strecke schickt, lachen die knapp 1000 Zuschauer. Die Ministranten der Hofkirche Neumarkt treten in ihren typischen Gewändern auf. Sie liegen sehr früh sehr weit zurück, weil ihr Esel die Kulisse lieber in gemächlichem Tempo genießen will. Ein Ministrant versucht, ihn mit einer Möhre zu motivieren. Jetzt läuft der Esel gar nicht mehr.

Klaps auf den Hintern hilft

Dann die rettenden Worte vom Kollegen: „Gib ihm einen Klaps auf den Hintern.“ Gesagt getan. Und tatsächlich geschieht ein Wunder: der Vierbeiner sprintet los. Der Schlussläufer verliert nach dem letzten Wechsel sogar seinen Schuh. Aber der Esel hat kein Erbarmen. Als der Schuh gerade weit genug weg ist, um ihn wiederzuholen, legt der launische Genosse eine Vollbremsung hin. Das Notfallzentrum des Klinikums Neumarkt – der Vorjahressieger – setzt sich durch.

Den tragen wir zur Not ins Ziel

Die Ringer des ASV Neumarkt über ihren Esel

Vor dem Finale möchte Philip Hergert von den ASV-Ringern den Titelverteidigern keine Ansage machen. „Mir ist egal, wer gewinnt. Es soll einfach jeder Spaß haben“, sagt Hergert. Sein Team tritt im Finale mit dem kleinsten Esel an. „Den tragen wir zur Not ins Ziel“, heißt es aus den Reihen der Ringer.

Kopf-an Kopf-Rennen auf der Zielgeraden

Dann gilt es: Auf den ersten beiden Runden wird das Notfallzentrum seiner Favoritenrolle gerecht. Doch dann beweist der kleinste Vierbeiner, dass auch er das Zeug zum Siegeresel hat. Platz zwei entscheidet die Schützenjugend im Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Kolibris Leseecke für sich.

Die Teams konnten sich noch den ganzen Abend feiern lassen. Dann ging das 47. Frühlingsfest nach fünf Tagen zu Ende.