Der Storch und sein Nest: Vögel begeistern den Nachwuchs des Kinderhauses in Roding

Es ist ein herausragender Standort, gleich gegenüber dem Kinderhaus in Mitterdorf, den sich das Storchenpaar ausgesucht hat. Einen alten Baum in einem Privatgarten, entastet und frei stehend, haben sich die beiden Weißstörche als Nistplatz auserkoren – zur Freude der Kinder. Doch der Standort ist nichts für die Zukunft – so der LBV beim Besuch am Dienstag, der es eine Infotafel übergab.

Denn der Baum, der seit einiger Zeit im kahlen Zustand im Garten steht und damit die Aufmerksamkeit der Weißstörche bekommen hat, wird zum einen nicht ewig die Last des Nestes tragen können. Da er praktisch tot ist und das Nest jährlich wächst, sei die Gefahr irgendwann groß, dass er nachgebe und umfalle, so der Geschäftsführer des Landesbundes für Vogelschutz, Markus Schmidberger. Zum anderen blockiere das Nest einige der raren Parkplätze am Kinderhaus, die wegen des herabfallenden Nestmaterials von der Stadt mit Barken gesperrt worden sind.
Infotafel mit Kinderbildern
Der LBV brachte am Dienstag dem Kinderhaus eine Tafel vorbei. Darauf die von den Kindern selbst gemalten Bildern und Einblicke ins Leben der Weißstörche. Zu sehen sind neben den Störchen auch Mäuse oder Fische, die von Mia, Vivien, Gloria, Hasan und Gusti gemalt wurden. Denn die Vögel waren bereits Gruppenthema im Kinderhaus, was Vögelschützer wie Markus Schmidberger und den LBV-Kreischef Karl-Heinz Schindlatz freut und hier gerne unterstützen.
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Im Volksmund gelten Störche als Glücksbringer, schließlich bringen sie den Nachwuchs. Zuwachs brauche das Kinderhaus nicht, sagt Leiterin Heidi Treml – mit 160 Kindern in Krippe und Kindergarten ist das Johanniter-Kinderhaus Hl. Raphael voll bis unters Dach. Dennoch ist sie – wie die kleinen Gäste der Einrichtung – begeistert über die großen Vögel vor der Türe. Neuerdings gibt es nun auch eine Storchenbeauftragte unter ihren Kolleginnen im Haus. Patricia Bronzel darf nun Buch führen, was im Nest gegenüber passiert.

Geschehen ist dort schon einiges. Denn Nachwuchs hat das Storchenpaar aktuell nicht mehr. Dabei saßen bis vor kurzem einmal zwei kleine Storchenjunge dort oben. Doch die hätten es nicht geschafft, so Markus Schmidberger. Es habe demnach zuletzt Futtermangel bei den Störchen geherrscht, da wegen des Wetters wenig zu finden war. Die Konsequenz daraus ist hart – die Jungen seien am Vatertag aus dem Nest geworfen worden. Das sei vielerorts passiert. Der stabilen Storchenpopulation mache das nichts, sagt der Experte.
Doch nachdem er am Dienstag vor Ort war und das Storchenpärchen beobachtet hat, ist er optimistisch, dass es dort noch ein neues Junges geben wird. Eher selten sei es, dass die Störche noch einmal Eier legen würden, nachdem sie die Jungstörche wegen des Futtermangels aus dem Nest geworfen hätten. Doch hier sei es offensichtlich so – zumindest betreue der Storchenmann seine vielleicht brütende Frau intensiv, indem er ihr Gefieder putze. Es dauere eine Brutzeit von 32 Tagen, bis man Gewissheit habe, dass da noch etwas komme. Zwischenzeitlich seien die Störche tagsüber gar nicht mehr aufgetaucht, nur ihr Klappern sei zu hören gewesen erzählt Heidi Treml. Jedoch hätten Mitglieder des Elternbeirats und der Hausmeister Bilder geschickt, auf denen die Vögel abends wieder auf dem Nest gestanden hätten.
Auf Standortsuche
Gedanken macht sich Schmidbauer um den Standort, der mittelfristig wegen des maroden Baums geändert werden müsse. Es sei kein Problem, in der Nähe einen Nistplatz vorzubereiten – die Störche würden solche Alternativen durchaus annehmen, wenn sie aus dem Winterquartier an die gleiche Stelle zurückkehren würden, ihr altes Nest jedoch weg sei. Anbieten würde sich eine Scheune in der Nähe, die der Landwirt dafür bereitstellen würde, aber auch ein alter Kamin sei möglich, den das Forstamt für einen Horst zur Verfügung stelle.

Möglich sei auch, anstelle des Baumes eine Stange mit Nest obendrauf an gleicher Stelle anzubringen – auch solche Lösungen würden angenommen. Markus Schmidberger schlug als vierte Möglichkeit eine solche Niststange direkt am Kinderhaus vor – sozusagen neben der Tafel mit den Kinderbildern und den Texten zum Storch.