Chams älteste Imbissbude gerettet: Gertrud Payer (85) kann Imbiss weiter betreiben

Von Tanja Fenzl · 7. Juni 2025 um 19:00

Gute Nachrichten für alle Fast-Food-Freunde: Chams ältester Imbiss macht weiter. Wegen der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im Bereich Stadellohe muss der Imbisswagen den Baumaschinen weichen. Doch die Stadt hat Gertrud Payer jetzt einen neuen Standort angeboten.

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Rot-weißes Absperrband grenzt den beigefarbigen Imbisswagen zurzeit vom Rest des Parkplatzes Stadellohe ab. Am Tag vor Christi Himmelfahrt hat die Familie den Wagen vorne abgebaut, den Windschutz und die Markise entfernt, und den Wagen an den neuen Stellplatz gebracht. Currywurst und Pommes ziehen um.

39 Jahre Imbisstradition

Seit 39 Jahren stand die 85-Jährige Chamerin fünf Tage die Woche in dem selbst umgebauten Imbisswagen. Zuerst etwas weiter zurückgesetzt Richtung Firma Schierer, über 30 Jahre jetzt gleich vorne an der Zufahrt zum Parkplatz Stadellohe bewirtete Payer ihr Gäste mit Currywurst und Pommes, Schnitzel- und Fleischpflanzerlsemmeln sowie Getränken. Die Kündigung des Stellplatzes durch die Stadt Anfang des Jahres – eine Tragödie. So rief Payers Tochter Renate Müller umgehend eine Unterschriftenaktion ins Leben; zahlreiche Stammgäste unterzeichneten nur zu gerne die Forderung, dass der Imbiss bestehenbleiben müsse. „Wo soll man denn sonst noch hingehen? So ein typischer Imbiss ist ja sonst keiner mehr da...“, so die einhellige Meinung.

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Nach einigen Verhandlungen mit der Stadt hat Payer nun zumindest für die nächsten drei Jahre während der Bauarbeiten in Stadellohe einen neuen Standort: hundert Meter weiter in Richtung Scheurer-Kreuzung steht der Imbisswagen unter einem schattigen Baum. Darüber freuen sich Payer und Müller, denn „im Sommer wird’s manchmal ganz schön heiß im Wagen“.

Mindestens die nächsten drei Jahre wird der Imbisswagen nun an dieser Stelle stehen bleiben, meint Bürgermeister Martin Stoiber. „2025 bauen wir die Umfahrung, 2026 die Brücke, und 2027 ist der Rückbau“, rechnet er vor. Der alte Standort, glaubt er, werde aber auch danach möglicherweise nicht mehr zur Verfügung stehen. „Vorne beim Oval wird da wohl der Fußgängerbereich sein; der Imbisswagen stand ja doch recht nahe an der Straße, und der Fußweg wird verbreitert.“

Vom alten Standort am altstadtnahen Ende des Parkplatzes Stadellohe musste der Imbisswagen wegen der beginnenden Bauarbeiten in dem Stadtteil weichen. - Foto: Tanja Fenzl/Archiv

Generell lässt Stoiber sich die Erleichterung darüber anmerken, dass für Chams ältesten Traditionsimbiss noch eine gute Lösung gefunden werden konnte. „Wir wollen Gastro in jedweder Form immer erhalten, wo es nur geht, da sind wir immer aufgeschlossen“, sagt er. Für ihn wäre auch der Standort Quadfeldmühle in Frage gekommen. „Wenn sich jemand findet, der in der Quadfeldmühle oder am Marktplatz etwas anbieten möchte, der kann sich gerne melden und wir versuchen, einen passenden Standort zu finden“, wirbt er um weitere Unternehmer aus der Gastroszene.

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Erst noch renovieren

Wann der Imbiss am neuen Standort wieder für seine Gäste öffnet, konnte Renate Müller am Freitag noch nicht sagen. „Wir müssen selber erst ein bisschen renovieren und herrichten“, sagt sie. Auch der Strom sei noch nicht angeschlossen und der Anbau müsse wieder an den Imbisswagen gebaut werden. Am Freitagabend begann die Familie mit Helfern, den Windschutz am Imbisswagen anzubringen. Bis in 14 Tagen, spätestens zum Juli, wollen dann die zwei Frauen vom Grill im Innern des Imbisswagens wieder brutzeln.