Nach 25 Jahren: Filmprojektor beim Neumarkter Freiluftkino im LGS-Park bleibt aus

Ein Teil Neumarkter Kultur ist nach 25 Jahren erst einmal Geschichte: Diesen Sommer findet das Kino auf dem ehemaligen LGS-Gelände nicht statt. Wie es dazu kam und ob es weitergehen könnte, erzählt Hobby-Filmvorführer Jürgen Lodermeyer.
Er erinnert sich noch gut an die Anfänge: „Wir haben den 35 Millimeter-Projektor und die Leinwand auf dem Fahrradweg nach Holzheim aufgestellt“, erinnert er sich.
Es fehlen Arbeiter für den Aufbau der Leinwand
Er bedauert, dass es jetzt nicht mehr stattfinden kann. Doch mehrere Gründe hätten ihn zu dieser Entscheidung bewogen. Unter anderem gestiegene Kosten für Zelt, Angestellte und Filmverleihe. Aber auch ein scheinbar banaler Grund: Kein Gerüstbauer. Das Gerüst, an dem die 17 mal 7,20 Meter Leinwand aufgehängt wird, müsse von einem speziellen Profi aufgebaut werden, der das zuvor mit einem Statiker abgesprochen habe. So kurzfristig bis August jemanden zu finden sei ebenso schwierig, wie eine aufblasbare Leinwand als Alternative in der kurzen Zeit zu finden.
Für viele Neumarkter seien die Filmvorführungen Bestandteil des Sommer im Park. „Das Kino gehört irgendwie dazu“, sagt er. Er sei sehr dankbar für die Unterstützung durch viele Helfer, Sponsoren und die Stadt über die Jahre. Manche Menschen hätten schon zu ihm gesagt: „Du kannst das Kino nicht aufhören, nach 25 Jahren!“
Auch wegen Corona-Pandemie waren Besucherzahlen rückläufig
Tatsächlich seien die Besucherzahlen aber in den vergangen Jahren rückläufig gewesen, besonders seit der Corona-Pandemie. Das Wetter habe es zusätzlich erschwert, schließlich mussten bei Gewitter oder Regen Vorführungen auch ausfallen.
Aber Lodermeyer erinnert sich auch an gute Zeiten: Wenn er etwa abends während der neun Tage noch bei einem Bier über den jeweils gezeigten Film mit Besuchern reden konnte.
„Mir hat das immer wahnsinnig Spaß gemacht“, sagt er. Wenn etwa die Menschen bei Komödien zusammen gelacht haben. Oder sich nach einem Horror-Film nicht mehr heim getraut haben.
„Und dann der Popcorngeruch!“, schwärmt der 59-Jährige, dessen Eltern einst das Bavaria Kino in der Innenstadt betrieben. Davon ausgehend sei damals das Open Air Kino entstanden, dass er auch nach dem Ende des Bavaria weiterführte.
Ein erster Einschnitt sei vor zehn Jahren die Umstellung von 35 Millimeter auf Digitalprojektor gewesen. Jetzt also heißt es vorerst Pause für das Kino. Er müsse erst einmal überlegen, wie und ob er das Sommerkino nächstes Jahr weiterführe. Wenn, dann „nur mit einer adäquaten Lösung“.