Hornstraßen-Center in Regensburg eröffnet auf 7500 Quadratmetern

Nach einer Millionensanierung: Das Hornstraßen-Center in Regensburg eröffnet auf 7500 Quadratmetern. Zehn Millionen Euro sind in Modernisierung und Umbau des fast 50 Jahre alten Gebäudes geflossen.
Ksenija Ruckpaul schiebt einen Einkaufswagen in das Hornstraßen-Center und schaut sich dort erst einmal um. Lange musste sie auf die Neueröffnung warten. Die 75-Jährige wohnt gleich um die Ecke in der Tillystraße und freut sich, dass sie nun im Viertel wieder alles für den täglichen Bedarf bekommt. Die Lebensmittelketten Edeka und Netto, ein dm-Drogeriemarkt, eine Bäckerei mit Café, Gastronomie und Dienstleister werben im Center um Kunden.
Zehn Millionen Euro sind in Modernisierung und Umbau des fast 50 Jahre alten Gebäudes geflossen. „Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Edeka und dem Eigentümer“, sagte Pressesprecher Christian Strauß von Edeka Südbayern. Das Gebäude gehört einer Versicherungsgruppe. Die hohe Investition bezeichnete Strauß als klares Bekenntnis zu Regensburg. Knapp 140 Arbeitskräfte verdienen ihr Geld im Center.
Im August 2024 hatte das Nahversorgungszentrum für die Sanierung zugesperrt. Der angekündigte Zeitplan wurde eingehalten.
Auswahl von 40.000 Artikeln
Am Donnerstag füllte sich der Parkplatz schnell. Hunderte Kunden nutzten die Gelegenheit gleich zum Einkaufen. Bei der offiziellen Eröffnung sagte Tobias Kleinert, Geschäftsführer Edeka Regiebetriebe, der Großteil der Märkte werde von selbstständigen Kaufleuten betrieben. Das größere E-Center in der Hornstraße zählt zum zentralen Bereich von Kleinert. Es umfasst 3000 Quadratmeter, im Sortiment befinden sich rund 40.000 Artikel.
Der Geschäftsführer betonte, im E-Center würden auch schnelle Kassen angeboten, damit etwa Schüler nicht warten müssen. Denn durchschnittlich kommen 42 Artikel in einen Einkaufswagen.
Gerhard Ely, Regionalleiter Expansion bei Edeka, erwartet, dass der gesamte Südosten in der Hornstraße einkaufen wird. Der dm und Netto rundeten das Hornstraßen-Center ab.
Einkaufszentren müssen vor Ort bleiben
Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein dankte für die Investition in den Standort. „Wir basteln an der Stadt der kurzen Wege. Auch deshalb ist die Nahversorgung so wichtig.“ Wenn die Menschen die Läden für den täglichen Bedarf zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichten könnten, sei das ein Beitrag zum Klimaschutz. „Ich persönlich kaufe auch hier ein“, sagte Freudenstein.
Die Stadt Regensburg plant eine ganze Reihe von Urbanen Gebieten, etwa in der äußeren Landshuter Straße, in der Lilienthalstraße/Ecke Hermann-Köhl-Straße und am Hochweg/Ecke Dornierstraße. Dort werden die Geschäfte und Räume für Dienstleister im Erdgeschoss gleich miteingeplant, damit sich Quartiere mit kurzen Wegen und weniger Verkehr entwickeln. In gewachsenen Vierteln ist es wichtig, dass die Einkaufszentren vor Ort bleiben – wegen der älteren Bewohner und damit nicht noch mehr Leute ins Auto steigen.
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Edeka, Netto und Co. investieren nicht von ungefähr im Südosten. Das Gebiet mit dem Kasernenviertel und dem Galgenberg ist einer der größten, jüngsten und wachsenden Stadtteile. Rund 30 000 Menschen leben dort. Burkard Wiesmann, Vorsitzender des Bürgervereins Süd-Ost (Büso) sagt, es sei natürlich wichtig, „dass wir hier Nahversorgung haben“.
Vom Bürgerverein kommt Kritik
Doch er prangert die „riesige Flächenverschwendung“ für den Parkplatz mit 300 Plätzen und das einstöckige Gebäude an. Er hätte sich mehr Grün gewünscht. In dem Viertel fehlt nach Meinung des Büso ein Quartierszentrum mit Räumen, die die Bürger nutzen können.
Edeka bot dem Verein Flächen zum Mieten im Hornstraßen-Center an. Der kann das jedoch nicht allein stemmen. Die Stadt Regensburg aber habe zu langsam reagiert, dann seien die Mieträume weg gewesen, bedauert Burkard Wiesmann.
Keine Sparkassen-Filiale und keine Apotheke
Die Geschäfte: Edeka, Backstube Wünsche und Netto-Einkaufsmarkt. Der dm-Drogeriemarkt eröffnet am Dienstag, weil ein Wasserschaden während der Dachsanierung im Mai zu baulichen Verzögerungen geführt hat. Ernsting’s family sperrt voraussichtlich im Juli auf. Dort sind günstige Mode für die ganze Familie und Wohnaccessoires zu haben. Außerdem gibt es den Imbiss Ates, einen Friseursalon, die Polsterei und Schneiderei Kuku, eine Filiale der Deutschen Post und draußen beim Parkplatz eine SB-Tankstelle. Eine Apotheke wie vor der Sanierung ist nicht mehr eingezogen. Auch eine Sparkassen-Filiale gibt es nicht mehr, nur noch Geldautomaten. Eine Eröffnungsfeier mit Gewinnspiel und DJ-Klängen findet am Donnerstag statt.