Regensburger Walhalla-Bahnhof: Macht Berlin den Weg wieder frei?

Von Juliana Ried · 5. Juni 2025 um 05:00

Der Fahrplan für die Reaktivierung des Bahnhaltepunkts Walhallastraße im Regensburger Norden steht eigentlich seit 2023. Doch ein Beschluss der Ampel-Regierung, der kritische Infrastruktur wie Bahngleise schützen sollte, brachte ihn ins Wanken – weil er auch erwünschte Nutzungen der Flächen an den Gleisen blockierte. Die neue Regierung will nun die Weichen neu stellen.

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Die Regensburger SPD-Abgeordnete Carolin Wagner, auch Chefin der SPD-Landesgruppe, kündigte in einer Pressemitteilung an, nun würden „die rechtlichen Hürden für die Entwidmung nicht mehr genutzter Eisenbahnflächen auf ein praktisches handhabbares Maß zurechtgestutzt“. An diesem Donnerstag berate der Bundestag in erster Lesung über eine entsprechende Novelle des Allgemeinen Eisenbahngesetzes. „Damit ist in absehbarer Zeit der Weg frei für die Neugestaltung des Areals Walhallastraße samt Bahnhaltepunkt“. Spätestens im Herbst sei es so weit.

Gesetz mit Nebenwirkung

Als Ende 2023 beschlossen worden sei, dass der Erhalt von Bahnflächen Vorrang habe, sei es um den Schutz von kritischer Infrastruktur gegangen, sagte Wagner gestern. „Dann hat man bemerkt: Das blockiert ganz viel.“ Auch bei der Reaktivierung des Bahnhaltepunkts Walhallastraße sei es „zum Stillstand gekommen“. Eigentlich hätte das Problem rasch behoben werden können, doch das Ampel-Aus kam dazwischen.

Für die Reaktivierung des Haltepunkts ist die Deutsche Bahn zuständig. Sie teilte mit: „Das Projekt befindet sich im Zeitplan.“ Sie wolle voraussichtlich im Frühjahr 2027 mit den Baumaßnahmen beginnen, sofern sie bis dahin Baurecht habe. „Die Teilinbetriebnahme soll voraussichtlich ab Ende 2027 erfolgen, so dass der Haltepunkt ab dem Fahrplanwechsel 2027/2028 angefahren werden kann.“ Eine Verzögerung gab es allerdings bei der Gestaltung des Umfelds; dafür ist die Stadt zuständig. In der Stadtverwaltung war am Dienstag die Nachricht, dass die Rahmenbedingungen für ihr Bahnhaltepunkt-Projekt schon bald besser werden sollen, offenbar noch nicht angekommen, obwohl Abgeordnete Wagner und Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer derselben Partei angehören.

Stadt verhandelte Duldung mit Bahn

Die OB erklärte im Planungsausschuss auf Nachfrage von Thomas Thurow (Brücke) zum Entwidmungsstopp: „Das macht uns momentan Probleme auf beiden Seiten, sowohl bei dem Vorplatz für den Bahnhaltepunkt als auch auf der anderen Seite in Richtung Pendlerparkplatz.“ Sie kündigte an, die neue Bundesregierung wolle „Anpassungen, Veränderungen, Verbesserungen vornehmen. Inwieweit und wie schnell das jetzt geht, wissen wir nicht.“ Die Stadt habe für die Westseite eine Duldung ihres Vorhabens mit der Bahn verhandelt, die Zukunft der anderen Seite stehe „in den Sternen“. Die Stadträte sollten doch gerne über die Abgeordneten nachhaken in Berlin.

Grünen-Abgeordneter Stefan Schmidt betont, schon das bisherige Gesetz habe den Haltepunkt nicht verzögert – denn ein Haltepunkt sei eine Nutzung für Bahnbetriebszwecke. Aber auch im Grünen-Entwurf für die Gesetzesnovelle, über die an diesem Donnerstag ebenfalls beraten werde, sei der Flächenbedarf für das Projekt berücksichtigt. „Unser grüner Entwurf sieht einen expliziten Schutz für alle Erweiterungen der Infrastruktur vor.“

AfD-Abgeordnete Carina Schießl teilte mit, sie setze sich für einen funktionierenden Schienenverkehr, aber auch für einen Ausbau des Individualverkehrs ein.

Was am Haltepunkt geplant ist

Im Westen: Hier plant die Stadt Fahrradabstellanlagen, Kurzzeitparkplätze für Autos sowie eine Park- and Ride-Zone, Grünflächen und Flächen für Sharing-Fahrzeuge für E-Scooter und Lastenräder. Hier soll auch der barrierefreie Zugang zum westlichen Gleis 1 möglich sein.

Im Osten: Auf der Ostseite ist der Stadt zufolge eine Park- and Ride-Anlage geplant. Dort soll es auch eine Bushaltestelle geben und es soll Platz sein für weiteres Gewerbe. Den östlichen gelegenen Bahnsteig am Gleis 2 soll eine Unterführung mit Treppe und Bahnsteig erschließen.