Alles in trockenen Tüchern: Gemeinde Pfatter kauft Landgasthof Fischer-Deutsch

Eine klare Mehrheit im Gemeinderat stimmt in geheimer Sitzung für das Grundstücksgeschäft. Das Wirtshaus soll den Ortskern der Gemeinde wiederbeleben. Viele Vereine können nach langer Hängepartie nun aufatmen. Auch Pfatter will die Räumlichkeiten nutzen.
Der gemeindliche Kauf des Landgasthofs Fischer-Deutsch ist beschlossen. Dies teilte Bürgermeister Hans Biederer im Rahmen der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag mit. Die Entscheidung sei in einer nicht-öffentlichen Sondersitzung „fraktionsübergreifend und mit einer klaren Mehrheit gefasst“ worden. Die Vereinbarung lautete, den Landgasthof „mit den vorliegenden Kaufoptionen zu erwerben“, führte Biederer aus.
Die Entscheidung zum gemeindlichen Kauf in Höhe von 900 000 Euro ging seinen Worten zufolge auf einer weitere Entscheidung zurück: So sei ein „einstimmiger Beschluss“ darüber gefasst worden, dass die Gemeinde „ihren Vereinen verpflichtet“ sei und eine Lösung für deren Bedarf benötige. Ferner sei ein ebenerdiger Saal für gemeindliche Veranstaltungen vonnöten.
Gemeinderat wägt Entscheidung genau ab
All diese Aspekte sieht die Gemeinde Pfatter im Landgasthaus Fischer-Deutsch. Eine weitere Option hätte es mit den Kauf des ehemaligen Gasthauses „Zur Post“ gegeben, jedoch schlug der Gemeinderat diese Option aus. Als Grund führte Bürgermeister Biederer an, dass die Gemeinde Pfatter „nur nach wirtschaftlichen und rechtlichen Gesichtspunkten einen Kauf vollziehen“ könne. Auch seien die Bedürfnisse der Ortsvereine für die Entscheidung wesentlich gewesen.
Auch wenn das Gasthaus nicht mehr regelmäßig geöffnet hat, sind die Schützengesellschaft Hubertus 1891 und die Kegelfreunde Pfatter nach wie vor dort beheimatet. Wie die MZ-Anfrage ergab, wähnt sich die Schützengesellschaft höchst zufrieden mit der Entscheidung pro Gasthaus Fischer-Deutsch. „Wir sind ganz ganz glücklich, dass unser Verein weiter bestehen kann“. sagte Schützenmeisterin Christine Rösch. Denn ohne Trainingsmöglichkeit wäre es sehr schlecht um das Vereinsleben bestellt – und die Suche nach einem Schießraum von 13 mal fünf Metern Größe fast schon aussichtslos. Durch den beschlossenen Gebäude-Kauf sei nun die Zukunft des rund 110 Mitglieder starken Vereins gesichert. Im Vorfeld der nicht-öffentlichen Sitzung hatte die Gemeinde den Dialog mit den Ortsvereinen geführt.
Wir sind ganz ganz glücklich darüber, dass unser Verein weiter bestehen kann.
Christine Rösch, Schützenmeisterin der SG Hubertus 1891 Pfatter, die im Gasthaus ansässig ist
Biederer zufolge belegen rund 50 Asylbewerber die oberen Stockwerke des Gasthofs. Da der Mietvertrag mit der Regierung der Oberpfalz noch bis Ende 2030 laufe, seien in diesem Zeitraum die Einnahmen für das Gebäude gesichert. Er verwehrte sich dagegen, ein „Asylantenheim“ kaufen zu wollen – anspielend auf Bemerkungen, die er bereits vernommen habe.
Neuer Schwung für den Ortskern
Vielmehr kaufe die Gemeinde ein Objekt, das den Ortskern wiederbeleben soll und das Vereinen und Bürgern zugute komme. Aufgrund der Mieteinnahmen könne die Gemeinde das Gebäude „in einer überschaubaren Zeit abbezahlen“.
Im Nachgang zu den Bürgerversammlungen teilte Biederer mit, dass ab dem 1. Juli dauerhaft ein weiterer Bus eingesetzt wird, der mit Abfahrt 16.28 Uhr von der Keplerstraße in Neutraubling über Gmünd nach Griesau und Schönach fährt. Er verkehrt montags bis freitags.
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Anders als beim gewöhnlichen Verlauf der Linie 33 fährt er nach dem Halt Pfatter Rathaus nicht über die Straubinger Straße, sondern über das neu angebundene Gmünd nach Griesau. Für diese Fahrten entfällt der Halt Fuchsbühl. Bei der Bürgerversammlung wurde eine schlechte Nachmittags-Verbindung für jene Schüler beklagt, die das Gymnasium oder die Realschule Neutraubling besuchen und in Gmünd wohnen. Nach wie vor vermisst Gemeinderat Christoph Scheuerer jedoch eine Nachmittags-Anbindung von Irling.
Bundesstraße 8 wird saniert und gesperrt
Fortsetzung: Das Staatliche Bauamt informierte die Gemeinde darüber, dass sich die Sanierung der Bundesstraße B 8 fortsetzt.
Vollsperrung: Konkret geht es um das Teilstück zwischen Pfatter (Ausfahrt Netto) und der Einmündung zur Kreisstraße R 8 (Sünching). Die zwei Bauphasen sind vom 14. Juli bis zum 7. August und vom 9. August bis 5. September und gehen mit einer Vollsperrung einher.