100 Prozent für Thomas Falter: CSU Wackersdorf überhäuft Bürgermeisterkandidaten mit Lob

Von Philipp Breu · 5. Juni 2025 um 17:00

Standing Ovations und ein sichtlich gerührter Thomas Falter: Die CSU Wackersdorf hat am Mittwoch ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl bestimmt. Das Ergebnis hätte nicht eindeutiger sein können. Der amtierende Rathauschef soll für die Christsozialen auch 2026 wieder ins Rennen gehen. Dafür votierten alle der 45 Wahlberechtigten. Interessante Randnotiz: Falter selbst hatten den Stein erst ins Rollen gebracht.

Am Ende war es die erwartet klare Sache: Der CSU-Ortsverband Wackersdorf hat sich bei seiner Nominierungsversammlung für die Bürgermeisterwahl am 8. März 2026 für den amtierenden Rathauschef Thomas Falter ausgesprochen. Der 56-Jährige erhielt von seiner Partei die geschlossene Rückendeckung.

Anders als wenige Wochen zuvor in Schwandorf, gab es am Mittwochabend in Wackersdorf keinen Gegenkandidaten. Dennoch ist das Ergebnis bemerkenswert: Im Hotel-Gasthof Glück Auf stimmten alle der 45 anwesenden Wahlberechtigten für Thomas Falter.

Bürgermeisterwahl in Wackersdorf läuft nun wieder turnusmäßig

Er war es auch, der den Stein für die Nominierungsversammlung überhaupt erst ins Rollen brachte. Denn eigentlich ist die Bürgermeisterwahl in Wackersdorf seit 1993 nicht mehr an die Kommunalwahl gekoppelt. Denn der damalige Bürgermeister Josef Ebner musste sein Amt, das er zuvor 26 Jahre ausgeführt hatte, aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig niederlegen. In seine Fußstapfen trat Alfred Jäger. Dessen Amtszeit betrug 18 Jahre, ehe er 2011 von Thomas Falter abgelöst wurde.

Im April diesen Jahres ließ eben jener mit einem Antrag im Wackersdorfer Gemeinderat aufhorchen. Denn eigentlich endet Falters Amtszeit nach seinen Wiederwahlen 2017 und 2023 erst im Jahr 2029. Dennoch beantragte er, die Bürgermeisterwahl in Wackersdorf auf 2026 vorzuverlegen und damit zukünftig wieder mit der Kommunalwahl zu koppeln. Das sei ein vielfach geäußerter Bürgerwunsch gewesen, wie Falter damals erklärte. Zudem hatte sein früherer Arbeitgeber, die Bayernwerk Netz GmbH durch eine geänderte Freistellung den Antrag erst ermöglicht.

Falter wurde als einziger Kandidat vorgeschlagen

Die Wackersdorfer Räte gaben dem Antrag statt und somit wird auch in Wackersdorf am 8. März 2026 wieder ein Bürgermeister gewählt. Der CSU-Ortsverband hat nun am Mittwochabend frühzeitig Fakten geschaffen. Der amtierende Bürgermeister Falter wird für die Partei als Kandidat um den Chefsessel im Rathaus ins Rennen gehen. Die Nominierungsversammlung im Hotel-Gasthof Glück Auf war letztlich reine Formsache. Falter wurde vom Ortsverbandsvorsitzenden Christian Hutterer als einziger Kandidat vorgeschlagen und erhielt 100 Prozent Zustimmung von allen Wahlberechtigten.

Er schlug Thomas Falter als Bürgermeisterkandidaten vor: Wackersdorfs CSU-Ortsverbandsvorsitzender Christian Hutterer. - Foto: Philipp Breu

Dass man Falters Arbeit, aber auch seine Person sehr schätzt, wurde bereits zu Beginn der Versammlung deutlich. Die Grußwortredner, darunter Ortsverbandsvorsitzender Hutterer, die Fraktionschefin im Gemeinderat Sabine Roidl und Landrat Thomas Ebeling, sparten nicht mit Superlativen. „Bilderbuchbürgermeister“, „Energiemodul“, „Erfolgsgarant“ – Substantive, die bei Falter wie Öl heruntergegangen sein dürften. Die Redner lobten seine zuverlässliche und kollegiale Art. Er sei ein entscheidender Faktor gewesen, dass Wackersdorf heute so gut dastehe.

Dementsprechend ergriffen zeigte sich Falter, als er ins Mikrofon sprach. Als „überwältigend“ und „nicht selbstverständlich“ bezeichnete er das ihm entgegengebrachte Lob und später auch das eindeutige Wahlergebnis. Er beteuerte, dass er die Arbeit der anderen genauso schätze und die positiven Entwicklungen in der Gemeinde nur auf ein starkes Team zurückzuführen seien.

Falter will weiter „Bürgermeister für alle“ sein

Ferner freute er sich auch, dass trotz Unwetterwarnung insgesamt 91 Gäste der Einladung gefolgt waren, darunter auch Schwandorfs 2. Bürgermeister Andreas Wopperer und Neunburgs Rathauschef Martin Birner (beide CSU).

Blicken zuversichtlich auf den Wahlkampf: Ortsverbandsvorsitzender Christian Hutterer, Fraktionschefin Sabine Roidl, Kandidat und amtierender Bürgermeister Thomas Falter sowie seine Ehefrau Elke Falter. Landrat Thomas Ebeling gratulierte (v. l.). - Foto: Philipp Breu
Auch Landrat Thomas Ebeling ließ es sich nicht nehmen, ein Paar Grußworte zu sprechen - Foto: Philipp Breu
Zeit für ein Familienfoto blieb auch noch: Ehefrau Elke (Mitte) sowie die drei Töchter Nicole, Anja und Johanna (v. l.) freuten sich zusammen mit ihrem Vater bzw. Ehemann Thomas Falter über das Wahlergebnis. Auch Sohn Patrick wäre gerne gekommen, er war aber beruflich verhindert. - Foto: Breu

Falter betonte, dass er sich weiter als „Moderator, Koordinator und Zuhörer“ verstehe und sich – sollte er am 8. März 2026 wieder zum Bürgermeister gewählt werden – als „Ideengeber und Gestalter“ für sein Wackersdorf einbringen werde. Er wolle weiterhin ein „Bürgermeister für alle“ sein. „Ich möchte mit meinem eigenen Stil, durch meine Persönlichkeit und durch meine offene Art den bisher erfolgreichen Weg weiter mitgestalten“, kündigte der überglückliche Wackersdorfer CSU-Bürgermeisterkandidat an.

Und auch seine Parteigenossen waren sichtlich zufrieden. Dass man mit Thomas Falter beste Chancen hat, nach der Wahl 2026 als CSU wieder den Chef im Wackersdorfer Rathaus zu stellen – daran hatte an diesem Abend niemand Zweifel.