Hier lernen die Hotel-Profis von morgen: Chamer Hotelfachschule startet im September

Von Nils Mayer · 5. Juni 2025 um 11:00

Kultus- und Finanzministerium geben grünes Licht: Zum Schuljahr 2025/2026 wird eine neue staatliche Hotelfachschule an der Chamer Berufsschule eröffnet. Dort sollen die Hotelprofis von morgen ausgebildet werden. Außerdem ist das Konzept laut Siegfried Zistler, Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums an der Badstraße, „bayernweit einzigartig“ und soll die Schüler mit einem hybriden Lernmodell überzeugen.

Schon im vergangenen Schuljahr war die neue Hotelfachschule geplant gewesen, verrät der Schulleiter. Damals sei das Projekt aber an den wenigen Anmeldungen gescheitert. „So etwas Neues aufzubauen, ist nie leicht“, so Zistler. Daraufhin habe er sich genau wie das Kultusministerium Gedanken gemacht, „wie wir die Hotelfachschule doch noch nach Cham bekommen“.

Für den Schulleiter der Berufsschule steht nämlich fest: „Wir brauchen unbedingt Nachwuchs in der Hotel- und Gastrobranche für unsere Region.“ Die Lösung sei dann das komplett neue und hybride Konzept gewesen.

Hybrides Konzept

Und das sieht laut ihm wie folgt aus: In der Einrichtung soll die Weiterbildung zum staatlichen Hotelbetriebswirt möglich sein. Das Bildungsangebot richte sich an Fachkräfte aus Hotellerie, Gastronomie und Tourismus, die über eine entsprechende Berufsausbildung verfügen.

Die Ausbildung werde jetzt drei anstatt nur zwei Jahre dauern und außerdem Möglichkeiten für praxisnahe Erfahrungen bieten. „Das wurde in dieser Form auch von der Hotelbranche so gewünscht“, sagt er und ergänzt: „Der hybride Ansatz erlaubt auch Online-Unterricht und damit mehr Flexibilität.“ Das neue Konzept der Hotelfachschule ist laut ihm „in dieser Form einzigartig“ in Bayern.

Überzeugt von der Idee: (v. l.) Dehoga-Kreisvorsitzender Andreas Brunner, der Vertreter des Schulleiters Ulrich Fischer, Landrat Franz Löffler und Schulleiter Siegfried Zistler - Foto: Landkreis Cham/Pressestelle

Und auch der Chamer Landrat Franz Löffler lobt die Neuausrichtung: „Mit dem neuen Konzept ist es uns gelungen, staatliche Voraussetzungen mit den Bedürfnissen der Gastronomen in Einklang zu bringen.“

Bisher hat es laut Schulleiter zehn Anmeldungen für die Hotelfachschule gegeben. „Wir starten also zu Beginn mit einer Klasse“, so der Schulleiter. Bis es am 16. September losgeht, erhofft er sich aber nach eigenen Worten noch die ein oder andere Anfrage. „Vor allem wir hier im Bayerwald sind auf den Nachwuchs in dieser Branche angewiesen.“

Auch für Bayerns Kultusministerin Anna Stolz steht fest: „Gut ausgebildete Fachkräfte sind das Rückgrat dieser Tourismusregion.“ Aus diesem Grund sei die neue staatliche Fachschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe gezielt auf die „aktuellen und zukünftigen Anforderungen“ der Branche ausgerichtet.

Wie wichtig das neue Bildungsangebot ist, betont auch der bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker: „Hier wird künftig Wissen lebendig und bayerische Gastfreundschaft großgeschrieben – ein echter Gewinn für die Region und ganz Bayern.“ Die Hotelfachschule fördert laut ihm den Tourismus in ganz Bayern und der Region.

Nachwuchs gefragt

Wie gefragt der Tourismus vor allem rund um den Bayerwald ist, weiß Andreas Brunner. Nicht nur ist er Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA), sondern auch selbst Hotelier. „Viele Hotels in der Region erweitern sich immer mehr“, erzählt er.

Aus diesem Grund sei die Nachfrage nach Nachwuchs auch immer größer. „Vor allem die gut ausgebildeten mittleren Führungskräfte fehlen uns“, so Brunner. Für den ostbayrischen Raum sei die Hotelfachschule in Cham deshalb unverzichtbar: „Wir brauchen diese Strahlkraft für unsere Region.“